Die 12 Hektar große Raketenstation ist in den 1960er Jahren im Rahmen des westlichen Verteidigungsbündnisses zur Sicherung der NATO-Staaten gegen das Militärbündnis der Warschauer Pakt-Staaten entstanden. Sie war eine von neun Abschussbasen im Einzugsbereich des Rheins, die zur Abwehr von Luftangriffen errichtet worden ist, und gehörte zur Raketenstation Hinsbeck. Betrieben wurden die Raketenstellungen von der Bundeswehr, belgischen Streitkräften sowie der US-Armee.
Die ehemalige Raketenstation in der Wankumer Heide ist ein Denkmal der Zeitgeschichte und sollte deshalb als Areal in seinen Abmessungen erhalten bleiben. Sie steht beispielhaft für die Nachkriegszeit und das damit verbundene militärische Wettrüsten. Aus historischen, wissenschaftlichen und militärgeschichtlichen Gründen wurde sich für den Schutz und Erhalt der verbliebenen Raketenstation entschieden.
In den Jahren 2007 und 2008 wurde die Station in der Wankumer Heide zurückgebaut. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden 41 Gebäude (darunter Hallen, Wachtürme, Schießstände, Bunker etc.) abgerissen und, soweit möglich, mit Fundament entsorgt.
Die Splitterschutzwände sowie die in den Wällen befindlichen Bunker wurden hingegen belassen. Sie wurden übererdet und für Fledermäuse zu Quartieren umgestaltet. Diese sind gegen Wettereinflüsse sowie Störungen unzugänglich verschlossen worden.
Die Fläche ist heute Teil des FFH-Gebietes (Gebiete der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie) sowie des Naturschutzgebietes KLE-009 und wird von der Biologischen Station Krickenbecker Seen e.V. betreut. Die ehemalige Raketenstation wird mit Schafen, Rindern und Koniks beweidet und beherbergt eine hohe Artenvielfalt, sowohl an Pflanzen als auch an Tieren.
(Jennifer Markefka, Biologische Station Krickenbecker Seen, 2023)
Internet
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiet Heronger Buschberge, Wankumer Heide und Nette entlang der Müllemer Straße (KLE-009) (abgerufen 12.03.2024)