Der runde Bergfried gehört zur frühesten Bauphase. Seine Höhe lag 1863 noch bei 60 Fuß (18,83 m). 1162 wurde die Holzdecke des ersten Obergeschosses eingezogen. Ein Holzstück der Schwelle des auf 9 m Höhe liegenden bogenförmigen Einstiegs ist dendrochronologisch auf 1165 datiert. Ein Holzstück am Eingang dürfte der Rest einer Plattform sein, die vor der Tür eine Leiter oder Treppe empfing. Leitern oder Treppen erschlossen die flachgedeckten Innenräume des Turms. Nur wenige Fensteröffnungen sind überliefert.
Kulturdenkmal
Der Bergfried der Unterburg der Burg Stahlberg wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Mainz-Bingen als Denkmalzone als Teil des Eintrages geführt (Stand 2024). Der Eintrag lautet:
„Burgruine Stahlberg über der Aufgabelung der Borbachstraße in die Arme nach Breitscheid und zur
Wüstung Dorweile (Denkmalzone)
von den Kölner Erzbischöfen um die Mitte des 12. Jh. gegründet, im Wesentlichen um 1160-um Mitte 14. Jh., 1689 gesprengt; Ringmauer 1349, Schildmauer mit Tor 1157; zwei Bergfriede, 1158 und 1164; Reste des Palas, wohl spätes 14. Jh.“
(Manfred Böckling, Koblenz, 2022, bearbeitet von Florian Weber, Universität Koblenz, 2026)