Josefskapelle bei Koblenz-Lay

Marienkapelle

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Koblenz
Kreis(e): Koblenz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 18′ 37,47″ N: 7° 32′ 6,36″ O 50,31041°N: 7,5351°O
Koordinate UTM 32.395.694,51 m: 5.574.170,27 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.395.727,93 m: 5.575.960,24 m
  • Josefskapelle (Marienkapelle) bei Koblenz-Lay (2021)

    Josefskapelle (Marienkapelle) bei Koblenz-Lay (2021)

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Marien- früher Josefskapelle auf dem Layer Berg

Die jüngste Kapelle befindet sich auf dem Layer Berg, sichtbar am Weg gelegen. (In der Reusch, Gemarkung Lay, Flur 3, Flurstück 203)

Eine Josefskapelle, wie sie früher hieß, wirft Fragen auf. Die Umstände, die zu ihrer Errichtung führten, öffnen den Blick auf dramatische Ereignisse, die wohl immer im Gedächtnis der Familie blieben.

Im Jahre 1885 ließ die Witwe Elisabeth Schaefer, geb. Bersch aus Lay (27.12.1827 +25.5.1905) die Kapelle errichten. Sie erfüllte damit die Weisung ihres Sohnes Johann Wilhelm (28.5.1862 +8.1.1928). Dieser war ein Jahr zuvor als junger Mann im Alter von 22 Jahren in die Steyler Mission eingetreten. Aus dem Schriftverkehr mit dem Bischöflichen Generalvikariat Trier erfahren wir seinen Wunsch, dass in der zu erbauenden Kapelle eine Josefsstatue aufgestellt werden solle. (BATr 71/126 Nr. 28). Warum Johann Wilhelm nach gut einem Jahr die Steyler Mission verließ, ist nicht bekannt. Aber wir erfahren seinen Eintritt bei den Barmherzigen Brüdern von Maria Hilf nach 8 Jahren am 10.11.1893 (Archiv der Barmherzigen Brüder, Trier, Dr. Simmer, 20.1.22). Als Bruder Quirinus lebte er sein Leben als Krankenbruder und beendete es am 8.1.1928 in Trier.

Warum der junge Mann das klösterliche Leben wählte, ist nicht bekannt. Tatsache ist jedoch, dass seine Familie von einem schweren Schicksal getroffen und sicherlich überschattet war. Das grausame Unglück ereilte die Familie Schäfer in der Nacht des 10.2.1830. Vor dem verheerenden Moseleisgang hatte sich der Wirt Martin Schäfer mit seiner Familie in die Dachmansarde seines Wirtshauses „Zu den drei Kronen“ an der Moselstraße geflüchtet. Doch die gewaltigen Eismassen begannen, das Haus zu zerstören.

Das eiskalte Wasser stieg ihm schließlich bis an die Schultern. Seine 9jährige Tochter Anna Maria versuchte er mit einem Arm hochzuhalten, den 7jährigen Sohn mit dem anderen. Seine Frau klammerte sich an seinen Hals. Als endlich Hilfe kam, konnte sich das Mädchen nicht mehr halten und ertrank vor den Augen der entsetzten Eltern!

Eigentlich war Bruder Quirinus´ Vater Peter Schäfer auch dabei gewesen -im schützenden Leib seiner schwangeren Mutter!

Als der Sommer kam, am 20.6.1830, wurde er geboren. Peter Schäfer heiratete Elisabeth Bersch und übernahm später das Gasthaus. Er starb mit 48 Jahren und hinterließ die 17jährige Tochter Barbara (heiratet Wilhelm Flöck) und den 16jährigen Johann Wilhelm (später Bruder Quirinus). Das Drama der Schreckensnacht, der Verlust des Kindes und die Errettung werden wohl immer im Gedächtnis der Familie geblieben sein.

Leider wurde die Kapelle im Laufe der Zeit immer wieder zerstört und so baute man sie im Jahr 1930 zur Jagdhütte um. In ihr fanden während des II. Weltkrieges zahlreiche Menschen Schutz vor Bombentreffern. Doch nach dem II. Weltkrieg wurde sie wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückgebracht. Da der Innenraum kahl und leer war, diente er nur noch als Unterstand und Schutz vor Regen. Im Jahr 1967 renovierte sie der Verein der Heimatfreunde Lay als Schutzhäuschen für Wanderer.

Durch private Initiative des Herrn Gehenzig aus Güls entstand im Jahr 1993 wieder ein kleiner Marien-Andachtsraum. Frau Gehenzig berichtet: „Nach umfangreicher Instandsetzung wurde die Kapelle vom Gülser Pastor Elberskirch eingesegnet. Nach erneuter Verwüstung der Kapelle und Instandsetzung weihte sie der Kaplan ein.“

(Hedwig Herdes, Koblenz-Lay 2022)

Quellen
STA Koblenz, Familienbuch Lay, FB 305
Bistumsarchiv Trier BA Trier 71/126 Nr. 28, vom 4.5.1885
General-Archiv Barmherzige Brüder Trier, Angaben Dr. Simmer 20.1.2022
Totenzettel Bruder Quirinus v. Frau Amalie Flöck
Angaben: Wwe. Gehenzig, Güls 17.Jan. 2022
Angaben zum Kapellenbau: Frau Amalie Flöck +1998 (ihre Schwiegermutter war die Schwester von Bruder Quirinus)
Brief von Bruder Quirinus v.17.11.1901 an Mutter: Frau Amalie Flöck

Literatur

Herdes, Hedwig (2003)
Das Moseleisgangslied…. In: Aus der Geschichte des Ortes Lay an der Mosel, S. 168-184. o. O.
Theisen, Richard (2000)
Flurdenkmäler unserer Gemarkung. In: Rund um Lay, S. 99-100. S. 102-103, o. O.
Theisen, Richard (2000)
Rund um Lay. Heft 2. Koblenz-Lay.

Josefskapelle bei Koblenz-Lay

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Layer Bergweg
Ort
56073 Koblenz - Lay
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1885 bis 1967

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Hedwig Herdes: „Josefskapelle bei Koblenz-Lay”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343083 (Abgerufen: 27. Mai 2024)
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