Langbetten Schalkholz LA 34 und LA 37

akD-Nr 000 350 / akD-Nr 000 351

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Schalkholz
Kreis(e): Dithmarschen
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 54° 14′ 26,73″ N: 9° 14′ 45,27″ O / 54,24076°N: 9,24591°O
Koordinate UTM 32.516.026,00 m: 6.010.337,00 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.516.101,35 m: 6.012.301,55 m
  • Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 34, Herbst 2019

    Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 34, Herbst 2019

    Copyright-Hinweis:
    Lüth, Philip / Steinzeitpark Dithmarschen (AÖZA gGmbH)
    Fotograf/Urheber:
    Philip Lüth
    Medientyp:
    Bild
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  • Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 34/37, Kratteichen in der Fichtenschonung, Herbst 2019

    Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 34/37, Kratteichen in der Fichtenschonung, Herbst 2019

    Copyright-Hinweis:
    Lüth, Philip / Steinzeitpark Dithmarschen (AÖZA gGmbH)
    Fotograf/Urheber:
    Philip Lüth
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Zwei Langbetten im Wald
Westlich des Ortes Schalkholz liegen in einem kleinen Wäldchen zwei vorgeschichtlichen Grabanlagen aus der Zeit um 3.000 v. Chr. Bei den beiden Gräbern handelt es sich um sogenannte Langbetten. Diese Grabanlagen wurden als bis 100 Meter lange und zwischen 10 und 15 Meter breiten Wälle angelegt. Die Seiten wurden mit großen Findlingen eingefasst. Innerhalb der Wälle fanden sich häufig eine, manchmal auch zwei megalithische Grabkammern.

Die beiden Megalithanlagen bei Schalkholz sind heute größtenteils zerstört. Die ehemals 40 und 60 Meter langen Hügel sind nur noch bis zu einer Höhe von 50 bis 80 Zentimeter erhalten. Sowohl die Umfassungssteine als auch die Findlinge der Grabkammern wurden bereits vor langer Zeit entfernt. Auch Reste von Standspuren oder Grabungstrichter im Bereich der Kammer sind nur mehr zu erahnen.

Beide Gräber liegen in einer Fichtenschonung, die vereinzelt mit verwachsenen Eichen durchsetzt ist. Diese Stileichen weisen darauf hin, dass hier ein ehemaliger Eichenkratt aufgeforstet wurde. Diese historischen Nutzwälder entstanden durch eine besondere Bewirtschaftungsform. Die Bäume wurden zur Gewinnung von Brennholz immer wieder gekappt und konnten nur durch den Stockausschlag weiterwachsen. Dadurch bildeten die Bäume in diesen Niederwäldern individuelle verwachsene Formen aus. Insbesondere Eichenkratts wurde als Waldweide für Schweine genutzt. Die Rinde der Eichen diente zur Herstellung von Gerberlohe.

Der alte Kratt bei Schalkholz wird offenbar seit vielen Jahrzehnten nicht mehr bewirtschaftet. Die beiden Grabanlagen konnten sich hier, nachdem die Findlinge zerlegt und geraubt hatte, nur aufgrund ihrer Lage in diesem historischen Nutzwald erhalten.

Lage und Anfahrt
Die Gräber liegen in einem Wald uns sind sehr eingewachsen. Von Süden her ist die Fichtenschonung durch Waldpfade begehbar.

(Philip Lüth, Archäologie & Beratung, im Auftrag vom Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf, in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein im Projekt „Megalithic Routes in Schleswig-Holstein“, mit Unterstützung der AktivRegion Dithmarschen im Rahmen des Landesprogramms ländlicher Raum gefördert durch die Europäische Union - Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), den Bund und das Land Schleswig-Holstein, 2019)

Literatur

Dibbern, Hauke (2016)
Das trichterbecherzeitliche Westholstein. Eine Studie zur neolithischen Entwicklung von Landschaft und Gesellschaft. (Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung, Band 8.) Bonn.

Langbetten Schalkholz LA 34 und LA 37

Schlagwörter
Ort
Schalkholz
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG SH 2015 (in Denkmalliste eingetragen)
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Prospektion, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn -3500 bis -2800

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„Langbetten Schalkholz LA 34 und LA 37”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-307552 (Abgerufen: 22. April 2021)
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