Grubenfeld Haans Loch in Plaidt

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Plaidt
Kreis(e): Mayen-Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 23′ 33,45″ N: 7° 23′ 10,27″ O 50,39263°N: 7,38618°O
Koordinate UTM 32.385.290,06 m: 5.583.530,83 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.598.613,86 m: 5.585.000,28 m
  • Blick auf die Grube Haans Loch in Plaidt, in der Tuffstein im Tagebau gewonnen wurde (1911)

    Blick auf die Grube Haans Loch in Plaidt, in der Tuffstein im Tagebau gewonnen wurde (1911)

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  • Blick auf den Weiher Haans Loch in Plaidt (1920)

    Blick auf den Weiher Haans Loch in Plaidt (1920)

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Dort, wo in Plaidt die Morangiser Straße auf die Friedhofstraße trifft, befindet sich heute ein Kinderspielplatz. Ursprünglich aber befand sich an diesem Ort das sogenannte „Haans Loch“, eine ein Tagebau-Abbaustelle für Tuff und Trass. Ihren Namen verdankt dieses Grubenfeld einer Kölner Unternehmerfamilie.

Geschichte
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gewann die aus Köln stammende Familie Haan in dem nach ihnen benannten Grubenfeld Tuff im Tagebau. Bereits vor der Tuffsteinausbeute in Haans Loch besaßen die Brüder Jacob Joseph Haan (1806-1886) und Viktor Hubert Haan (1811-1897) Grundbesitz in Plaidt, so. So auch das Hofgut „Pommerhof“.

Spätere und heutige Nutzung
Um die Gewinnung des Tuffsteins in dieser Grube zu ermöglichen, wurde das aufsteigende Grundwasser in den nahegelegenen Krufter Bach abgepumpt. Nach der Einstellung des Betriebs lief die Grube voll, der Weiher Haans Loch war entstanden. Derartige Weiher (auch Kaulen genannt), die ihren Ursprung im Tuffabbau haben, gab und gibt es in Plaidt mehrere. Direkt gegenüber von Haans Loch war das die Krebsekaul. Auf deren verfülltem Terrain ist heute der neue Teil des Friedhofs angesiedelt. Noch offene Weiher sind die bei Kretz gelegene Fuchskaul und die Scharbeskaul im Gottschalksmühlenweg.
Der Bereich zwischen Friedhofstraße und Kretzer Straße wurde bereits zu Beginn der 1920er Jahre im Rahmen der „Cuno-Arbeiten“, benannt nach dem damaligen Reichskanzler Wilhelm Cuno, zum Teil aufgefüllt. Haans Loch wurde letztlich 1956 geschlossen. Das Gelände diente bis Mitte der 1960er Jahre dem Fuhrunternehmen Karl Körner als Abstellplatz für seine Lastwagen. Seit Ende der 1960er Jahre befindet sich dort ein großer Spielplatz.

(Luisa Gitzen, Universität Koblenz-Landau, 2021 / Mit freundlichen Hinweisen von Maria Zaar-Görgens, Frank Neupert und Wolgang Horch)

Literatur

Horch, Wolfgang (2004)
Ganz Plaidt ist unterhöhlt. Tuffsteinabbau, Stollen, Höhlen und Bunker; Teil 2: Der Bereich östlich von Bahnhof- und Hauptstraße. In: Plaidter Blätter, Nr. 2, S. 31-49. Plaidt.
Hunold, Angelika (2011)
Das Erbe des Vulkans. Eine Reise in die Erd- und Technikgeschichte zwischen Eifel und Rhein. Regensburg u. Mainz.
Lohner, Otmar (2007)
Plaidt vor 50 Jahren. Ortschronik Juli 1956 bis Juni 1957. Plaidt.
Morbach, Hans / Ortsgemeinde Plaidt (Hrsg.) (1983)
Plaidt in der Pellenz. Koblenz.
Unger, Erwin; Neupert, Frank (2018)
Plaidt vor 50 Jahren. Ortschronik Juli 1967 bis Juni 1968. In: Plaidter Blätter, 97, Plaidt.

Grubenfeld Haans Loch in Plaidt

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Friedhofstraße
Ort
56637 Plaidt
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1850

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Luisa Gitzen (2021): „Grubenfeld Haans Loch in Plaidt”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343249 (Abgerufen: 26. November 2022)
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