Neurather See im nördlichen rheinischen Braunkohlerevier

Martinssee

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Grevenbroich
Kreis(e): Rhein-Kreis Neuss
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 02′ 39″ N: 6° 35′ 28,73″ O 51,04417°N: 6,59131°O
Koordinate UTM 32.331.154,38 m: 5.657.496,98 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.541.512,90 m: 5.656.726,39 m
  • Karte des Rheinischen Braunkohlereviers (2013).

    Karte des Rheinischen Braunkohlereviers (2013).

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Der 13,2 Hektar große Neurather See entstand durch Flutung nach der Einstellung des dortigen Braunkohleabbaus 1985 im Restloch des Tagebaus Neurath-Nord. Durch die Aufschließung des Tagebaus nach der Einstellung des Abbaus durch das Martinswerk GmbH für chemische und metallurgische Produktion aus Quadrat-Ichendorf erhielte der See auch den Namen Martinssee.

Der Neurather See und seine Umgebung werden vor allem für die Naherholung genutzt. Das Seeufer ist durch einen Rundweg für Wanderer erschlossen. Das Baden ist dagegen aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Das Angeln ist erlaubt und der See wird vom Angelverein ASV Glückauf bewirtschaftet. Vorkommende Fische sind u.a. Karpfen, Rotaugen, Barsche, Schleien, Hechte, Zander und Aale.
In geringem Umfang werden in den See mittels zwischengeschaltete Bioklärteiche Kühlwasser der benachbarten RWE-Kraftwerke Frimmersdorf und Neurath eingeleitet. Wodurch die Wassertemperatur leicht erhöht wird und vergleichsweise später zufriert. Deswegen ist das Gewässer ein beliebter Winterrastplatz für Wasservögel, darunter teilweise auch bedrohte und seltene Arten.

Als Folge des Erdbebens vom 13. April 1992 mit Epizentrum in Roermond und mit einer Stärke von 5,8 auf der Richterskala rutschte die Uferböschung des Sees auf einer Fläche von ca. 900 Quadratmetern ab und Teile des Rundwanderweg wurden beschädigt.
Am Nordufer des Sees legte man seitens des RWE eine Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 3.700 Modulen auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern an. Die Anlage produziert jährlich ca. 270.00 Kilowattstunden. Diese Anlage ist die nördlichste Station der Straße der Energie

(Peter Burggraaff, im Auftrag der LVR-Denkmalpflege im Rheinland, 2022)

Internet
de.wikipedia.org: Liste der Hochkippen im Rheinischen Braunkohlerevier (abgerufen 04.11.2024)

Literatur

Brigitte Nixdorf; Hemm, M.; Schlundt, Anja; Kapfer, Maria; Krumbeck, Hartwig (2000)
Braunkohlentagebauseen in Deutschland. Gegenwärtiger Kenntnisstand über wasserwirtschaftliche Belange von Braunkohlentagebaurestlöchern. (Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Abschlußbericht F&E Vorhaben FKZ 29822240 Braunkohlentagebauseen in Deutschland.) S. 363, Cottbus.
Buschmann, Walter; Gilson, Norbert; Rinn, Barbara / Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.) (2008)
Braunkohlenbergbau im Rheinland. (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Nordrhein-Westfalen 1, Rheinland.) Worms.
Schölmerich, Uwe (2003)
Rekultivierungen und Haldenaufforstungen. Die forstliche Rekultivierung im rheinischen Braunkohlenrevier. In: Schulte, Andreas (Hrsg.): Wald in Nordrhein-Westfalen. Band 1: Landeskunde, Wald und Kulturlandschaftsgeschichte, Forstwirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit, S. 385-387. Münster.
Schumacher, Achim; Dworschak, Ulf; Weglau, Jochen / Forschungsstelle Rekultivierung (Hrsg.) (2011)
Rekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier. Exkursionsführer Teil II. Die Tagebaubereiche: Historie und Rekultivierung. Jüchen. Online verfügbar: forschungsstellerekultivierung.de, Exkursionsführer, abgerufen am 22.07.2020

Neurather See im nördlichen rheinischen Braunkohlerevier

Schlagwörter
Ort
41515 Grevenbroich - Neurath
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
Keine Angabe
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1985 bis 1990

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„Neurather See im nördlichen rheinischen Braunkohlerevier”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-344388 (Abgerufen: 21. April 2026)
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