Rondell „Am Bär“ in Rees

Rundeyl, Rundbastei

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Fachsicht(en): Archäologie
Gemeinde(n): Rees
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen)
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 45′ 30,3″ N: 6° 24′ 5,83″ O 51,75842°N: 6,40162°O
Koordinate UTM 32.320.675,54 m: 5.737.363,80 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.527.773,68 m: 5.736.100,07 m
  • Rees. Rondell Am Bär (2022)

    Rees. Rondell Am Bär (2022)

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  • Rees. Stadtmauer beim Rondell Am Bär (2022)

    Rees. Stadtmauer beim Rondell Am Bär (2022)

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  • Rees (2021), Festungsmauer Am Bär. Blick nach Norden

    Rees (2021), Festungsmauer Am Bär. Blick nach Norden

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  • Rees, Rondell (2021). Blick über den Festungswall Richtung Rhein, im Hintergrund die Stadtmühle

    Rees, Rondell (2021). Blick über den Festungswall Richtung Rhein, im Hintergrund die Stadtmühle

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  • Rees - Am Bär, Rondell, Blick von Nordwest (2021)

    Rees - Am Bär, Rondell, Blick von Nordwest (2021)

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  • Rees, Rondell "Am Bär" (2021), das Denkmal "Der Bärenmann".

    Rees, Rondell "Am Bär" (2021), das Denkmal "Der Bärenmann".

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  • Rees - Am Bär, Rondell. Denkmal "Der Bärenmann" (2021)

    Rees - Am Bär, Rondell. Denkmal "Der Bärenmann" (2021)

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  • Rees - Am Bär, Rondell. Denkmal "Der Bärenmann" (2021)

    Rees - Am Bär, Rondell. Denkmal "Der Bärenmann" (2021)

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  • Rees, Rondell "Am Bär" (2021), die Erläuterungstafel am Denkmal "Der Bärenmann".

    Rees, Rondell "Am Bär" (2021), die Erläuterungstafel am Denkmal "Der Bärenmann".

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  • Rees, Bastion Am Bär. Mörser von 1599 (2022)

    Rees, Bastion Am Bär. Mörser von 1599 (2022)

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  • Rees, Bastion Am Bär. Mörser von 1599 (2022)

    Rees, Bastion Am Bär. Mörser von 1599 (2022)

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  • Rees, Bastion Am Bär. Mörser von 1599 (2022)

    Rees, Bastion Am Bär. Mörser von 1599 (2022)

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  • Rees, Bärenwall und Rondell, Straße Am Bär

    Rees, Bärenwall und Rondell, Straße Am Bär

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  • Rees, Am Bär. Bärenwall und Straße Am Bär (etwa 1935)

    Rees, Am Bär. Bärenwall und Straße Am Bär (etwa 1935)

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    Stadt Rees, Stadtarchiv
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In der südöstlichen Ecke der Reeser Stadtbewehrung liegt das Rondell „Am Bär“. Der Name stammt von der Sage aus der Zeit des Achtzigjährigen Krieges. Beeindruckend sind die mächtigen Mauern, die vor allem an der Außenseite vom Rhein her zu sehen sind. Das Rondell ist von der Stadt her begehbar und schließt unmittelbar an die beiden Wallwege über den Festungsanlagen an.
Im Zuge der umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Kasemattenanlage konnten bei archäologischen Untersuchungen der Firmen »W.S. van de Graaf Archäologie« und »Büro für Burgenforschung Dr. Zeune« zahlreiche Hinweise auf die komplexe Baugeschichte der Eckbastion ermittelt werden.

Älteste Spuren gehören zur mittelalterlichen Stadtmauer von Rees, deren Baubeginn am Ende des 13. Jahrhunderts bis Anfang des 14. Jahrhunderts datiert. Mit diesem Rundturm als Eckbefestigung war zugleich auch ein Schutz vor den Gefahren durch Eisgang und Hochwasser des Rheins gegeben.

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts modernisierte die Reeser Bürgerschaft ihre Befestigung an neuralgischen Punkten mit großen Artillerierondellen. Um 1580 erweiterte sie den Eckturm der Stadtbefestigung auf den jetzigen Bauumfang. Der Umriss ist halboval, der Verlauf durch zahlreiche Umbauten unregelmäßig. An der Außenwand fallen die zahlreichen Flickungen auf, die durch Schäden durch Beschuss und Rheinhochwasser und Eisgang entstanden. In Innern baute man mehrere gewölbte Kammern ein. Wie in der Bastei am Westring von 1583 gab es Rundlochscharten für Handfeuerwaffen. Man erneuerte die nördliche Schießkammer mit einem Tonnengewölbe, auch die südliche Schießkammer erhielt ein Gewölbe. Beide Gewölbe enthielten Deckenluken zur besseren Belüftung und zum Abzug des Pulverdampfes. Die Rheinfront sicherte man mit einem Orillon, einem eingezogenen Ohr. Damit ergab sich freies Schussfeld entlang der Flanke bis zum Mühlenturm. Nach Norden wurde kein Orillon benötigt, da die Bastion am Museum die Flanke sicherte.

Im Achtzigjährigen Krieg (1568 bis 1648) wurde die Stadt 1598 von den Spaniern eingenommen. Noch unter spanischer Besatzung oder direkt nach deren Abzug entstand ein zeitgemäßer Festungsring mit fünf pentagonalen Bastionen vor der alten Stadtmauer. In dieser Zeit baute man an das Eckrondell einen Rundturm an, mit einem Außendurchmesser von 8,5 Metern. Das Innern der Anlage erweiterte man zu einem massiven Artillerierondell mit Maulscharten. Dies sind Schießscharten für Artillerieschütze.
Zwischen 1654 und 1671 wurde der Rhein in sein heutiges Bett verlegt, in dem man die Rheinschleife, die bis dahin östlich von Rees verlief, an ihrer schmalsten Stelle durchstach. Damit floss der Rhein nicht mehr unmittelbar am Rondell vorbei.
Während der französischen Besatzung von Rees (1672 bis 1690) folgte ein Umbau der Innenanlagen mit einem T-förmigem Gangsystem. Die Kasematten nutzte man als Pulvermagazin. Dazu verdämmten sie das Gebäudeinnere und legten auf einem wesentlich höheren Niveau jene gewölbten Korridore an, die das Rondell noch heute von der Stadt her erschließen.

Im Zweiten Weltkrieg dienten die Kasematten als Luftschutzbunker für Reeser Bevölkerung. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fügte man das Rondell in den Hochwasserschutz ein. Statische Probleme im Inneren der südlichen Kasematte machten 2002/2003 Bauuntersuchungen und archäologische Grabungen erforderlich. Es folgten die auf den Ergebnissen basierenden statischen Sicherungen. Das Rondell wurde im Frühjahr 2003 durch das Büro für Burgenforschung Dr. Zeune fachgerecht teilentschuttet. Seit 2014 ist die Kasematte bei Stadtführungen zu besichtigen.

Sage vom Bärenwall
Im Befreiungskrieg der Niederländer hatten die Spanier im Jahre 1598 die Stadt Rees besetzt. Zur Sicherung waren die Wallanlagen und Befestigungswerke mit spanischen Wachtposten besetzt.
Ein spanischer Hauptmann wollte die Furchtlosigkeit seiner Soldaten erproben. Er hüllte sich in das Fell eines Bären und erschien so nachts auf dem Festungswall, laut brummend und aufrecht stehend. Bei diesem Anblick flohen die meisten der Wachsoldaten.
Einer jedoch zeigte Mut und schoss auf den vermeintlichen Bären. Beim Nachschauen fand man im Fell den toten Hauptmann. Seit dieser Zeit heißt das Rondell „Am Bär“ (nach Erläuterungstafel vor Ort, VVV Rees 1995). Die Bronzeplastik „Spanischer Offizier“ stammt von Dieter von Levetzow 1989.

(Claus Weber, LVR-Redaktion KuLaDig, 2022)

Quellen
Grabungsberichte der Firma W.S. van de Graaf Archäologie im Ortsarchiv des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland (OA-Nummer 3093 029).

Internet
www.stadt-rees.de: Broschüre „Historische Stadtumwehrung (PDF-Datei 1,6 MB, abgerufen 17.02.2022)
www.stadt-rees.de: Broschüre “Spaziergang durch Rees„ (PDF-Datei 3,5 MB, abgerufen 18.02.2022)
www.stadt-rees.de: Broschüre “Skulpturenrundgang durch Rees„ (PDF-Datei 9,3 MB, abgerufen 25.02.2022)
de.wikipedia.org: Chronologische Liste zur Geschichte von Rees (abgerufen 17.02.2022)

Literatur

Wroblewski, Jens-Holger; Zeune, Joachim (2004)
Das Rondell ‚Am Bär‘ - eine ganz verzwickte Baugeschichte. In: Archäologie im Rheinland 2003, S. 162-164. Stuttgart.

Rondell „Am Bär“ in Rees

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Bär
Ort
46459 Rees
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Bodendenkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 1280 bis 1320

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Claus Weber (2022): „Rondell „Am Bär“ in Rees”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343474 (Abgerufen: 16. Juni 2024)
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