Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Ein monumentaler Wasserturm im Jugendstil (2024).
Copyright-Hinweis:
Holger Klaes / klaes-images
Fotograf/Urheber:
Holger Klaes
Medientyp:
Bild
Mönchengladbach in den heutigen Dimensionen ist eine junge Stadt. Den Namen (München-Gladbach) erhielt der Ort erst im Jahr 1888, später wurde er Teil der Stadt Gladbach-Rheydt, und erst mit der kommunalen Neugliederung entstand 1975 das heutige Mönchengladbach.
Der Ort war geprägt durch die Textilindustrie, die nach der Anbindung an die Eisenbahn 1851 einen starken Aufschwung nahm. Daneben wuchsen nun auch der Maschinenbau, insbesondere für Textilmaschinen, und die papierverarbeitende Industrie. Entsprechend stiegen die Bevölkerungszahlen und der kommunale Wohlstand: Nach Öffnung des historischen Mauerrings begann die Stadt entlang der Ausfallstraßen zu wachsen. Ein erster Stadtbauplan versuchte seit 1863, dieses Wachstum systematisch zu organisieren. Bürgermeister Hermann Felix Piecq (Amtszeit 1900-1920) schuf schließlich eine moderne Leistungsverwaltung und baute eine zukunftsfähige Infrastruktur auf: Kläranlage, Abwasserkanäle, Gaswerk, Elektrizitätserzeugung und eine moderne Wasserversorgung. In diesem Zusammenhang ist der Bau des Neuen Wasserturms an der Viersener Straße zu sehen. Der Wasserturm wurde 1909 fertiggestellt, entworfen hatte ihn der Architekt Otto Greiß, der 1907 gerade erst zum Stadtbaurat ernannt worden war. Greiß verwirklichte nicht nur ein technisches Zweckbauwerk, sondern ein stadtbildprägendes Gebäude, in dem sich bei aller geforderten Sparsamkeit der Wille zu Repräsentation und Modernität sowohl des wilhelminischen Zeitalters als auch der aufstrebenden Stadt widerspiegelte. Er sollte sich nicht, wie seine Vorgänger, verstecken. Die Architektur ist einerseits historisierend, es finden sich andererseits aber auch viele Elemente des Jugendstils. Der Turm liegt nördlich der Innenstadt an einer fast sternförmigen Kreuzung der Ausfallstraße nach Viersen - im Zuge des Baus wurde die Kreuzung als kleiner Park gestaltet. Zur Innenstadt hin ziert ein großes Stadtwappen seine Fassade. Die Außenwirkung ist so eindrucksvoll, dass man später ein ganzes Stadtviertel nach ihm benannte (Am Wasserturm) und ihn stolz auf vielen historischen Postkarten präsentierte. Mit dem Bau des Turms sicherte sich die Stadtverwaltung auch Einfluss auf die angemessene Gestaltung der Gebäude in der Nachbarschaft.
Als sichtbares Material wechseln sich rote Ziegel und Putz aus hellem Muschelkalksand an der Außenwand ab und ergeben ein spannungsreiches Bild. Über einem 11 Meter hohen Sockel erhebt sich der 19 Meter hohe, leicht konisch angelegte Schaft, der wiederum von 8 markanten, breiten Lisenen und drei unterschiedlich hohen horizontalen Ziegelsteinbändern gegliedert wird, das mittlere mit umlaufender Fensterreihe. Darüber beginnt der auskragende Kopf des Turms, mehrere kupfergedeckte Dachelemente staffeln sich übereinander mit einer Laterne als Abschluss. Die Lisenen laufen oben in kleinen Erkern aus Stahlbeton aus. An der Seite sind Pumpen- und Wärterhaus angebaut so wie der untere Teil der Treppe. Im Inneren füllt ein erster Wasserbehälter, der auf Bodenniveau ruht, den Sockelbereich aus - er versorgt die tiefgelegenen Stadtteile. Deutlich darüber ruht der obere Behälter auf den Außenmauern und versorgt die Oberstadt. Eine Ebene auf einem Fischbauchträger schafft Raum für Arbeiter. Innenliegende Metalltreppen ermöglichen den Aufstieg, eine Wendeltreppe führt in die Laterne.
Der Wasserturm wurde im Zweiten Weltkrieg nicht beschädigt. Er wird bis heute in seiner alten Funktion von der Niederrhein Energie und Wasser GmbH betrieben und kann zu festen Zeiten besichtigt werden.
(Christoph Wilmer, Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, 2024)
Hinweis Der Neue Wasserturm in Mönchengladbach ist eingetragenes Baudenkmal der Stadt Mönchengladbach (BauD 18).
Internet moenchengladbach.de: Denkmalgeschützte Objekte in Mönchengladbach (PDF, 134 KB, abgerufen 18.05.2026)
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Möchten Sie dieses Objekt in der Kuladig-App öffnen?
Wir verwenden Cookies
Dies sind zum einen technisch notwendige Cookies,
um die Funktionsfähigkeit der Seiten sicherzustellen. Diesen können Sie nicht widersprechen, wenn
Sie die Seite nutzen möchten. Darüber hinaus verwenden wir Cookies für eine Webanalyse, um die
Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren, sofern Sie einverstanden sind. Mit Anklicken des Buttons
erklären Sie Ihr Einverständnis. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Datenschutzseite.