Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer

Flurkreuz

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Maikammer
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 18′ 21,93″ N: 8° 07′ 49,64″ O / 49,30609°N: 8,13046°O
Koordinate UTM 32.436.790,41 m: 5.461.847,24 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.436.840,58 m: 5.463.592,99 m
  • Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer (2020)

    Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer (2020)

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    Steinkreuz Hartmannstraße (1961)

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    Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer (2020)

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    Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer (2020)

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    Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer (2020)

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Das Sandsteinkreuz in der Hartmannstraße in Maikammer ist als ein Wegekreuz anzusprechen. Es trägt eine Inschrift, die mit der Jahreszahl 1835 versehen ist. Die Jahresangabe bezieht sich auf den Sockel und die Inschrift am Kreuzstamm. Der Korpus Christi dürfte bereits um 1800 entstanden sein (Eckhardt, S. 265).

Das Kreuz ist Bestandteil einer „Gesamtkomposition“ an der Giebelseite des Gebäudes, das zum Anwesen Hartmannstraße 3 gehört. Heute ist die Fassade weiß gestrichen. Lediglich die Giebelführung (mit dem breiten Dachüberstand) und die beiden an den Seiten ausgebildeten Sandsteinquader weisen auf die ursprünglich „flächenhafte Gestaltung“ hin. Das gesamte Feld der Giebelseite war reichhaltig ausgeschmückt.

Der Christuskörper ist ein Drei-Nagel-Typus (Hände je einen Nagel, Füße übereinander genagelt). Der Lendenschurz zeigt einen reichhaltigen Faltenwurf (in Gold gehalten) und einen Knoten auf der rechten Seite. Der gesamte Körper überzeugt in seiner künstlerisch anspruchsvollen Herausarbeitung der Gliedmaßen, des Antlitzes und des Brustkorbes. Insofern paßt die Einschätzung, wonach der Korpus vor dem Sockel entstanden sein dürfte, auch aus stilistischer Sicht.

Oben am Kreuz befindet sich eine Schrifttafel in Form einer stilisierten Pergamentrolle mit der Inschrift: INRI = Iesus Nazarenus Rex Judaeorum, Jesus von Nazareth, König der Juden. Darüber schwebt ein Engel mit Flügeln, in Gold gefaßt.

Am Kreuzfuß ist ein Totenschädel befestigt, wohl mit Beinknochen, die aber nicht mehr gut zu erkennen sind. „Der Todtenkopf, dem zwei übereinandergelegte Beinknochen als Unterlage dienen, wird noch immer vielen Crucifixen zu Füssen gelegt. Nach der Legende lag Adams Todtenschädel unter dem Kreuz auf Golgatha. Dieser Schädel aber vertritt die Stelle aller Menschenschädel. Der Sinn ist: Durch das Kreuz ist der Tod besiegt und sind alle Menschen zum ewigen Leben auferstanden.“ (Menzel, 1854).

Darüber ist ein weiterer Spruch angebracht: „Ich bin die / Auferstehung / und das Leben. weran mich glaubt, / der wird Leben / weñ er auch stirbt. / Joh.II.C.25.V.“. Darunter folgt ein Trennstrich als einfache Linie und die Namen der Stifter: „Errichtet durch / Georg und Anna / Maria Frankmann / AÑO 1835“.

Der Spruch aus dem Evangelium des Johannes (Kapitel 11, Vers 25) gilt als eine der großen „Verheißungen“ des Christentums, nämlich auf ein Leben nach dem Tod. Vers 25 wird nur im Zusammenhang mit dem vorausgehenden Vers 24 und nachfolgenden Versen 26 und 27 verständlich. Jesus spricht mit Marta. In der Inschrift ist der Teil „Glaubst Du das?“ nicht enthalten. Kapitel 11 ist mit dem Titel „Die Auferweckung des Lazarus“ überschrieben.

Das Kreuz steht auf einem nur schwach in der Tiefe ausgeprägten klassizistischen Sockel. Die geringe Tiefe des Tisches ist dem Standort direkt an der engen Hartmannstraße geschuldet. Dennoch zeigt der Sockel typische Elemente des Klassizismus, wie die volutenartig ausgeformten Seitenelemente mit einem geometrischen Muster. Mittig sitzt eine Kartusche mit der Inschrift: „Weder Stein noch / Holz beten wir an. / nur Den / der für uns ist / gestorben daran.“

Stifter
Die Familie Georg Frankmann (1809-1883) und Anna Maria, geborene Schädler (1811-1874) hatten 11 Kinder. Mehrere Kinder erreichten das Erwachsenenalter nicht. Zwei der Kinder, Josef und Philipp sind in den Jahren 1872 und 1880 nach Amerika ausgewandert. Der Vater war Winzer und Feldhüter und stammte, ebenso wie die Ehefrau, aus dem Ortsteil Alsterweiler. Georg Frankmann wohnte zunächst in der Hauptstraße 62. Dieses Haus erweiterte er, kurz nach Eheschließung (1837) im Jahre 1838. Ab dem Jahre 1856 erscheint die Familie in der Hauptstraße 10 (alle Angaben: Schäfer/Stöckl, S. 265). Das Haus Hauptstraße 10 ging nach dem Tod des Vaters an die Tochter Barbara Frankmann über (1885).

Im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler für den Kreis Südliche Weinstraße ist folgender Eintrag zu finden: „(bei) Hartmannstraße 3 Wegekreuz auf Tischsockel, bez. 1835“ (GDKE, S. 67). Das Kreuz steht im Bereich der im gleichen Verzeichnis geführten Denkmalzone „Ortskern“.

(Matthias C.S. Dreyer, Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler) 2020)

Literatur

Eckardt, Anton (1928)
Die Kunstdenkmäler von Bayern; VI .Die Kunstdenkmäler der Pfalz; 2, Stadt und Bezirksamt Landau. S. 265, München.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (2019)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Südliche Weinstraße. S. 67, Mainz. Online verfügbar: Nachrichtliches Verzeichnis GDKE SÜW, abgerufen am 22.08.2019
Menzel, Wolfgang (1854)
Christliche Symbolik. Zweiter Theil. Regensburg.
Schäfer, Günter; Stöckl, Martina (2015)
Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler. Band 1 und Band 2. S. 265, Neustadt an der Weinstraße.

Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Hartmannstraße 3-5
Ort
67487 Maikammer
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1799 bis 1801

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Steinkreuz Hartmannstraße Maikammer”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-315858 (Abgerufen: 11. August 2020)
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