Burgruine Altleiningen

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Fachsicht(en): Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Altleiningen
Kreis(e): Bad Dürkheim
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 30′ 41,11″ N: 8° 04′ 57,82″ O 49,51142°N: 8,08273°O
Koordinate UTM 32.433.598,37 m: 5.484.714,67 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.433.647,12 m: 5.486.469,43 m
  • Innenhof der Burgruine Altleiningen (2021)

    Innenhof der Burgruine Altleiningen (2021)

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  • Aufgang zur Burgruine Altleiningen (2021)

    Aufgang zur Burgruine Altleiningen (2021)

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  • Schwimmbad auf Burgruine Altleiningen (2021)

    Schwimmbad auf Burgruine Altleiningen (2021)

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    Burgruine Altleiningen (2021)

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  • EIngangsbereich zur Jugendhgerberge (2021)

    EIngangsbereich zur Jugendhgerberge (2021)

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    Schildmauer der Burgruine Altleiningen (2021)

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    Burgruine Altleiningen (2021)

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    Burgruine Altleiningen (2021)

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    Burgruine Altleiningen von Nordwesten (2021)

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    Eingang zur Burganlage (2021)

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  • Jugendherberge Altleiningen (2021)

    Jugendherberge Altleiningen (2021)

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  • Ehrenhalle mit Arkaden (2021)

    Ehrenhalle mit Arkaden (2021)

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  • Gotische Fenster (2021)

    Gotische Fenster (2021)

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  • Treppenturm (2021)

    Treppenturm (2021)

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Die zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaute Burg Altleiningen liegt auf einer Höhe von ca. 286 m ü. NN auf dem steil abfallenden, östlichen Ausläufer des Schloßberges über dem Eckbachtal nordöstlich von Altleiningen.
Die jüngere „Schwesterburg“ Neuleiningen liegt ca. 5 km (Luftlinie) in nordöstlicher Richtung entfernt.

Geschichte
Die Burg Altleiningen wurde vermutlich um das Jahr 1100 als Stammburg der Grafen von Leiningen erbaut. Der ursprüngliche Name der Burg lautete nur „Burg Leiningen“ und wurde erst im 13. Jahrhundert nach dem Bau der Burg Neuleiningen als Burg „Alt“leiningen bezeichnet. Etwa zur gleichen Zeit gründete Graf Emich II. von Leiningen ca. 3 km südlich der Burg das Kloster Höningen.

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts erlebte die Leininger Grafenfamilie zunächst einen raschen Aufschwung. Mit dem Tod von Graf Friedrich II. im Jahr 1237 kamen jedoch unter den zahlreichen Nachkommen wiederkehrende und andauernde Erbstreitigkeiten über den Erbteil der Seitenlinie Leiningen-Landeck auf. In Folge dessen entwickelte sich die Burganlage gegen Ende des 13. Jahrhunderts zu Ganerbenburg (eine Burg, auf der mehrere Familien gleichzeitig wohnen).
Im 14. Jahrhundert war die Burganlage mehrfach in kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der Sponheimern (Seitenlinie des Hauses Leiningen) und dem Pfalzgrafen involviert. Dies führte sogar dazu, dass bedeutende Persönlichkeiten auf der Burganlage als Geisel festgesetzt wurden, darunter z.B. die Pfalzgrafen Ruprecht I. und II. sowie Graf Friedrich III. mit seinem Brüdern Friedrich und Emich von Leiningen. Erst im Jahr 1395 führte der Burgfrieden zwischen Graf Simon von Sponheim-Vianden, Graf Friedrich VII. von Leiningen und Graf Johann von Nassau zur Beruhigung der Situation.
Im 15. Jahrhundert machten sich die Sponheimer aufgrund finanzieller Nöte von der amtsweisen Verleihung der Burganlage Gebrauch und vermachten die Burg für den Todesfall des Sponheimer Grafen dem Markgrafen Bernhard I. von Baden. Damit erhoben sie sich über den Status eines einfachen Burgmannes. Als schließlich mit dem Tod Johanns V. die Sponheimer Grafenlinie endete, kam es in der Folge zu Erbstreitigkeiten zwischen den Grafen von Veldenz, dem Markgrafen von Baden, den Grafen von Nassau und Graf Hesso von Leiningen-Dagsburg. Die Konflikte konnten jedoch mit einem erneuten Burgfrieden beigelegt werden. Um 1467 befand sich der leiningische Teil der Burganlage in Besitz der Linie Leiningen-Westerburg.
Während des Bauernkrieges 1525 wurde die Burganlage erstmals zerstört, jedoch von Graf Kuno von Leiningen-Westerburg wiederaufgebaut und später durch Graf Philipp I. im Renaissancestil erweitert. Die nachfolgenden Grafen, darunter Graf Ludwig, führten bis ins 17. Jahrundert weitere Ausbauarbeiten an der Burganlage durch (u.a. Röhrenbrunnen, Fertigstellung Kapelle).
Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges zerstörten französische Truppen im Jahr 1690 alle der Verteidigung dienenden Gebäude(-teile) der Burganlage endgültig. Kurze Zeit später ging die Ruine gänzlich in den Besitz der Linie Leiningen-Westerburg über. Ein Wiederaufbau fand aber nicht statt und die Ruine wurde bis ins 19. Jahrhundert als Steinbruch genutzt. Die Ruine verblieb bis zum Jahr 1933 im Besitz der Grafenfamilie, bis der Landkreis Frankenthal sie schließlich erwarb.

Baubeschreibung der Anlage
Die Burg Altleiningen wurde als Höhenburg unter Einbezug der natürlichen Geländeformation (Spornlage) als mächtige Bergfestung mit einem dreieckigen Grundriss errichtet. Die Gesamtanlage bestand aus einer Hauptburg, die im Westen durch einen Halsgraben von der Vorburg getrennt wurde, einer Vorburg sowie einer umlaufenden Ringmauer. In Ost-West-Richtung hatte die Burganlage eine Länge von ca. 170 m.

Die Hauptburg war mit einem dreieckigen Grundriss mit nach Osten gerichteter Spitze angelegt und ursprünglich ca. 100 m lang – heute hat sie noch eine Länge von ca. 70 m. Im Westen wurde sie von einer mächtigen Schildmauer und dem dahinterliegenden ca. 10 m breiten Halsgraben mit Zugbrücke geschützt. Innerhalb der Hauptburg befanden sich neben einem vermutlich dreigeschossigem Palas auf der Südseite, je ein Rundturm mit Wendeltreppe im Nordwesten und Südosten sowie ein mit Buckelquader verkleideter, polygonaler Bergfried (mindestens 10 m hoch) an der Südwestecke der Anlage (an die Ringmauer angelehnt). Im Spätmittelalter wurde die Hauptburg sukzessive nach Nordosten hin erweitert und der Bergfried abgetragen und durch ein Wohngebäude ersetzt. In ihrer Blütezeit (16. Jahrhundert) setzte sich die Hauptburg aus zwei mächtigen Gebäudeflügeln (Wohnbauten) auf der Nord- und Südseite zusammen, die spitzwinklig zusammenliefen und über einen schmalen Bau an der Ostecke miteinander verbunden waren. Im westlichen Teil des Südflügels war vermutlich die Burgkapelle untergebracht. Sowohl der Nord- als auch der Südflügel waren unterkellert und wiesen eine Mauerstärke von etwa 1,5 m bis 2,5 m auf. Die Neubauten des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts wurden größtenteils im Südosten auf dem abfallenden Berghang errichtet.
Die westlich der Hauptanlage gelegene Vorburg wies an ihrer breitesten Stelle mehr als 100 m auf und hatte einen trapezförmigen Grundriss. Die Vorburg selbst war im Westen durch einen weiteren Graben und die Ringmauer geschützt.
Die spätstaufische Ringmauer war mit Buckelquader verblendet und umgab die komplette Burganlage. Ab dem späten 13. Jahrhundert wurde sie in mehreren Bauphasen erhöht.
Die letzte historische Bauperiode war prägend für den Eindruck der Burg, denn sie markierte den Übergang vom wehrhaften Burgenbau zum repräsentativen Schlossbau. Allerdings wurde die historische Bausubstanz durch die umfassenden Wiederaufbauarbeiten und Umbauten in den 1960er Jahren verfälscht. Von der ursprünglichen Bausubstanz zeugen heute nur noch wenige Mauerreste auf der Westseite der Anlage.
Die Wasserversorgung der Burganlage erfolgte zunächst über einen Ziehbrunnen, welcher um 1600 durch einen Röhrenbrunnen (20 Röhren), der über einen Stollen unterhalb der Burg gespeist wurde, ersetzt wurde.

Heutige Nutzung
Die Burganlage wurde in den 1960er Jahren instandgesetzt, umgebaut und seit 1968 als Jugendherberge genutzt. Im Zuge der Bauarbeiten wurde umfassend in die historische Bausubstanz der Hauptburg eingegriffen, so dass Verfälschungen des historischen Bestandes die Folge waren. Die ehemalige Hauptburg ist heute eine Mischung aus Neubauten und Überresten vergangener Zeiten. Zur gleichen Zeit wurde der ehemalige Halsgraben in ein öffentliches Freibad und das Areal der ehemaligen Vorburg in einen Parkplatz umgebaut. Aufgrund dieser neuen Nutzung sind nur wenige Teile der Burganlage frei zugänglich.

Renovierung und Erhaltung
Die Burgruine Altleiningen ist ein gemäß § 8 DSchG Rheinland-Pfalz eingetragenes Kulturdenkmal (Denkmalverzeichnis Kreis Bad Dürkheim). Im Verzeichnis der Kulturdenkmäler Landkreis Bad Dürkheim ist folgendes angegeben:
„um 1100/20 gegründete Spornanlage, nach Zerstörung im Bauernkrieg seit 1532 schlossartiger Wiederaufbau; im Südwesten staufische Buckelquadermauer, wohl Rest des Bergfrieds, 13. Jh., am dreigeschossigen Nordflügel Mauersubstanz des 16./17. Jh.; landschaftsprägend“ (GDKE, Seite 3)
Seit 1962 steht die Ruine unter Denkmalschutz. Der Wiederaufbau des Schlosstraktes erfolgte bis 1968. Allerdings fanden während dieser Zeit umfassende Umbaumaßnahmen an der Hauptburg und dem Halsgraben statt. In die Überreste der Hauptburg bzw. des Palas wurde eine Jugendherberge integriert und damit massiv in die Bausubstanz eingegriffen. Auch der ehemalige Halsgraben wurde im 21. Jahrhundert zu einem öffentlichen Freibad umgenutzt und die ursprüngliche Zugangssituation verändert. Auch im Bereich der ehemaligen Vorburg befinden sich einige neuzeitliche Gebäude. Insgesamt wirken sich die durchgeführten Rekonstruktionen, Wiederaufbaumaßnahmen und Neubauten nachteilig auf die historische Bausubstanz aus.
Von der ursprünglichen Burganlage sind einige wesentliche Teile noch erhalten: Die ältesten noch erhaltenen Bauteile sind im südwestlichen Bereich der Hauptburg zu finden – hierbei handelt es sich vermutlich um Reste des stauferzeitlichen Bergfrieds. Östlich davon ist ein Abschnitt der stauferzeitlichen Ringmauer sowie im Südosten eine dreigeschossige Palasmauer mit Fensteröffnungen erhalten. Auch sind einzelne Gebäude sowie die Ringmauerverläufe innerhalb der Burganlage noch erkennbar. Die ursprüngliche Schildmauer musste allerdings größtenteils einem Neubau weichen und von der Vorburg sind nur noch Teile der äußeren Wehrmauer und Fundamentreste eines Wachhauses erhalten.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Die Ruine liegt nordöstlich der Ortsgemeinde Altleiningen in ca. 700 m Entfernung (Luftlinie) zum Ortszentrum von Altleiningen. Die Analge ist nur teilweise frei zugänglich, da ein Großteil als Jugendherberge und Freibad genutzt wird. Parkplätze befinden sich unmittelbar vor der Anlage.

Kulturdenkmal
Die Burgruine Altleiningen wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Bad Dürkheim (Stand 31.08.2020, dort S. 3) geführt. Der Eintrag lautet:
„Burg Altleiningen
um 1100/20 gegründete Spornanlage, nach Zerstörung im Bauernkrieg seit 1532 schlossartiger Wiederaufbau;
im Südwesten staufische Buckelquadermauer, wohl Rest des Bergfrieds, 13. Jh., am dreigeschossigen
Nordflügel Mauersubstanz des 16./17. Jh.; landschaftsprägend“

(Barbara Hillers, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Neustadt an der Weinstraße, 2024)

Internet
www.neuleiningen.de: Geschichte (abgerufen 31.01.2024)
www.leiningerland.com: Freizeit (abgerufen 31.01.2024)
www.burgenreich.de: Burgen (abgerufen 31.01.2024)
www.burgenarchiv.de: Burgen (abgerufen 31.01.2024)
www.ms-visucom.de: Altleiningen (abgerufen 31.01.2024)

Literatur

Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2007)
Pfälzisches Burgenlexikon. Band 1. (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 12,4,2.) Seiten 132-148, Kaiserslautern.

Burgruine Altleiningen

Schlagwörter
Ort
67317 Altleiningen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung

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Barbara Hillers (2020): „Burgruine Altleiningen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-326173 (Abgerufen: 21. Juli 2024)
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