Das imposante Haus Großer Markt Ecke Kirchstraße befindet sich an zentraler Stelle der Altstadt von Montabaur und stellt ein herausragendes Beispiel des regionalen Fachwerkbaus dar. Das Gebäude wurde vermutlich nach der Zeit der großen Stadtbrände von 1534 um 1560 erbaut. Nach einem Totschlag Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude in zwei separate Teile unterteilt. Diese Zweiteilung ist bis heute geblieben. Aktuell befinden sich in den beiden Häusern Geschäftsräume.
Gebäude Charakteristisch am Fachwerkhaus Großer Markt 16-18 sind die beiden Erker an der Giebelseite. Auf der Höhe des Dachgeschosses treten diese leicht aus der Fassade hervor in Richtung Straße. An mehreren Stellen in der Fassade wird die Zweiteilung des Gebäudes in zwei einzelne Wohneinheiten deutlich. So beispielsweise in der unterschiedlichen Ausgestaltung der Fenster sowie des Fachwerks in den Erkern. Auf der rechten Seite ist das Fachwerk im sogenannten „Fünferkreuz“ stilisiert. Dieses bildet eine Kombination aus einer Raute und einem Andreaskreuz. Im linken Erker dagegen sind die Hölzer des Andreaskreuzes leicht nach rechts gedreht. Die Fassade des Hauses Nr. 16 ist nachträglich verbreitert worden.
Erkertürmchen, wie an diesem Gebäude, können seit der Gotik und Renaissance als typische Bauelemente an Bürgerhäusern beobachtet werden. Aufgrund ihrer Eigenschaft, aus der Fassade hervorzutreten und über die Traufhöhe hinaus zu reichen, erweiterten sie den Wohnraum des jeweiligen Geschosses. Da Erker häufig einen polygonalen (mehrseitigen) Grundriss haben, bieten sie eine Maximierung der Wandfläche. Dadurch können mehrere Fenster untergebracht werden, als bei einer flachen Fassade was den Lichteinfall ins Gebäude steigert. Getragen werden die beiden Erkertürmchen mit Stützbalken, die im Fachwerk des darunterliegenden Geschosses integriert sind. Die polygonale Ausformung der Erkergrundfläche wird im Dach wieder aufgegriffen. Diese sind - wie auch das Hauptdach des Gebäudes - mit Schiefer gedeckt.
Geschichte Das Haus wird erstmals im Jahr 1589 als „Gasthaus zum Bären“ erwähnt. Im Jahr 1722 erhielt es den Namen „Zum römischen Kaiser“. Ein Umbau des Erdgeschosses fand vermutlich im Jahr 1746 statt, was mit einer Umbenennung der Gaststätte wiederum in „Gasthaus zum Bären“ einhergeht. Eine Erzählung berichtet über einen Familienstreit um das Jahr 1758, der mit einem Totschlag endete und zum Eingreifen der kurfürstlichen Verwaltung führte. Auf Weisung der Behörde wurde das Gebäude in zwei getrennte Einheiten unterteilt, wobei als Gaststätte nur noch die rechte Haushälfte genutzt werden durfte. Diese Zweiteilung hat bis heute Bestand.
Im Volksmund wird das Gebäude auch als „Salzlagerhaus“ bezeichnet, wobei es jedoch nicht belegt ist, ob dort in nassauischer Zeit (1802-1866) tatsächlich ein Lager existierte. Belegt ist dagegen, dass für die Jahre 1852, 1858 und 1859 ein Magazinverwalter für die „Salz-Magazinverwaltung“ namentlich bekannt ist und gegenüber gewohnt haben soll.
Die Ära als Gaststätte endete endgültig im Jahr 1928; die Räumlichkeiten wurden bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts von einem Möbelgeschäft in Anspruch genommen. In der linken Hälfte etablierte sich ein Textil- und Modegeschäft. Die Fachwerkfassade war viele Jahre unter einem Betonputz verborgen und wurde im Jahre 1987 freigelegt.
Das Fachwerkhaus Großer Markt 16-18 wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Westerwaldkreis geführt (Stand 2022). Der Eintrag lautet: „Großer Markt 16/18 ehem. Salzlagerhaus, angeblich 1560; dreigeschossiges Eckwohnhaus, tlw. massiv, Fachwerk 16. Jh., Nr. 16 in Fachwerk verbreitert“
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