Krötenstuhl bei der Wegelnburg in Nothweiler

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Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Schönau (Pfalz)
Kreis(e): Südwestpfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 03′ 37,79″ N: 7° 47′ 7,66″ O 49,0605°N: 7,78546°O
Koordinate UTM 32.411.274,18 m: 5.434.891,49 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.411.314,27 m: 5.436.626,44 m
  • Krötenstuhl bei der Wegelnburg in Nothweiler (1980)

    Krötenstuhl bei der Wegelnburg in Nothweiler (1980)

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  • Grundriss des Felsplateaus (2012)

    Grundriss des Felsplateaus (2012)

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Geschichte
Ähnlich der Burgengruppen Dahn oder Windstein (Nordelsass/F) bilden auch die Burgstellen Wachtfels und Krötenstuhl zusammen mit der großen Wegelnburg eine Burgengruppe, die letztlich ein fast 300 Meter langes Areal bedeckt. Ihre Zusammengehörigkeit ist urkundlich nicht nachweisbar, jedoch ist der geringe Abstand zur südwestlich gelegenen Wegelnburg sicherlich ein hinreichendes Indiz für diese These. Thomas Biller sieht in dicht beieinanderliegenden Burgstellen sekundär entstandene Sitze von Familienangehörigen der Burgherren.
Von Peter Paul Müller und Rüdiger Bernges in neuester Zeit entdeckte Bauspolien im Bereich eines bisher als (möglicher) Steinbruch angesehenen Areals zwischen Wachtfelsen und Krötenstuhl, vor allem aber Mauerspuren (Ringmauer?) am Südhang des Bergrückens unterstützen einerseits die These der Zusammengehörigkeit, lassen andererseits auch auf eine Gesamtanlage (Krötenstuhl und Wachtfelsen, möglicherweise sogar zusammen mit der Wegelnburg) schließen. (s. Müller, Bernges, S. 1)
Allgemein mangelt es an Schriftquellen zur Geschichte des Krötenstuhls. Auch fanden bisher keinerlei archäologische Untersuchungen statt, so dass letztlich die Frage der Zusammengehörigkeit oder baulichen Einheit derzeit noch nicht abschließend zu klären ist.

Baubeschreibung
Weniger als 100 Meter südwestlich des Halsgrabens der Wegelnburg erhebt sich auf dem fast 300 Meter langen Bergrücken der hoch aufragende Burgfelsen „Krötenstuhl“. Der Solitär weist eine Länge von fast 20 und eine Breite von ca. 4 Metern auf. Eine rechtwinklige Abarbeitung unter dem auskragenden, fast 10 Meter hohen Felsen verweist auf einen ehemaligen Raum. (s. Braselmann, S. 237) Im oberen Bereich sind die Felswände senkrecht geglättet. Auf der Südwestseite ist der ursprüngliche Zugang, der rampenförmig nach oben führt, deutlich erkennbar. Zur Rampe gelangte man ursprünglich mittels einer Holzkonstruktion. (s. Braselmann, S. 237)
Peter Paul Müller und Rüdiger Bernges, die 2012 den unzugänglichen Fels mittels einer großen Leiter erstiegen und dabei den bisher anschaulichsten Grundriss erstellen konnten, beschreiben das Felsplateau folgendermaßen:
Der gesamte Bereich auf dem Felsen ist überwuchert mit Brombeerhecken, Weidenbüschen und Brennnesseln. ... Am südlichen Ende des Felsplateaus sind mehrere unförmige Steine erhalten, die von einer Mauer stammen können, aber wegen der Unförmigkeit wenig aussagekräftig sind. Unmittelbar am Ende der Rampe findet sich jedoch ein großer, sehr akkurat gefertigter Glattquader (Fundstelle „4“ im Plan oben), der möglicherweise Teil einer quer zur Längsrichtung des Felsens verlaufenden Mauer war. Etwas weiter nördlich findet sich ein verschütteter Felsenkeller. Ohne Ausgrabung lässt sich nur sagen, dass er mindestens 1,50m tief und etwa 3,10m breit im Felsen liegt. In Längsrichtung Nord-Süd ist der Felsenkeller mindestens 2m lang zu erkennen. ... An der östlichen Felswand des Kellers, die hier etwa 50cm dick ist, befindet sich eine etwa 30cm breite Rinne sauber aus dem Fels geschlagen. … Es spricht jedoch viel dafür, dass der Felsenkeller eine Balkendecke hatte. Für eine Tank- oder Filtrierzisterne ist der Keller eigentlich zu groß dimensioniert. Am nördlichen Plateauende des Krötenstuhls ist der Felsen ganz sauber, glatt gearbeitet. Zusammen mit dem am Felsrand befindlichen Mauerauflager, das die eine Hälfte einer Sechseckform bildet, muss man hier einen turmartigen Bau - vielleicht in Analogie zur nahen Burg Wineck - vermuten„ (s. Müller, Bernges, S. 4)
Anzumerken ist, dass der Krötenstuhl mit einer alten, 1796 erstmals veröffentlichten Sage in Verbindung steht.

(Jürgen Keddigkeit, Kaiserslautern, 2023)

Internet
burginfo.de: “Die Wegelnburg nei Nothweiler. Neue Überlegungen und Hinweise zum Thema Vorburg„ (abgerufen am 18.03.2024)

Literatur

Bernges, Rüdiger (2003)
Felsenburgen im Wasgau. Wuppertal.
Keddigkeit, Jürgen; Übel, Rolf / Burkhart, U. (Hrsg.) (2005)
Pfälzisches Burgenlexikon. Band 3. I-N. Kaiserslautern.
Magdeburg, C.F.W. (1816)
Der Krötenstuhl. Die Brautschau, ein Mährlein von 1796. In: Gebrüder Grimm, Deutsche Sagen, Bd 1, S. 304-305. Berlin.
Schultz, Wolfgang (1987)
Die Wegelnburg. In: Heimatkalender für das Pirmasenser und Zweibrücker Land, S. 30-34. o. O.

Krötenstuhl bei der Wegelnburg in Nothweiler

Schlagwörter
Ort
76891 Nothweiler
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation

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Jürgen Keddigkeit: „Krötenstuhl bei der Wegelnburg in Nothweiler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-352102 (Abgerufen: 19. April 2024)
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