Langbett Schalkholz LA 58

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Gemeinde(n): Schalkholz
Kreis(e): Dithmarschen
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 54° 14′ 46,43″ N: 9° 14′ 31,69″ O / 54,24623°N: 9,24213°O
Koordinate UTM 32.515.778,00 m: 6.010.945,00 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.515.853,24 m: 6.012.909,79 m
  • Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 58, Kratteichen, Herbst 2019

    Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 58, Kratteichen, Herbst 2019

    Copyright-Hinweis:
    Lüth, Philip / Steinzeitpark Dithmarschen (AÖZA gGmbH)
    Fotograf/Urheber:
    Philip Lüth
    Medientyp:
    Bild
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  • Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 58, Informationstafel am Kratt, Herbst 2019

    Fotoaufnahme Langbett / Großsteingrab Schalkholz LA 58, Informationstafel am Kratt, Herbst 2019

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    Lüth, Philip / Steinzeitpark Dithmarschen (AÖZA gGmbH)
    Fotograf/Urheber:
    Philip Lüth
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Eine Grabhügelgruppe im Wald
Die Grabhügelgruppe mit dem Langbett liegt auf einer Stauchmoräne am Rand des Schalkholzer Eiszungenbeckens. Diese Landschaft entstand im Verlauf der letzten Eiszeit und bietet aufgrund der vielen hier abgelagerten Findlinge und Feldsteine optimale Bedingungen für die Errichtung von Grabanlagen aus großen Findlingen.

In einem Eichenwäldchen befindet sich ein altes Langbett. Diese Grabanlagen wurden in der Zeit zwischen 3.600 und 2.800 v. Chr. errichtet. Bei diesen langgestreckten Erdwällen handelt es sich um monumentale Grabanlagen. In Zentrum des Langhügels befand sich meist eine Grabkammer aus großen Findlingen. Die Ränder des Langbettes wurden ebenfalls mit großen Feldsteinen eingefasst. Aus verschiedenen Regionen Schleswig-Holsteins sind Sagen überliefert, dass es sich bei diesen Anlagen um die Gräber der Riesen handelt, weshalb sie in der Region auch als Hünenbetten bekannt sind.

Die meisten dieser steinzeitlichen Grabanlagen wurden im 19. Jahrhundert durch sogenannte Steinschläger zerlegt und die Steine für den Bau von Fundamenten oder als Straßenpflasterung verwendet. Die verbliebenen Erdwälle wurden im Laufe der Zeit häufig abgepflügt. Dass dieses Langbett noch heute erhalten ist, liegt vor allem an der Lage in einem Eichenwäldchen. Diese kleinen als „Kratts“ bezeichneten Wälder wurden in historischer Zeit für die Gewinnung von Holz und für die Beweidung durch Schweine genutzt. Bei Eichkratt war zudem die Nutzung der Rinde für die Ledergerbung von Bedeutung. Die Bäume zeigen auch heute noch die typischen verwachsenen Formen, an denen sich die Vergangenheit dieses kleinen Waldstücks ablesen lässt.

Von dem im Wald liegenden Langbett ist noch ein langgestreckter, gleichmäßig gewölbter, flacher Erdwall von etwa 36 Metern Länge und einer Breite von 10 Metern erkennbar. Auf der Nord- und Südseite des langen Hügels verlaufen jeweils bis zu einem Meter tiefe Gräben. Auf der Grabsohle finden sich immer wieder Bruchstücke von zerschlagenen Findlingen. Beides weist darauf hin, dass auch die Findlinge dieses Langbettes erst abgegraben und anschließenden zerschlagen und abtransportiert wurden.

Erhaltung und Wahrnehmung
Obwohl die Grabanlage 1991 durch die ABM-Pflegegruppe des Kreises Dithmarschen restauriert wurde, ist das Langbett vor allem im Sommer nicht leicht im Wald auszumachen. Der Langhügel und auch die anderen Gräber sind stark mit Farn bewachsen.

Lage und Anfahrt
Die Grabhügelgruppe liegt in einem kleinen Waldstück am Rande des Radweges von Schalkholz nach Linden. Am Rand des Radweges weist eine Beschilderung der HISTOUR-Dithmarschen auf die Denkmalgruppe und ihre besondere Lage in der Landschaft hin. Nach der Erkundung des Waldstücks bietet eine Bank Gelegenheit für eine gemütliche Ruhepause.

(Philip Lüth, Archäologie & Beratung, im Auftrag vom Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf, in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein im Projekt „Megalithic Routes in Schleswig-Holstein“, mit Unterstützung der AktivRegion Dithmarschen im Rahmen des Landesprogramms ländlicher Raum gefördert durch die Europäische Union - Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), den Bund und das Land Schleswig-Holstein, 2019)

Literatur

Dithmarschen Tourismus-Zentrale; Verein für Dithmarscher Landeskunde e.V. (Hrsg.) (2002)
HISTOUR Dithmarschen. Der historisch-touristische Führer zu Natur- und Kulturdenkmalen in Dithmarschen. Heide.

Langbett Schalkholz LA 58

Schlagwörter
Ort
Schalkholz
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG SH 2015
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn -3500 bis -2800

Empfohlene Zitierweise

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„Langbett Schalkholz LA 58”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-307551 (Abgerufen: 22. April 2021)
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