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Bodendorfer Thermal-Sprudel (2008)
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Anton Simons / www.aw-wiki.de / CC-by-2.0
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Anton Simons
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Flasche und Gläser des Bodendorfer Sprudel (2008). In diese Flaschen wurde das Bodendorfer Wasser in den 1950er Jahren abgefüllt.
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Bodendorfer Thermal-Sprudel, Produktionsgebäude kurz vor dem Abriss 2008
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Seit 1927 wurde Bodendorfer Thermalwasser in Flaschen abgefüllt und in den Versand gebracht. Es handelte sich um überschüssiges Wasser des Josefsprudels, das nicht für den Badebetrieb genutzt wurde. Josef Hardt verkaufte dieses an den Bremer Kaufmann Friedrich Sauer, der hierfür einen Abfüllbetrieb einrichtete. Eine chemische Analyse des Bremer Labors Dr. Zöckler bescheinigte dem Bodendorfer Mineralwasser eine höhere Heilwirkung als dem Apollinaris-Wasser (HAFFKE 1983). 1933 konnten 600 Flaschen Mineralwasser als Bodendorfer Thermal-Sprudel pro Tag abgefüllt werden. Im gleichen Jahr übernahm die Norddeutsche Hütte AG Bremen, die zum Krupp-Konzern gehörte, den Abfüllbetrieb. 1939 wurden schon 4 Millionen Flaschen abgefüllt.
Ein erster Abfüllbetrieb bestand in der Nähe des Bodendorfer Bahnhofs. Bei Kriegsende war der Betrieb des Bodendorfer Sprudels zu rund 60 % zerstört, das betraf sowohl die Gebäude als auch die Flaschen und die Lastkraftwagen zum Transport. 1949 waren auch die verbliebenen Abfüllanlagen als „Restitution“ abgebaut. Die Großkunden waren weitgehend verloren gegangen.
1949 wurde eine kleine gebrauchte Abfüllanlage beschafft, womit zu Beginn des Jahres 1950 der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. 1951 konnte die Anschaffung einer größeren und moderneren Abfüllanlage realisiert werden. 1954 wurden die Betriebsgebäude erweitert, die moderne Abfüllanlage befüllte 6.000 Flaschen pro Stunde. Es erfolgte die Eingliederung des Betriebs in die Krupp Konzerngesellschaft. 1959 dann wurden neue Produktionsgebäude etwas weiter weg vom Bahnhof bezogen. Aufgrund der Nähe zu den Gleisen der Ahrtalbahn und eines eigenen Gleisanschlusses erfolgte der Versand des Mineralwassers zunehmend per Eisenbahn. Der Betrieb florierte, zählte 65 Beschäftigte, die Abfüllmenge steig auf 14.000 Flaschen pro Stunde.
Der Bodendorfer Mineral-Sprudel konnte sich jedoch im Laufe der 1960er Jahre am Markt immer weniger behaupten, sodass bereits 1967 der Betrieb eingestellt wurde. Der Betrieb wurde an den Konkurrenten, den Tönissteiner Sprudel, verkauft, der ihn umgehend stilllegte. Der Abbau des Gleisanschlusses erfolgt unmittelbar nach der Betriebsschließung.
Die Produktionsgebäude wurden anschließend von einem Kunststoff verarbeitenden Betrieb genutzt, der allerdings 1975 ebenfalls schließen musste. 2008 wurden die Gebäude abgerissen.
(Elmar Knieps, Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig e.V., 2026)
Internet www.aw-wiki.de: Bodendorfer Thermal-Sprudel (abgerufen 28.02.2026) www.aw-wiki.de: St.-Josef-Sprudel Bad Bodendorf (abgerufen 28.02.2026)
Literatur
Haffke, Jürgen / Haffke, Jürgen; Koll, Bernhard (Hrsg.) (1983)
Die Gemeinde Bodendorf im 19. und 20. Jahrhundert. In: Sinzig und seine Stadtteile - gestern und heute, S. 427-483. Sinzig.
Holstein, Heinrich / Haffke, Jürgen; Koll, Bernhard (Hrsg.) (1983)
Die "neue" Stadt Sinzig. In: Sinzig und seine Stadtteile - gestern und heute, S. 652-754. Sinzig.
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