Die Nonnenberger Mühle befindet sich am Ortsrand von Königswinter-Nonnenberg. Die ehemalige Getreidemühle wurde mit dem Wasser des Pleisbachs betrieben. Der Untergraben im Nordenwesten ist noch im Gelände erkennbar, der ehemals im Südosten vorgelagerte Mühlenteich wurde verfüllt.
Gebäude
Die Mühle ist Teil eines Dreiseithofes. Das Ensemble besteht aus Wohnhaus / Mühlengebäude, Stall und Scheune. Die Hofanlage ist zur Straße hin nach Osten offen. Das Erdgeschoss des Mühlengebäudes besteht aus Bruchstein, darüber Fachwerkbauweise. Das Gebäude wird heute ausschließlich als Wohnhaus genutzt. Das Wasserrad ist nicht erhalten, der Stauteich verfüllt. Ein in den Boden eingelassener Mühlstein erinnert an die frühere Nutzung.
Geschichte
In den Schriften zum virtuellen Museum Oberpleis finden sich unter anderem folgende Daten zur Geschichte der Nonnenberger Mühle:
Die ersten schriftlichen Nachweise zur Mühle stammen aus dem Ende des 16. Jahrhunderts:
Um 1592 ersuchte Daniel Kosten, Propsteiverwalter, Pächter des Fronhofs und als Schultheißen von Oberpleis, über den Amtmann von Blankenberg bei seinem Herzog, die ererbte Ölmühle zu Nonnenberg in eine Mahlmühle umzubauen.
Die erste erhaltene Urkunde über die Nonnenberger Mühle ist aus dem Jahre 1594. Hier ist unter anderem festgehalten, dass der Erbauer Daniel Kosten die neuerbaute Kornmahlmühle mit all ihren Rechten, wie er sie von seinem gnädigen Herren Fürst und Herzog von Berg erhalten, dem Herren Abt von Siegburg durch Tausch überlassen hat. Die Mühle zu Nonnenberg war die Zwangsmühle für die Bewohner der vier Honschaften Udenbach, Gratzfeld, Berghausen und Hasenpohl. Die Mühle lag aber abgelegen. Sie war zwischenzeitig unrentabel und blieb zeitweise sogar ungenutzt.
In den Akten der Abtei Siegburg [findet sich] ein Vertrag aus dem Jahre 1740, der die Nonnenberger Mühle betrifft. Demnach ist die Mühle wohl noch im Besitz der Propstei [Oberpleis], aber vor 1725 an Christian Heinrich Bennerscheid, 1698 -1737 Schultheiß von Oberpleis, verpachtet worden. [...] 1802 war Theodor Bennerscheid Müller zu Nonnenberg. [...] Sein Bruder Anton war Müller in Quirrenbach. 1814 hatte Theod. Bennerscheid eine Mühle in der Nähe von Allner gepachtet. Zu seiner Zeit wurden die Cameral Abgaben wegen des Wasserrechts abgeschafft und durch Gemeindesteuern ersetzt. (www.virtuelles-heimatmuseum.de)
1880 kauften die Meurers von Schnorrenberg im Kirchspiel Stieldorf die Mühle zu Nonnenberg.
Mitte der 1950er Jahre wurde eine Elektromühle angeschafft, um von der Wasserzufuhr unabhängig zu bleiben und noch bis Ende der 1950er Jahre gemahlen. Der Mühlenbetrieb und die Landwirtschaft wurden wenige Jahre später aufgegeben. Die Mühle blieb bis heute im Besitz der Familie Meurer. Der letzte Müller aus der Familie ist erst vor einiger Zeit verstorben.
Die ausführliche Beschreibung der Historie der „Mühle zu Nonnberg“ finden sich in den Schriften zum virtuellen Museum.
(Julia König, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2024/2025)
Internet
www.virtuelles-heimatmuseum.de: Schriften zum virtuellen Museum - Oberpleis: Die Mühle zu Nonnenberg (abgerufen am 28.11.2025)