Burgruine Drachenfels bei Busenberg

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Fachsicht(en): Denkmalpflege, Architekturgeschichte, Landeskunde
Gemeinde(n): Busenberg
Kreis(e): Südwestpfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 07′ 19,83″ N: 7° 49′ 40,84″ O 49,12217°N: 7,82801°O
Koordinate UTM 32.414.488,58 m: 5.441.698,84 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.414.529,93 m: 5.443.436,51 m
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    Burgruine Drachenfels bei Busenberg (2022)

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    Grundriss der Burgruine Drachenfels (2022)

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    Weg zum Drachenfels (2022)

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Die zu Anfang des 13. Jahrhunderts als Felsenburg erbaute Burg Drachenfels liegt auf zwei langgestreckten Buntsandsteinfelsen (dem „Drachenfelsen“) auf ca. 367 m ü. NN Höhe südlich der Ortsgemeinde Busenberg inmitten des Biosphärenreservats Pfälzerwald - Nordvogesen. Im Volksmund wird die Ruine aufgrund des Aussehens der Turmreste des Bergfrieds „Backenzahn“ genannt. Die Burg diente insbesondere dem Schutz der ausgedehnten klösterlichen Besitzungen des Klosters Klingenmünster.

Geschichte
Die Anfänge der Burg sind weitgehend unbekannt. Erstmals wird im Jahre 1245 der Niederadelige Walter von Drachenfels mit der Burg in Verbindung gebracht, als dieser die Burganlage als Lehen vom Kloster Klingenmünster erhielt.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde die Burg aufgrund von Streitigkeiten der Ritter von Drachenfels mit den Städten Hagenau und Straßburg geplündert und verwüstet. Zwar wurden kurz darauf Reparationszahlungen von der Stadt Straßburg an die Ritter von Drachenfels gezahlt, doch bereits im Jahr 1335 wurden die Burgherren des Raubrittertums bezichtigt und Ziel einer straßburgischen Miltitäraktion. Die damit verbundenen Zerstörungen der Burganlage waren so schwerwiegend, dass die Herren von Drachenfels nach und nach Teile der Burg verkauften. So gelangte die Anlage im Jahr 1344 zunächst in den Besitz der Grafen von Zweibrücken, welche die Burg wiederum dem Pfalzgrafen als Lehen antrugen. In der Folgezeit wurden Teile der Burg Drachenfels mehrfach als Lehen weitergegeben oder verpfändet. An diesem Zustand änderte sich auch nach dem Aussterben der Grafen von Zweibrücken nichts, wonach die Burg 1394/1395 zunächst in den Besitz der Seitenlinie der Grafen von Zweibrücken-Bitsch kam. Im Jahr 1398 bekam schließlich das Rittergeschlecht der Eckbrechte von Dürkheim die gesamte Burganlage in Afterlehensbesitz. Unter der Herrschaft der Eckbrechte von Dürkheim entwickelte sich der Drachenfels in den Folgejahren zur Ganerbenburg (einen Burg, auf der mehrere Familien gleichzeitig wohnen). Im Jahr 1510 soll es bis zu 25 Gemeiner (Ganerben) auf der Burg gegeben haben, darunter auch der Reichsritter Franz von Sickingen (urkundlich belegt). Die Burganlage wurde folglich erweitert. Ebenfalls wurden gegen Ende des 15. Jahrhunderts der Halsgraben sowie der Westfelsen über- bzw. bebaut. Gleichzeitig wurden bestehende Wehranlagen verstärkt (u.a. durch Turmplattformen) und die Nordseite des Halsgrabens mit einem Geschützrondell bewehrt.
Einige der Gemeiner des Drachenfels waren an der 1463 gegründeten oberrheinischen Reichsritterschaft „Heilig-Geist-Gesellschaft“ beteiligt, die gegen den Stellungsverlust der Ritterschaft im Reich kämpfte. So kam es, dass die Burg Drachenfels als Versammlungsort dieser Gesellschaft diente. Eine Schlüsselposition nahm hierbei Franz von Sickingen ein, der führendes Mitglied dieser Gesellschaft und später auch Hauptmann der Gemeiner der Burg war. Der Drachenfels galt somit in den Augen der Reichsfürsten als gefährlicher Stützpunkt des Niederadels. Die Machtpolitik und Fehden des Franz von Sickingen führten schließlich im Jahr 1523 zur Zerstörung der Burg: Nach dessen fehlgeschlagenem „Pfaffenkrieg“ („Sickinger Fehde“) und seinem Tod verbündeten sich die gegnerischen Reichsfürsten und ließen seine Besitztümer zerschlagen – darunter auch die Burg Drachenfels. Diese wurde von den kurfürstlichen Truppen geplündert, gebrandschatzt und geschleift. Der Wiederaufbau der Burg wurde untersagt. In den Folgejahren wurde die Burgruine von den umliegenden Gemeinden als Steinbruch genutzt.

Baubeschreibung der Anlage
Die Burg Drachenfels bezieht die natürliche Felsformation aus Sandstein in die Konstruktion der Gesamtanlage und Wehranlagen mit ein, so dass auf der Nordseite der Anlage nur geringe Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen erforderlich waren. Zudem wurden zahlreiche Wohn- und Funktionsräume sowie Gänge und Treppen aus dem Felsen (Sandstein) herausgemeißelt. Dies war dem wehrhaften Charakter der Anlage zuträglich.
Die Burganlage wurde auf einem schmalen, insgesamt ca. 150 m langen und zweigeteilten Felsenriff (Ost- und Westfelsen) errichtet, auf denen die Oberburg liegt. Aufgrund der natürlichen Felsformation erstreckt sich die Anlage über drei Ebenen (Unter- und Oberburg, Zwischenebene). Die innerhalb der Burganlage bestehenden Wohngebäude weisen wiederum eine starke Untergliederung (zahlreiche Türanschläge und Schwellen) auf und lassen somit auf die unterschiedlichen Besitzzonen der zahlreichen, auf der Burg lebenden, Gemeiner schließen.
Insgesamt sind zwei Hauptbauphasen zu unterscheiden. Die ursprüngliche Burganlage wurde um das Jahr 1200 auf dem Ostfelsen errichtet und westlich davon ein Halsgraben angelegt. Die Bebauung des Westfelsens, die Überbauung des Halsgrabens sowie der Ausbau zur Kanonenburg erfolgten erst im Laufe des 15. Jahrhunderts.

Ostfelsen
Die Burganlage auf dem Ostfelsen wurde bereits um das Jahr 1200 errichtet. Die Anlage bestand aus einer Unter- und Oberburg sowie einer Zwischenebene, die von außen nicht sofort erkennbar war.
Eine Ringmauer sowie eine, nach Südosten ausgerichtete Zwingeranlage, mitsamt äußerem Burgtor waren der Burganlage vorgelagert. Außerdem lassen Überreste eines Kellers und eines Ringwalls sowie ein relativ breites Plateau auf der Südseite der Anlage Rückschlüsse auf eine mögliche Vorburg außerhalb der mittelalterlichen Ringmauer zu.
Hinter der Zwingeranlage wurde um das Jahr 1500 der große, mindestens dreigeschossige Torturm aus Buckelquader errichtet, durch den der älteste Burgzugang umgestaltet wurde. Er war ca. 17 m hoch und weist eine Mauerstärke von ca. 3 – 8 m auf. Im Erdgeschoss des Torturms verlief die dreigeteilte und verriegelbare Torgasse, welche zur Unterburg führte. Im ersten Obergeschoss lag ein quadratischer Raum mit Schlitzscharte sowie ein Treppenerker der die oberen Turmetagen erschloss. Das zweite Obergeschoss diente vermutlich als großräumiger Gang, um die drei Feldseiten des Turms zu erschließen (große Maueröffnungen zur Außenseite lassen darauf schließen). Die Wehrplattform mit Brüstungsmauer und Zisterne bildete die oberste Turmetage. Heute sind nur noch zwei Geschosse erhalten. Der Torturm wurde im Rahmen der Ausbaumaßnahmen der Burg vermutlich mit Kanonen bewehrt. Östlich des Torturms sind die Reste eines Torzwingers (Barbakane) und des äußeren Burgtors erhalten. Dieser Torzwinger ist der jüngsten Bauphase zuzuordnen.
Die Unterburg lag südlich, unterhalb des Ostfelsens und war mit mehreren stark untergliederten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bebaut und teilweise unterkellert. Sie verfügte über diverse in den Sandstein gehauene Felsenkammern (u.a. Nutzung als Wachstuben) sowie einen mindestens dreigeschossigen Flankierungsturm (ca. 2 m dicke Mauern). Hiervon sind allerdings nur an der Südseite des Felsplateaus noch Gebäudereste erhalten. Die Ost- und Westgebäude in der Unterburg schließen sich an den Torturm an. Der Burgbrunnen befindet sich im Keller des Ostgebäudes und ist noch erhalten. Ursprünglich war der Brunnen wohl durch ein Schutzgebäude umgeben, welches im Zuge der Errichtung des Kellergewölbes im 15./16. Jahrhundert aufgegeben wurde. Unter anderem zeugen noch ein in den Fels geschlagenes Auflager und die östliche Mauer von der Befestigung eines Laufrades in der Brunnenkammer.
Im Rahmen der Sanierungsarbeiten konnten für die Unterburg insgesamt 11 Bauphasen nachgewiesen und u.a. der Kellereingang eines Gebäudes auf der Westseite des Torturms auf das Jahr 1515 datiert werden.
Auf der Südseite des Ostfelsens befand sich ein zweiter, älterer Torbau (mindestens 3-geschossig), der ursprünglich als Tordurchfahrt genutzt wurde. Das Obergeschoss diente vermutlich u.a. als Burgkapelle. Nach Westen war dieser Torbau über eine Zugbrücke (bzw. „Zugtreppe“) mit dem Halsgraben verbunden.
Westlich an die Unterburg des Ostfelsens schließt sich der Halsgraben an. Dieser diente zunächst Verteidigungszwecken und trennte den Ost- und Westfelsen voneinander. Den nördlichen Abschluss des Halsgrabens bildete ab dem 15. Jahrhundert ein halbrundes Geschützrondell mit einer ca. 6 m hohen Abschlusswand und entsprechenden Geschütz- und Schießscharten. Die Überbauung des Halsgrabens erfolgte erst im Laufe des 15. Jahrhunderts – es wird vermutet, dass hier ein mehrgeschossiges Gebäude errichtet wurde. Hiervon zeugen Balkenlöcher an der Westwand des Ostfelsens. An gleicher Stelle ist im Sandstein auch eine grobe Felsritzung eines Drachens erkennbar.
Felsentreppen, die teilweise mittels Pforten absperrbar waren, führten von der Unterburg zunächst zu einer Zwischenebene im Osten der Anlage - die sogenannte „Ostterrasse“, welche mit Holzgebäuden bebaut war. Von hier aus führten weitere absperrbare Felsentreppen zu den ca. 30 m hoch gelegenen Felsplateaus westlich und östlich des Burgfelsens auf denen die Oberburg thronte. Beide Felsplateaus waren mit diversen kleineren, aber zum Teil mehrgeschossigen Holz- und Steingebäuden bebaut, verfügten über zahlreiche Felsenkammern, Gänge und Felsentreppen, so dass die Bauten der Oberburg den Burgfelsen ringförmig umgaben. Hiervon zeugen die noch heute deutlich sichtbaren Balkenkanäle und –löcher auf allen Seiten des Burgfelsens. Der rund 12 m hohe Burgfelsen selbst diente als Bergfried und überragte somit alle anderen Teile der Burg. Der Bergfried war mit einer Zisterne ausgestattet, so dass sich die Burgbewohner im Falle einer Belagerung an diesen leicht zu verteidigenden Ort zurückziehen konnten.

Westfelsen
Im 15. Jahrhundert (vermutlich ab 1463) wurden auf dem Westfelsen (westlich des Halsgrabens gelegen) umfassende Ausbau- und Umbaumaßnahmen vorgenommen. Dieser wurde analog zum Ostfelsen mit einer Unter- und Oberburg bebaut. Gleichzeitig wurden die Wehranlagen der gesamten Burganlage aufgerüstet und die Burg somit zu einer Kanonenburg ausgebaut. Ursächlich für die Ausbaumaßnahmen war vermutlich die stetig steigende Zahl der auf der Burg lebenden Gemeiner im Rahmen der Ganerbschaft.
Die Unterburg des Westfelsen war mit diversen kleineren Gebäuden bebaut und im Südosten mit einer eigenständigen Toranlage (Flankierungsturm mit Maulscharten) versehen. Von der Unterburg führten eine kleine Treppenturmspindel sowie Felsentreppen zur dortigen Oberburg. Bei der Oberburg handelte es sich auch hier um ein komplexes Gefüge aus Räumen, Treppen und Gängen.
Die Wasserversorgung der Anlage wurde u.a. über einen Brunnen (Kellerraum in Unterburg auf dem Ostfelsen) sowie über Quellen in der näheren Umgebung sichergestellt. Darüber hinaus verfügte die Anlage über mehrere in den Felsen gehauene Zisternen sowohl auf dem Ostfelsen als auch auf dem Westfelsen.

Renovierung und Erhaltung
Die Burgruine Drachenfels ist ein gemäß § 8 DSchG Rheinland-Pfalz eingetragenes Kulturdenkmal (Denkmalverzeichnis Kreis Südwestpfalz). Im Verzeichnis der Kulturdenkmäler Landkreis Südwestpfalz ist folgendes angegeben:
„um 1200 gegründet, 1523 zerstört, seither Ruine, Oberburg und Unterburg, nur Gebäudereste der Unterburg: Torbau, Unterbau eines Turms, 13. Jh., langgestreckter Keller; Ringmauerreste; Stumpf eines runden Turms, wohl 15. Jh.; zur ehem. Oberburg führende Treppen; charaktersitische Felsenburg des Wasgaus“ (GDKE, Seite 7)

Erste Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen an der Burgruine Drachenfels erfolgten ab 1901. Im Jahr 1903 wurde der Torturm durch zwei, zuvor abgegangene, Rundbogenportale ergänzt. Seit 1990 wurden verschiedene Sanierungsarbeiten durchgeführt, u.a. erfolgten Arbeiten an zwei Türmen, an der Zwingeranlage, an Mauern und an Gebäuden der Unterburg. Im Bereich der älteren Unterburg auf dem Ostfelsen sind zahlreiche Gebäudefragmente aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhalten, u.a. von der Toranlage mitsamt Torturm aus Buckelquader und Fragmente einer Reitertreppe, ein langgestreckter Keller mitsamt Brunnenanlage, Reste der Ringmauer und eines Flankierungsturmes sowie die zur Oberburg führenden Felsentreppen und Fragmente des Burgfelsens (Bergfrieds) mitsamt Zisterne. Der Burgfelsen ist weithin sichtbar und wird im Volksmund auch „Backenzahn“ genannt. Die jüngere Burganlage auf dem Westfelsen ist deutlich weniger „gut“ erhalten. Lediglich an der Südseite des Westfelsens sind noch Überreste eines Aufgangs und einer Wachstube sowie Fragmente eines Flankierungsturmes mit Maulscharten erhalten. Im Osten des Felsens sind Reste eines Treppenspindelturms zur Oberburg vorhanden. Auf der Nordseite des Halsgrabens ist eine noch ca. 6 m hohe Abschlusswand mit Geschütz- bzw. Schießscharten erhalten. Insgesamt sind zahlreiche aus dem Sandstein herausgemeißelte Felskammern, Gänge und Treppen erhalten.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Die Ruine liegt ca. 1 km Luftlinie südlich der Ortsgemeinde Busenberg direkt an der deutsch-französischen Grenze und ist von der Ortsmitte aus über die B 427 und der Abfahrt zum „Weißensteiner Hof“ erreichbar. Kostenlose Parkplätze stehen unterhalb der Ruine auf einem Wanderparkplatz der Drachenfelshütte zur Verfügung.

Kulturdenkmal
Die Burgruine Drachenfels wird im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Kreis Südwestpfalz (Stand 31.05.2022, dort S. 7) geführt. Der Eintrag lautet:
„Burgruine Drachenfels südlich des Ortes (Denkmalzone), um 1200 gegründet, 1523 zerstört, seither Ruine, Oberburg und Unterburg, nur Gebäudereste der Unterburg: Torbau, Unterbau eines Turms, 13. Jh., langgestreckter Keller; Ringmauerreste; Stumpf eines runden Turms, wohl 15. Jh.; zur ehem. Oberburg führende Treppen; charakteristische Felsenburg des Wasgaus“

(Barbara Hillers, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Neustadt an der Weinstraße, 2024)

Internet
www.pfalz.de: Burgruine Drachenfels bei Busenberg (abgerufen am 06.02.2024)
www.dahner-felsenland.net: Burgen und Burgruinen (abgerufen am 06.02.2024)
www.burgen-pfalz.com: Burgenkatalog Drachenfels (Wasgau) (abgerufen am 06.02.2024)
www.pfalz-info.com: Busenberg (abgerufen am 06.02.2024)
www.busenberg.de: Burgruine Drachenfels (abgerufen am 06.02.2024)
www.ms-visucom.de: Drachenfels bei Busenberg (abgerufen am 06.02.2024)

Literatur

Keddigkeit, Jürgen; Burkhart, Ulrich; Übel, Rolf (Hrsg.) Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.) (2007)
Pfälzisches Burgenlexikon. Band 1. (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 12,4,2.) Kaiserslautern.

Burgruine Drachenfels bei Busenberg

Schlagwörter
Ort
76891 Busenberg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Architekturgeschichte, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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Barbara Hillers: „Burgruine Drachenfels bei Busenberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-311643 (Abgerufen: 21. April 2024)
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