Stadtmühle von Zons

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Dormagen
Kreis(e): Rhein-Kreis Neuss
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 07′ 9,14″ N: 6° 50′ 56,04″ O 51,11921°N: 6,8489°O
Koordinate UTM 32.349.452,83 m: 5.665.281,55 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.559.481,03 m: 5.665.250,91 m
  • Stadtmühle Zons (2020)

    Stadtmühle Zons (2020)

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    Zenses, Elisabeth / Rheinisches Mühlen-Dokumentationszentrum e.V.
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  • Stadtmühle Zons (2020)

    Stadtmühle Zons (2020)

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  • Die Stadtmühle Zons an der Süd-West-Ecke der Stadtmauer der Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022).

    Die Stadtmühle Zons an der Süd-West-Ecke der Stadtmauer der Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022).

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  • Die Stadtmühle Zons an der Süd-West-Ecke der Stadtbefestigung der Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022).

    Die Stadtmühle Zons an der Süd-West-Ecke der Stadtbefestigung der Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022).

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  • Die Stadtmühle der mittelalterlichen Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022), Ansicht von Süden aus der Wiesenstraße.

    Die Stadtmühle der mittelalterlichen Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022), Ansicht von Süden aus der Wiesenstraße.

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  • Die Stadtmühle der mittelalterlichen Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022), Ansicht von der Mühlenstraße.

    Die Stadtmühle der mittelalterlichen Zollfeste Zons (Feste Zons), heute Stadtteil Dormagen-Zons (2022), Ansicht von der Mühlenstraße.

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  • Dokumentation zur Geschichte der Stadtmühle der Zollfeste Zons (Feste Zons, heute Dormagen-Zons) zum Mühlentag an Pfingsten 2022.

    Dokumentation zur Geschichte der Stadtmühle der Zollfeste Zons (Feste Zons, heute Dormagen-Zons) zum Mühlentag an Pfingsten 2022.

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Lage
Zons, heute ein Stadtteil von Dormagen, ist eine mittelalterliche Zollfeste am linken unteren Niederrhein und liegt zwischen Köln und Düsseldorf. Die von einer Stadtmauer umgebene Festungsanlage liegt am ehemaligen Ufer einer alten, heute verlandeten Rheinschlinge. Die Stadtmühle, eine zylindrische Turmwindmühle, befindet sich in der Süd-West-Ecke dieser Mauer.

Gebäude
Der runde, zylindrische 7-stöckige Mühlenturm ist in die Festungsmauer integriert. Das Mauerwerk der unteren fünf Stockwerke besteht aus Basaltblöcken. Die oberen zwei Stockwerke sind aus Ziegelsteinen errichtet. Dieser Abschnitt hat zunächst eine zylindrische Form, die im obersten Stockwerk konisch wird und unterhalb der Mauerkrone eine umlaufende Rille aufweist. Der Turm hat nur wenige, kleine Fenster. Rüstlöcher, in denen beim Turmbau die Tragebalken des Baugerüstes verankert waren, sind nicht zu erkennen. Der kompakte zylindrische Turm mit dem oberen relativ kurzen konischen Abschnitt wird auch als Bärmühle bezeichnet.

Der Zugang erfolgt über die Stadtmauer und führt in die Eingangsebene. Ein weiterer Zugang liegt im Erdgeschoss, dem ehemaligen Verlies, auf der stadtzugewandten Turmseite. Außerdem befindet sich in der Außenmauer in der Höhe des Mehlsöllers und dem darüber liegenden Steinsöller eine Tür. Die technischen Einrichtungen für den Mahlvorgang sind erhalten und restauriert.
Der Mühlenturm ist ausgestattet mit einer bootsförmigen Haube, einem Flügelkreuz mit Segelgatterflügel und dem Steert sowie einer hölzernen Galerie. Ihre Stützbalken sind nicht im Mauerwerk verankert, sondern auf der Konsole im Erdgeschoss.

Geschichte
Um 1390 wurde in der Süd-West-Ecke der Stadtmauer eine kompakte, zylindrische Turmwindmühle als Getreidemühle errichtet, Wach- und Wehrfunktionen hatten nur eine untergeordnete Bedeutung. Der Mühlenturm hatte, ohne Haube, 4 Stockwerke und war damit nur 2 Stockwerke höher als die Stadtmauer. Der Mühlenturm besaß bereits eine drehbare Haube mit Innenkrühwerk, sodass die Flügel in den Wind gestellt werden konnten.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden an der Mühle bauliche und technische Veränderungen vorgenommen. Wurden bisher die Korn- und Mehlsäcke über einen an der Außenmauer des Turmes angebrachten Flaschenzug transportiert, so konnten nun die Säcke in einem neu eingebauten Innenschacht hochgezogen und herabgelassen werden. Dies erfolgte zunächst noch manuell, was später durch Nutzung der Windkraft ersetzt wurde. Hierbei lief ein Endlosseil über ein Scheibenrad, das mit der Königswelle verbunden war. Die Außentüren des Mehl- und Steinsöllers waren nun überflüssig geworden. Um die Mahlleistung zu steigern wurde ein zweiter Mahlgang eingebaut.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Mühlenturm um zwei weitere in Ziegelsteinen ausgeführte Stockwerke verlängert. Wahrscheinlich hat die Mühle in dieser Bauphase auch eine neue Haube mit Außenkrühwerk und kleinerem Durchmesser erhalten. Dabei wurde der Turmdurchmesser verkleinert und dem der neuen Haube angepasst, worauf der konische Abschnitt hinweist. Zum Bedienen der Windmühlenflügel, z.B. um sie in den Wind zu drehen oder sie zu besegeln, wurde der nun höhere Mühlenturm mit einer Galerie versehen. Das ehemalige Verlies wurde zum Lager der Getreide- und Mehlsäcke umfunktioniert. Das Lager erhielt einen Zugang zum Sackaufzug sowie zur Stadtseite indem die Mauern aufgebrochen und mit Türen versehen wurden.
Die Mühle war bis zur Franzosenzeit eine Bannmühle und wurde von Pächtern betrieben. Die Pächter waren Müller, die vorwiegend aus Zons und der näheren Umgebung stammten. Eigentümer der Mühle war der Kurfürst und Erzbischof zu Köln. Die Pachteinnahmen gingen an das Domkapitel. Diese Verhältnisse änderten sich 1802, indem die Mühle als Domgut im Zuge der Säkularisation eingezogen wurde. Waren die neuen Besitzverhältnisse zunächst verworren, so konnte die Mühle 1841 rechtlich in Privatbesitz an den Müller Gottfried Schmitz aus Zons übergehen. Bis 1907 blieb die Mühle in Besitz dieser Familie und wurde 1940 von der Stadt Zons gekauft.

1909 wurde der Mühlenbetrieb nach einem Sturm, der erhebliche Schäden verursacht hatte, aufgegeben. In den folgenden Jahren begann die Demontage der Windmühlenflügel, dem Steert und der Galerie, sodass nur der „nackte“ Mühlenturm übrig blieb.
1965/66 stellte die Stadt aus touristischen Gründen den alten Zustand der Mühle wieder her. Umfangreiche Restaurierungen im Innen- und Außenbereich der Mühle zur Erhaltung des Kulturgutes fanden 1980 bis 2000 durch den Förderverein Denkmalschutz der Stadt Zons e.V. statt. Die Mühle ist heute Wahrzeichen von Zons und kann besichtigt werden.

Hinweise
Die Stadtmühle Zons steht seit 1984 unter Denkmalschutz und ist in Zusammenhang mit der Stadtbefestigung eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Dormagen unter der Nr. 2.06.

(Elisabeth Zenses, Rheinisches Mühlen-Dokumentationszentrum e.V., 2020, erfasst im Rahmen des Verbundprojekts „Aufnahme der Mühlen im Rheinland“)

Internet
foerderverein-denkmalschutz-stadt-zons.de: Archiv (abgerufen 23.11.2020)
foerderverein-denkmalschutz-stadt-zons.de: Kienle, Hermann: Die Windmühle in der Stadt Zons (abgerufen 10.11.2020)
zons-geschichte.de: ZonsWiki - Windmühle (abgerufen 12.11.2020)

Literatur

Sommer, Susanne / Landschaftsverband Rheinland, Amt für Rheinische Landeskunde (Hrsg.) (1991)
Mühlen am Niederrhein. Die Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814-1914). (Werken und Wohnen, 19.) Köln.
Vogt, Hans / Verein linker Niederrhein e.V. (Hrsg.) (1998)
Niederrheinischer Windmühlenführer. (2. Aufl.). Krefeld.

Stadtmühle von Zons

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Mühlenstraße 28
Ort
41541 Dormagen - Zons
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1385 bis 1395

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Zenses: „Stadtmühle von Zons”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-326171 (Abgerufen: 27. November 2022)
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