Sowjetische Kriegsgräberstätte Rurberg

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Simmerath
Kreis(e): Städteregion Aachen
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 50° 36′ 33,46″ N: 6° 21′ 52,67″ O / 50,6093°N: 6,36463°O
Koordinate UTM 32.313.541,24 m: 5.609.693,60 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.525.854,66 m: 5.608.246,54 m
  • Gedenkstein am Parkplatz bei der Sowjetischen Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020).

    Gedenkstein am Parkplatz bei der Sowjetischen Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020).

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  • Das Eingangsgebäude zu der sowjetischen Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg (2020).

    Das Eingangsgebäude zu der sowjetischen Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg (2020).

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  • Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

    Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

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  • Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

    Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

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  • Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

    Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

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  • Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

    Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

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  • Der auf der Sowjetischen Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg befindliche Gedenkstein (2020).

    Der auf der Sowjetischen Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg befindliche Gedenkstein (2020).

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  • Bepflanzte Reihen von Gräbern der sowjetischen Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg (2020).

    Bepflanzte Reihen von Gräbern der sowjetischen Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg (2020).

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  • Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

    Sowjetische Kriegsgräberstätte in Simmerath-Rurberg (2020)

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  • Kindergrabstein auf der sowjetischen Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg (2020)

    Kindergrabstein auf der sowjetischen Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg (2020)

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Hinter einem Eingangsgebäude ersteckt sich auf einer Geländekuppe die sowjetische Kriegsgräberstätte mit den Gräbern 2.322 Verstorbener in Simmerath-Rurberg in der Nordeifel.

Im Anschluss an das Eingangsgebäude liegen zwei Gräberfelder, ein Weg, gesäumt von 10 Granitstelen mit eingravierten Namen, sowie ein Gedenkstein. Eines der Gräberfelder ist von einer niedrigen Bruchsteinmauer umgeben. Im Gelände selber informiert ein Gedenkstein: „Auf diesem Friedhof ruhen 2.322 sowjetische Staastbürger, die fern der Heimat gestorben sind. 1941-1945.“

Eine Informationstafel sowohl in deutscher als auch in russischer Sprache am Eingangsgebäude erläutert die Hintergründe:

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen mehr als 2.300 Frauen, Männer und Kinder aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie starben zwischen 1941 und 1945. Die meisten Männer waren als Kriegsgefangene in die Nordeifel deportiert worden, die meisten Frauen und Kinder als “Ostarbeiter„. Sie alle unterlagen dem Diktat der verbrecherischen NS-Zwangsarbeit. Eingesetzt wurden sie in der Land- und Forstwirtschaft, in Industrie- und Handwerksbetrieben, in Steinbrüchen sowie beim Straßen- und Wegebau. Sie mussten schwerste körperliche Arbeit verrichten.
Sowjetische Bürgerinnen und Bürger galten im nationalsozialistischen Deutschland als “rassisch minderwertig„. Die meisten waren in großen, primitiven Lagern untergebracht und dort der Willkür und Brutalität des Wachpersonals ausgesetzt. Eine ausreichende Ernährung und medizinische Versorgung wurde ihnen verweigert. Viele starben an Hunger, Entkräftung und Krankheiten, manche wurden erschossen, andere zu Tode geprügelt. Die Todesursachen wurden in den Lagerakten oft verschleiert, die Spuren verwischt.
1950 gab es in der Region erste Überlegungen zur Errichtung einer zentralen Kriegsgräberstätte für die sowjetischen Opfer des nationalsozialistischen Deutschland. Es dauerte dann aber noch ein Jahrzehnt, bis die Sowjetische Kriegsgräberstätte Rurberg am 2. Juli 1961 eingeweiht werden konnte.
Von etwa 50 Grabanlagen des ehemaligen Regierungsbezirks Aachen wurden die zu Tode geschundenen Sowjetbürgerinnen und -bürger nach Rurberg umgebettet. Allein aus der Merzenicher Heide beim Stammlager Arnoldsweiler gelangten 1.552 Tote nach Rurberg.
Spuren der Zwangsarbeiterlager wurden von den Gemeinden nach dem Krieg rasch beseitigt, ebenso Hinweise auf die früheren Begräbnisstätten.
Das Thema Zwangsarbeit blieb jahrzehntelang, nicht zuletzt aus Sorge vor Entschädigungsforderungen, tabu.
Am 19. Juni 2016 wurden auf der Kriegsgräberstätte zehn Stelen mit den inzwischen recherchierten Namen der Getöteten errichtet, um ihnen ihre Identität zurückzugeben und die Erinnerung an sie wach zu halten. Die Aufarbeitung des Themas wurde damit angestoßen.
Beendet ist sie längst noch nicht
.“

Das Gelände liegt inmitten des ehemaligen Kampfgebietes der sogenannten Hürtgenwaldschlacht 1944/1945 und wurde zwischen 1959 bis 1961 als Kriegsgräberstätte Rurberg für 2.322 sowjetische Bürger - Männer, Frauen und Kinder - angelegt.

Aus 38 Orten der damaligen Kreise Monschau, Erkelenz, Geilenkirchen, Aachen, Jülich, Düren und Schleiden sowie auch aus dem belgischen Grenzbereich wurden die Toten durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach Rurberg bis 1970 überführt. 1.552 Tote wurden vom Feldfriedhof „Auf der Heide“ in Merzenich ausgebettet, darunter ca. 500 Tote, die im Stammlager (Stalag) Arnoldsweiler umgekommen waren. Die Beisetzung der bis auf wenige Ausnahmen namentlich unbekannten Toten fand auf den zwei großen Gräberfeldern unmittelbar hinter dem Friedhofseingang an der linken und rechten Seite statt. Auf zwei Steinplatten ist in kyrillischer Schrift zu lesen, dass hier jeweils 857 Tote ruhen. Unter diesen sind 23 namentlich bekannt. Die Namen stehen auf Gedenkplatten links und rechts.

Unter den Toten sind auch Kinder:

  • Bronislaw Budas, geboren am 04.04.1943 in Rakorce, gestorben am 07.06.1944 in Raeren / Belgien, Grab-Nr. 3, ein Jahr alt,
  • Anatolia Gudowskaja, geboren am 08.08.1939 in Idritzka, gestorben am 07.04.1944 in Roetgen, Grab-Nr. 4, vier Jahre alt,
  • Maria Silnitschenko, geboren am 04.09.1943, gestorben am 23.08.1944 in Stolberg bei einem Luftangriff, Grab-Nr. 5, elf Monate alt.

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) bedachte 1993 das Eingangsgebäude des Friedhofes mit dem Architekturpreis der Stadt Aachen.

(Klaus-Dieter Kleefeld, LVR-Redaktion KuLaDig, 2020)

Quelle
Informationstafel am Eingang zur Kriegsgräberstätte

Sowjetische Kriegsgräberstätte Rurberg

Schlagwörter
Ort
Simmerath - Rurberg
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1961

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Empfohlene Zitierweise
„Sowjetische Kriegsgräberstätte Rurberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-315855 (Abgerufen: 4. August 2020)
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