Wasserturm des Bahnbetriebswerkes Altona

Altonaer Bahnwasserturm

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Hamburg
Kreis(e): Hamburg
Bundesland: Hamburg
Koordinate WGS84 53° 33′ 36,51″ N: 9° 56′ 5,77″ O 53,56014°N: 9,93494°O
Koordinate UTM 32.561.927,99 m: 5.934.991,15 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.562.023,08 m: 5.936.926,70 m
  • Hamburg-Altona, Wasserturm Betriebswerk Altona (2022)

    Hamburg-Altona, Wasserturm Betriebswerk Altona (2022)

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  • Wasserturm im Betriebswerk Hamburg-Altona (2010)

    Wasserturm im Betriebswerk Hamburg-Altona (2010)

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    Hamburg-Altona, Wasserturm Betriebswerk Altona (2022)

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    Hamburg-Altona, Wasserturm Betriebswerk Altona (2022)

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Der Wasserturm des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Altona ist stadtbildprägend für Altona. Er ist eingetragenes Baudenkmal und soll dem zukünftigen Stadtteil Neue Mitte als Landmarke dienen (nach Pressemeldung der Stadt Hamburg vom 27. Januar 2022).

Der markante Wasserturm wurde 1954 bis 1955 errichtet und diente der Wasserversorgung im ehemaligen Bahnbetriebswerk Altona. Er ersetzte zwei ältere Wassertürme von 1893 bzw. 1895, die im Krieg zerstört bzw. 1954 abgerissen wurden. Das Wasser war für die Versorgung der Dampflokomotiven vorgesehen, von denen im Eröffnungsjahr 1955 noch rund 300 in Altona stationiert waren. Das Wasser wurde in den Hochbehälter im Kopf des Turmes gepumpt. Von dort gelangte es mit eigenem Druck zu den Lokkränen bzw. den anderen Versorgungseinrichtungen.
Der Turm aus Stahlbeton hat eine Höhe von 37 Metern. Im oberen Teil steht ein zylindrischer Flachbodenbehälter mit einem Fassungsvermögen von 500 Kubikmetern. Im unteren Teil befindet sich der Treppenaufgang. Auffallendes Architekturmerkmal sind die vier markanten am Treppenturm angesetzten Vorlagen, die sich nach unten verjüngen. Der runde Turmkopf verjüngt sich ebenfalls nach unten. Er schließt mit einem Fensterband ab und besitzt ein flaches Kegeldach (Angaben nach Wikipedia).
Das Wasser war zunächst nur für die Versorgung der Dampflokomotiven mit Speisewasser vorgesehen. Im Laufe der 1960er- und 1970er-Jahre nahm die Anzahl der Dampfloks in Altona kontinuierlich ab, sie wurden durch Diesel- und Elektroloks ersetzt. Am 30. September 1972 verließ die letzte Dampflok das Bahnbetriebswerk. Danach behielt die Deutsche Bundesbahn die Nutzung des Turmes bzw. der Wasser bei. Es wurde für die Reinigung von Wagen, zum Befüllen der Wassertanks der Personenwagen und für verschiedene Einrichtungen des Bahnbetriebes genutzt. Ein weiterer Teil wurde an die Holsten-Brauerei verkauft.

Die Nutzung des Turmes endete 2003. Zur Sicherung des bedeutenden Baudenkmals hat die Hamburgische Denkmalschutzpflege den Altonaer Bahnwasserturm in die Liste der anerkannten Denkmäler aufgenommen. Dennoch erfolgten jahrelang keine bestandssichernden Maßnahmen.
Große Teile des Geländes des ehemaligen Bahnbetriebswerkes und des heutigen Kopfbahnhofes sind für die Entwicklung des neuen Stadtteils „Neue Mitte Altona“ überplant. Es sind Wohnungen, Gewerbe- und Grünflächen vorgesehen. Der Wasserturm soll dabei als Landmarke dienen. Das Interesse der Stadt ist zudem, eines der wenigen alten Wahrzeichen von Hamburg-Altona zu erhalten.

Bahnbetriebswerk Altona
Das Bahnbetriebswerk (Bw) des Bahnhofes Altona wurde ab 1890 errichtet. Dies stand im Zusammenhang mit der Verlegung und Neubaus des Bahnhofes Altona in die heute noch genutzte Lage. Es liegt zwischen den Strecken nach Kiel und der Verbindungsbahn Richtung Hauptbahnhof Hamburg.
Das Werk wurde 1895 eröffnet und war eines der größten im Deutschen Reich. Nach 1906 wurden auch die Lokomotiven für die Fernzüge ab dem neuen Hamburger Hauptbahnhof hier gewartet. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden die Anlagen immer wieder dem neuesten Stand der Technik angepasst. Mit der Einführung der Triebwagen-Schnellverkehre zwischen Hamburg und Berlin wurden Neubauten für Wartungsmöglichkeiten der Dieseltriebwagen erforderlich.
Im Zweiten Weltkrieg gab es keine größeren Schäden im Bw. Allerdings wurden die beiden Wassertürme getroffen, einen davon konnte man wieder herstellen. In den 1950er Jahren folgten weitere Modernisierungen und Anpassungen der Anlagen. Vor allem Anlagen zur Versorgung der Diesellokomotiven und Dieseltriebwagen wurden erforderlich. Bis 1965 kam die Elektrifizierung der Strecken nach Hannover und Osnabrück und damit die Wartung der Elektrolokomotiven hinzu. 1972 wurde die letzte Dampflokomotive abgezogen.
Nach der Auflösung des Bahnbetriebswerks Hamburg-Altona am 31. Dezember 1982 übernahm das Bahnbetriebswerk Hamburg-Eidelstedt seine Funktion. Bis 1991 dienten die Anlagen noch zum Abstellen von Lokomotiven; einzelne Gleise werden noch heute genutzt. Ein Großteil der Gebäude und Anlagen ist zwischenzeitlich abgerissen worden. Das Gelände wird aktuell für die geplante neue Nutzung vorbereitet. Nach Einstellung des Schienenverkehrs im Bahngelände Hamburg-Altona könnte mit der Sanierung 2027 begonnen werden.

Hinweise
Der Wasserturm ist eingetragenes Baudenkmal der Stadt Hamburg (s. Denkmalliste der Stadt Hamburg, Stand 2022)
Es wird ein Modell des Wasserturms im Maßstab 1:87 (H0) für Modelleisenbahnen angeboten.

(Claus Weber, 2022)

Quelle
Pressemeldung der Stadt Hamburg vom 27. Januar 2022

Internet
www.hamburg.de: Denkmalliste Altona (PDF-Dokument, 2,3 MB; abgerufen 31.1.2022)
www.hamburg.de: Stadt Hamburg: Denkmalgeschützte Bauwerke im Projektgebiet Neue Mitte Altona (Abgerufen 31.1.2022)
de.wikipedia.org: Wasserturm (Bahnbetriebswerk Hamburg-Altona) (Abgerufen 31.1.2022)
bildarchiv-hamburg.com: Bilder zum Wasserturm und zum Bahnbetriebswerk Altona (Abgerufen 31.1.2022)
www.bahnbetriebswerke.de: Porträt des Bahnbetriebswerks Hamburg-Altona (Abgerufen 31.1.2022)
de.wikipedia.org: Bahnbetriebswerk Hamburg-Altona (Abgerufen 31.1.2022)

Literatur

Schmidt, Jens U. (2011)
Wassertürme in Bremen und Hamburg. Hansestädtische Wassertürme. Cottbus.

Wasserturm des Bahnbetriebswerkes Altona

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
An der Kleiderkasse
Ort
22765 Hamburg - Altona
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Denkmal gem. § 6 DSchG Hamburg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Vor Ort Dokumentation
Historischer Zeitraum
Beginn 1954 bis 1955

Empfohlene Zitierweise

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Claus Weber (2022): „Wasserturm des Bahnbetriebswerkes Altona”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343440 (Abgerufen: 30. November 2022)
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