Zur Patroziniumsforschung: Der Kaiser hatte am Laurentiustag 955 auf dem Lechfeld die Ungarn besiegt, wurde der hl. Laurentius besonders verehrt. Wir können davon ausgehen, dass in den Jahren nach 955 diese Kirche dem Hl. geweiht wurde, das Denkmalamt spricht von „vor dem 11. Jh.“ Etwa 100 Jahre später wird das Kirchlein erneut zu klein. Die Kirche wird abgerissen und Abt Samuel aus Weißenburg lässt an gleicher Stelle eine neue Kirche mit Apsidenchor errichten, mehr als dreimal so groß wie der Vorgängerbau. Diese Kirche wurde am 13. Mai 1068 eingeweiht. Von dem Datum besitzen wir 2 Urkunden. Die Tatsache, dass die Weihe durch einen Bischof persönlich erfolgte, ist ein Privileg, das Pfarrkirchen zustand. Also existiert auch seit spätestens 1068 die Pfarrei St. Laurentius.
Etwa 1220/30 wird die Kirche erneuert, die Apsis am Chor wurde entfernt und ein rechteckiger Chorraum errichtet. Dieser Chor ist noch heute als Taufkapelle und ältester Teil erhalten. Im 14. Jahrhundert wird die Kirche zur Wehrkirche umgebaut mit umlaufender Wehrmauer und Wehrturm, der noch erhalten ist, auch der ehemalige Halsgraben auf der Bergseite. Durch Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg musste die alte Kirche 1951 abgetragen werden, die neue Laurentiuskirche, konnte 1952 durch Bischof Dr. Wendel eingeweiht werden.
Der älteste Glockennachweis stammt von 1560. Erhalten sind eine Anna- und eine Marienglocke, die Laurentiusglocke hat Lindemann 1855 gegossen. Die Laurentiusstatue vorn links erstand um 1720. Erwähnenswert noch die mittelalterliche Sonnenuhr am Turm aus dem 14. Jh., von denen es nur noch wenige in der Pfalz gibt.
Kulturdenkmal
Zur Pfarrkirche St. Laurentius findet sich ein Eintrag im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Südwestpfalz (Stand März 2024). Der Eintrag lautet: „Kath. Pfarrkirche Kirchstraße 10, Chor um 1220, Turm 15. Jh., einbezogen in den Neubau von 1952; barocker Kreuzsockel, bez. 1756“
(Albert Nagel, Niederschlettenbach, 2024)