Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein

Nürnberger Hof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Wiesbaden
Kreis(e): Wiesbaden
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 03′ 41,56″ N: 8° 09′ 48,24″ O / 50,06154°N: 8,1634°O
Koordinate UTM 32.440.120,32 m: 5.545.808,60 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.440.171,40 m: 5.547.587,60 m
  • Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein (2020)

    Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein (2020)

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  • Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein von unterhalb der Gartenterrasse aus westlicher Richtung fotografiert (2020).

    Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein von unterhalb der Gartenterrasse aus westlicher Richtung fotografiert (2020).

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  • Östlicher Eingang zum Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein (2020).

    Östlicher Eingang zum Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein (2020).

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  • Der Goethestein, Denkmal und Aussichtsplattform bei Wiesbaden-Frauenstein (2020)

    Der Goethestein, Denkmal und Aussichtsplattform bei Wiesbaden-Frauenstein (2020)

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  • Der Goethestein auf dem Spitzen Stein bei Wiesbaden-Frauenstein mit Blick nach Süden fotografiert (2020).

    Der Goethestein auf dem Spitzen Stein bei Wiesbaden-Frauenstein mit Blick nach Süden fotografiert (2020).

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Hof Nürnberg ist einer von mehreren Höfen, die im 14. Jahrhundert von Nassauer Grafen als Wehrhöfe gegen die zunehmende Präsenz des Mainzer Erzstifts rings um Frauenstein errichtet wurden. Er wurde bereits zu damaliger Zeit als Weingut genutzt und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel.

Errichtung von Wehrhöfen im 14. Jahrhundert
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts verkauften die verschuldeten Ritter von Frauenstein die im Jahr 1184 errichtete Frauensteiner Burg an das Mainzer Erzstift. Die Grafen von Nassau, die über benachbartes Eigentum verfügten, fürchteten den Machtzuwachs von Mainz und begannen durch die Anlage von Hofgütern ihre nassauische Präsenz und ihren Einfluss in diesem Teil ihres Gebietes zu stärken. Die Hofgüter dienten somit dem Zweck, das sich bereits entwickelnde Dorf Frauenstein unterhalb der Burg an der weiteren Ausdehnung zu hindern und letztlich zu isolieren. Aus diesen territorialen und machtpolitischen Motiven heraus, entstanden im 14. Jahrhundert die Höfe Rosenköppel (nicht mehr existent) im Norden, Hof Sommerberg im Nordwesten (heute Schloss Sommerberg), im Osten Hof Nürnberg, im Südosten Hof Groroth und Hof Armada im Süden von Frauenstein.

Geschichte des Hofs Nürnberg
Hof Nürnberg liegt auf 197 Meter über Normalnull in Alleinlage inmitten der Weinberge östlich des Wiesbadener Ortsbezirks Frauenstein. Die Hofgebäude sind um einen Innenhof gruppiert.
Die Anlage stammt aus dem 14. Jahrhundert, ein exaktes Erbauungsdatum ist unbekannt. Ebenso unbekannt ist, ob sein Name aus der im Jahre 1330 geschlossenen Ehe zwischen Graf Adolph von Nassau-Wiesbaden (1307-1370) und der Hohenzollern-Gräfin Margarethe (gest. nach 1382), Tochter des Burggrafen Friedrich von Nürnberg (um 1287–1332), entstammt. Sein Name könnte auch dem Namen des Berges entlehnt sein, auf dem der Hof errichtet wurde: Dieser war als Nornberg bekannt, nach dem Wort „norr“ des lokalen Dialekts, was „dürr“, „unfruchtbar“ und damit für den Ackerbau ungeeignet bedeutet. Der schiefrige Boden des Berges soll diese Eigenschaften aufgewiesen haben, aber für den Anbau von Weinreben gut geeignet gewesen sein.

Der Hof Nürnberg wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach die Besitzer, die seit dem Jahr 1400 bekannt sind. Häufig waren es adlige Amtsleute der Herrschaft Wiesbadens, die den Hof zur Naturalbenutzung besaßen. Belegt ist, dass der Hof über umfangreichen Weinbergbesitz verfügte, im Jahr 1418 ist ein Kelterhaus dokumentiert. Im Spätmittelalter und danach, bis zur Säkularisierung, wurden die Weine des Hofes als Naturalien an die gräflichen Schlösser in Idstein und Wiesbaden geliefert.

Während der Nürnberger Hof für kurze Zeit infolge des Prager Friedens im Jahr 1635 dem Kurfürstentum Mainz gehörte, ging er nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges wieder in nassauisches Eigentum über. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermachte Herzog Friedrich August von Nassau (1738-1816) seinem ehemaligen Leibkoch und Küchenmeister Sebastian Kirn den Hof, der eine Sommerwirtschaft eröffnete. Diese entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsziel der Rheingauer und Wiesbadener, um dort einzukehren und die weite Aussicht auf den Rheingau, Biebrich und bis in die Pfalz zu genießen.

Goethes Besuch
Am 6. Juli 1815 besuchte Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) den Hof und hielt seine Eindrücke in seinem Tagebuch fest. Ihm und seinem Besuch zu Ehren wurde im Jahr 1932 der Goethestein, ein steinernes Denkmal in Form eines Tetraeders, auf der Erhebung „Spitzer Stein“ errichtet. Der Ort befindet sich über den Rebhängen, wenige hundert Meter westlich des Hofs Nürnberg. Von hier aus erbietet sich eine schöne Aussicht auf Frauenstein, Walluf und die Mainzer Rheinseite.

Entwicklung im 20. Jahrhundert bis heute
Im Jahr 1918 ging der Nürnberger Hof mitsamt seinem Weinkeller, dem Kelterhaus und 17 Morgen Weinbergen an die Gemeinde Frauenstein über. Im Zuge der Eingemeindung Frauensteins nach Wiesbaden ist er seit 1928 in Wiesbadener Besitz. Während des zweiten Weltkriegs wurde er als französisches Kriegsgefangenenlager genutzt.

Seit 1939 pachtet Familie Becker das Anwesen, 1949 wurde die Straußwirtschaft gegründet. Der Hof ist auch heute noch ein beliebtes Ausflugsziel mit gastronomischem Angebot und bietet eigene Weine des Weingutes an.

Der Hof Nürnberg ist nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz als Kulturdenkmal geschützt.
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(Barbara Bernard, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2020)

Internet
www.hof-nuernberg.de Geschichte des Hof Nürnberg (abgerufen 03.12.2020)
www.wiesbaden.de: Hof Nürnberg in Frauenstein (abgerufen: 03.12.2020)
www.wikipedia.org: Hof Nürnberg (abgerufen: 03.12.2020)

Literatur

Meuer, August Heinricht (1930)
Dorf und Burg Frauenstein – nebst Nachrichten über die Höfe Armada, Grorod, Nürnberg, Rosenköppel und Sommerberg. Ein Heimatbuch nach archivalischen Quellen. Wiesbaden.

Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Zum Nürnberger Hof 1
Ort
65201 Wiesbaden - Frauenstein
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1300 bis 1400

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Barbara Bernard, „Hof Nürnberg bei Wiesbaden-Frauenstein”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-326194 (Abgerufen: 29. November 2021)
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