Stadtteil Wicker (Flörsheim)

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Flörsheim am Main
Kreis(e): Main-Taunus-Kreis
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 01′ 34,45″ N: 8° 24′ 11,66″ O / 50,02623°N: 8,40324°O
Koordinate UTM 32.457.255,38 m: 5.541.718,22 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.457.313,31 m: 5.543.495,69 m
  • Blick auf Wicker, dem Tor zum Rheingau (2020)

    Blick auf Wicker, dem Tor zum Rheingau (2020)

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  • Das symbolische Tor zum Rheingau in Wicker (2020)

    Das symbolische Tor zum Rheingau in Wicker (2020)

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  • Platzanlage "Tor zum Rheingau" in Wicker (2020)

    Platzanlage "Tor zum Rheingau" in Wicker (2020)

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  • Ansicht des alten Ortskerns von Wicker, Blick in die Kirchstraße (2020).

    Ansicht des alten Ortskerns von Wicker, Blick in die Kirchstraße (2020).

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  • Weinlage Wickerer König Wilhelmsberg von der Kirschgartenstraße aus fotografiert (2020).

    Weinlage Wickerer König Wilhelmsberg von der Kirschgartenstraße aus fotografiert (2020).

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  • Denkmal des preußischen Königs Wilhelm I. in der Weinlage König Wilhelmsberg in Wicker (2020)

    Denkmal des preußischen Königs Wilhelm I. in der Weinlage König Wilhelmsberg in Wicker (2020)

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Wicker ist eine der ältesten Weinbaugemeinden des Rheingaus und bezeichnet sich aufgrund ihrer Lage als „Tor zum Rheingau“. Hier haben mehrere Weinrouten ihren Ausgangspunkt, wie beispielsweise die Rheingauer Riesling-Route, die durch alle Weinorte des Rheingaus führt. Wicker ist heute ein Stadtteil von Flörsheim am Main im Main-Taunus-Kreis. Der Ort grenzt an Massenheim, Hochheim, Weilbach und Flörsheim und hat 3.500 Einwohner.

Entwicklung des Ortes
Älteste Siedlungsspuren im Bereich der Gemeinde Wicker stammen aus der Bronzezeit und wurden bei Ausgrabungen auf dem Gelände der heutigen Deponie gefunden. In fränkischer Zeit entstand eine erste Ansiedlung im Tal des Wickerbachs, welcher namensgebend für die Ortschaft ist. Der Name Wicker ist germanischen Ursprungs (wirko = biegen, weichen, winden) und bezieht sich auf den gewundenen Gewässerlauf des Baches. Der Standort am Ufer wurde vermutlich jedoch wegen regelmäßiger Hochwasser aufgegeben und die Siedlung auf die Kuppe des Wickerer Bergs verlagert, wo sie sich heute befindet.

Die Ortschaft wurde erstmals im Jahre 910 in einer Schenkungsurkunde des Mainzer Bischofs Hatto I. (850 – 913) an das Kloster Fulda urkundlich erwähnt. Sie ist damit eine der ältesten Weinbaugemeinden des Rheingaus.

Wicker war ursprünglich als Ringdorf angelegt, brannte jedoch im Jahre 1361 nieder. Durch ein weiteres großes Feuer im Jahre 1610 wurde der überwiegende Gebäudebestand von Wicker binnen weniger Stunden komplett zerstört. 48 von 75 Häusern fielen den Flammen zum Opfer, 16 weitere wurden schwer beschädigt. Der wenige Jahre später einsetzende Dreißigjährige Krieg verhinderte einen raschen Wiederaufbau, 1648 ereilte ein erneuter Brand den Ort. Im Jahre 1792 verfügte Wicker wieder über 100 Häuser.

Die heutige Kirche wurde im Jahre 1480 errichtet. Im Jahr 1540 wurde Wicker mit einer vier Meter hohen Ortsmauer befestigt, welche im Zuge der Siedlungserweiterung gegen Ende des 18. Jahrhunderts geschleift wurde. Reste sind noch an einigen Stellen sichtbar.

Bis zur Säkularisation befand sich Wicker im Kurmainzer Herrschaftsgebiet. Im Jahre 1803 ging der Ort an Nassau, ehe er 1866 preußisch wurde. Seit 1972 sind die Gemeinden Wicker und Weilbach Teil der Stadt Flörsheim am Main.

Bedeutung als Weinbaugemeinde
Aufgrund entsprechender Bodenfunde wird vermutet, dass Weinbau bereits zu Zeiten der Römer im 2. und 3. Jahrhundert betrieben wurde. Urkundlich belegt ist, dass im Jahr 970 die Abtei Fulda und das Kloster St. Johann zu Magdeburg in der Lage Wickerer Mönchsgewann begütert waren.

Der Weinanbau war für Wicker schon immer von großer Bedeutung und fand in beträchtlichem Umfang statt. So wurden im Jahr 1881 auf 75 Hektar Weinreben angebaut – das war geringfügig weniger als in der Weinbaugemeinde Johannisberg, die im gleichen Jahr auf 80 Hektar Weinreben kultivierte. Heute hat sich die Anbaufläche auf 42,5 Hektar reduziert, die hauptsächlich mit Riesling bestockt ist.

Die Wickerer Weinlagen befinden sich in der Großlage Daubhaus, mit den Einzellagen Mönchsgewann, Nonnberg, König-Wilhelmsberg und Stein (auch auf Hochheimer Gebiet).

Die 2,4 Hektar große Weinlage König-Wilhelmsberg ist nach dem König Wilhelm von Preußen I. (1797-1888) benannt. Dessen in Hochheim ansässiger Hoflieferant Georg Kroeschell bat um die Erlaubnis, diese Lage - wohl aufgrund einer Vorliebe des Königs für Wickerer Wein - nach ihm benennen zu dürfen. Die Umbenennung erfolgte anlässlich des Übergangs des Herzogtums Nassau an Preußen. Das Denkmal, eine acht Meter hohe Rundsäule mit einem Portrait von König Wilhelm von Preußen an ihrem Sockel, wurde im Jahr 1875 in der Weinlage errichtet. Sie ist ein Wahrzeichen für Wicker.

Ein weiteres Wahrzeichen ist das sogenannte „Tor zum Rheingau“. Diese Bezeichnung gibt sich die Weinbaugemeinde aufgrund ihrer Lage am östlichen Rand des Rheingaus. Symbolisiert wird dies durch einen Sandsteinbogen in der Ortsmitte, der im Zuge der Dorferneuerung im Jahr 1981 aufgestellt wurde. Er befindet sich gegenüber der gleichnamigen Pension in der Taunusstraße. An dieser Stelle beginnen der 120 km lange Rheingauer Riesling-Wanderpfad durch alle weinbautreibenden Gemeinden des Rheingaus von Wicker bis Lorchhausen sowie der Wickerer Weinweg, der mit Informationstafeln über den Weinbau in Wicker und dessen Geschichte informiert. Auch die als Autoroute konzipierte Rheingauer Riesling-Route nimmt hier ihren Anfang und führt durch alle Weinorte des Rheingaus.

In Wicker gibt es einen Winzerverein und ein jährlich im August stattfindendes Weinfest. Zudem gibt es jedes Jahr von Mai bis Oktober einen Weinprobierstand mit Ausschank Wickerer Weine in der Ortsmitte.
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(Barbara Bernard, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, 2020)

Internet
www.rheingau.de: Gemeinden: Wicker (abgerufen: 13.11.2020)
www.lagis-hessen.de: Historisches Ortslexikon: Wicker (abgerufen: 13.11.2020)
www.de.wikipedia.org/: Wicker (Flörsheim am Main) (abgerufen: 13.11.2020)
www.rheingau.com: Wicker (abgerufen: 13.11.2020)

Stadtteil Wicker (Flörsheim)

Schlagwörter
Ort
65439 Flörsheim - Wicker
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 910

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
Barbara Bernard, „Stadtteil Wicker (Flörsheim)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-324144 (Abgerufen: 24. Februar 2021)
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