Bruchwände
Im heutigem Wandprofil am Silbersee lassen sich sowohl römische, mittelalterliche und moderne Bruchsolen ablesen (siehe Abbildung in der Mediengalerie). Oberhalb der modernen Grube sind römische und mittelalterliche Steinbrüche erhalten.
Abbau zur Zeit der Römer
Die zeitliche Einordnung der Gruben am Silbersee erfolgt über erhaltene Werkzeugspuren an den Basaltlava-Säulen der Brüche. Die Römer nutzten für die Gewinnung von geeigneten Blöcken die sog. Keiltaschen-Technik. Mit Zweispitz, Spitzeisen und Fäustel wurden Riehen von Keiltaschen in den Steingetrieben. Durch vortreiben von Eisenkeilen wurden die Säulen dann aus dem Verband gebrochen und weiter aufgespaltet. Die „abgekeilten“ Steinsäulen wurden häufig direkt am Bruch zu Handmühlen weiterverarbeitet. Der während der Produktion anfallende Schutt wurde an bereits ausgebeuteten Stellen des Bruchs angehäuft. Bei Handmühlen handelte es sich um Haushaltsmaschinen, die sich aus kreisrunden Steingeräten - Bodenstein und Läufer - zusammensetzten. Der obere Stein hatte einer Vertiefung zur Mitte hin, damit die Getreidekörner nachlaufen. Mit ihrer Hilfe wurde Getreide zu Mehl gemahlen. Das poröse, scharfkantige und sich immer wieder selbst schärfende Gestein eignete sich sehr gut zum Mahlen von Mehl.
Moderner Abbau
Zur Zeit des modernen Steinabbaus wurde im Bereich des heutigen Silbersees Basaltlava in größerem Stil über Tage abgebaut. Kleinere Abbaustellen, wie die römischen, wurden in den modernen Brüchen freigelegt. Die bestehenden Schutthügel aus römischer Periode wurden dabei entfernt und mit Loren in Brechwerke transportiert. In den Brechwerken wurde der Schutt zu Schottersteinen weiterverarbeitet. Die Firma Krämer arbeitete in ihrer Grube mit Presslufthämmern. Deren Spuren sind heute noch an verschiedenen Basaltlavasäulen erkennbar. Da die Grube Krämer unterhalb des Grundwasserspiegels lag, musste das drückende Wasser abgepumpt werden. Nach der Stilllegung des Bruchs füllte sich die Grube mit Grundwasser. Der Silbersee bietet als künstlicher See vielen Tieren und Pflanzen im Mayener Grubenfeld einen Lebensraum.
(Florian Weber, Universität Koblenz-Landau / freundliche Hinweise von Herrn Hans Schüller vom Geschichts- und Altertumsverein Mayen, 2020)
Quelle
Vulkanpark Infotafel zum Mayener Grubenfeld.