Die Mahlmühle wurde vom Teufelsarschbach, Düwelsarschbach, angetrieben, der kurz dahinter in den Pleisbach mündet. Wegen des geringen Wasserzuflusses soll in den Sommermonaten nicht gemahlen worden sein, so dass die Mühle zusätzlich auf Einkommen aus der Landwirtschaft angwiesen war. Heute finden sich vor Ort keine Relikte, es handelt sich um eine Wüstung. Der Flurname „Mühlenbitze“ verweist auf den früheren Mühlenstandort.
Gebäude
Die Mühle brannte um 1868/69 ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Laut General-Anzeiger Bonn vom 24.10.1939 stand das Wohnhaus zum damaligen Zeitpunkt noch. An die ehemalige Mühle erinnert fast nichts mehr. Es soll vor nicht allzu langer Zeit noch ein altes Wegekreuz an der Straße gestanden haben, aufgestellt von Peter Jonas und Maria Christina Schmitt, die um 1800 die Mühle betrieben. Das Kreuz ist heute nicht mehr vor Ort.
Geschichte
Die Mühle ist dargestellt auf der Tranchotkarte sowie auf der „Karte des Jagdbezirks der ehemaligen Benediktinerpropstei Oberpleis“ (1805).
Freckwinkel wurde 1521 erstmals urkundlich erwähnt und in diesem Zusammenhang auch einer dortige Mühle.
Das Virtuelle Heimatmuseum Königswinter-Bergregion e.V. / Oberpleis hat online einen ausführlichen Beitrag zur Geschichte der Freckwinkeler Mühle verfasst, der hier nur kurz zusammengefasst werden soll:
- Mahlmühle gehörte zum Hof und Rittersitz Elsfeld, später Verkauf an die Besitzer des Jonashofs in Freckwinkel
- 1522 Verkauf des Rittersitzes mit Gut und Mühle an den Amtmann von Kastert, Gerhard von Trostorp (Verwandter)
- 1600 Verkauf des Rittersitzes mit Gut und Mühle Gothard von Scheidt und Frau Catharina
- 1650 Rittersitz Elsfeld und die Mühle zu Freckwinkel und den freien Hof zu Uthweiler geht an Engelbert von Scheidt zu Rott
- um 1680: Das feste Haus, die Wohnung der adeligen Besitzer zu Elsfeld, ist schon verfallen. Erben haben keinen Wohnsitz vor Ort zu Elsfeld
- 1698 Müller (Pächter) Anton Schwarz von Freckwinkel verstarb
- 1727 stirbt Sohn Hermann
- nach 1737 Peter Schwarz und Christine Hochstätter als Müller und Ackerer tätig, ab 1738 gingen sie in die Wahlfelder Mühle. Die Elsfelder Mühle zu Freckwinkel wurde von Anton Meiß übernommen.
Nachfolger in der Mühle zu Freckwinkel wurde Gerhard Bey, auch Beye. Er stammte aus der Nähe von Blankenberg und heiratete 1751 Elisabeth Behr aus der Mühle zu Ölinghoven.
- Nachfolger wurde Franz Beye, er starb aber schon 1780. Seine Ww. heiratete 1781 Peter Westerhausen aus Niederbuchholz. Die Familie verließ aber um 1788 die Mühle.
- Wer die Freckwinkeler Mühle anschließend bis 1806 betrieben hat, ist unklar. Vermutlich ist sie um diese Zeit von den Erben von Elsfeld an die Eheleute Wilhelm Jonas und Gertrud Kratz verkauft worden.
- Peter Jonas, ein Sohn von Wilh. Jonas und Gertrud Kratz, heiratete 1806 Maria Christina Schmitt von Bellinghausen und betrieb die jetzt zum Freckwinkeler Jonashof gehörende Mühle. Er erbte die Mühle nach dem Tod der Mutter 1819.
- Nach dem Tod der Eheleute betrieb der unverheiratete Sohn Matthias bis zu seinem Tode 1864 die Mühle weiter.
„In den Jahren 1868/69 wurde die Leistung aller Mahlmühlen wegen der Einführung einer neuen Mühlensteuer von den Behörden im Siegkreis neu eingeschätzt. Damaliger Besitzer oder Pächter war Bertram Kaspar. Nach mündlichen Überlieferungen ist die Mühle zu Freckwinkel um diese Zeit abgebrannt. Franz Jonas aus dem Dorf Freckwinkel, ein Verwandter der ehemaligen Besitzer, ist noch zur Mühle gelaufen und hat das Wasser auf das Rad geleitet, um damit zu löschen. Aber von unbekannter Hand wurde das Wasser abgestellt; man sprach damals von Brandstiftung. Genaueres ist aber nicht überliefert. Schon 1871 stand wenig oberhalb der alten Mühle ein neues Anwesen (im Volksmund Elsternest genannt). Wilhelm Jonas und Catharina Winterscheid hatten es gebaut.“ (www.virtuelles-heimatmuseum.de)
(Julia König, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2025)
Internet
www.virtuelles-heimatmuseum.de/oberpleis: Die Mühle zu Freckwinkel (abgerufen 11.04.2024)
www.wikipedia.de: Freckwinkel (abgerufen 11.04.2024)