Filialkirche Sankt Apollonia in Kolverath

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Kolverath
Kreis(e): Vulkaneifel
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 50° 16′ 14,33″ N: 6° 58′ 11,58″ O 50,27065°N: 6,96988°O
Koordinate UTM 32.355.331,43 m: 5.570.694,61 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.569.188,81 m: 5.570.963,22 m
  • Kapelle Sankt Apollonia an der Hauptstraße in Kolverath (2021)

    Kapelle Sankt Apollonia an der Hauptstraße in Kolverath (2021)

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An der Hauptstraße, Ecke Waldstraße in Kolverath steht die Kirche Sankt Apollonia (Namenstag 9. Februar). Diese war im Jahre 1775 als kleine Saalkirche errichtet worden. Heute dient sie als Filiale der Pfarrei Retterath.

Für die Trauer- und Begräbniskultur der Ortschaft spielte diese kleine Kirche eine wichtige Rolle. Sie dient auch heute noch dem Gedenken der Verstorbenen des Ortes. Kolverath selbst besaß keinen eigenen Friedhof. Die Toten des Ortes wurden auf dem Friedhof im Pfarrort Retterath bestattet. Das Totengebet jedoch wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen zur Abendzeit (Totengebete Rosenkranz) in der Kirche von der Dorfgemeinschaft abgehalten.

Das Gebäude
Vier Stufen muss man beschreiten, um die Kapelle auf rechteckigem Grundriss, mit den weißen Außenwänden und dem Satteldach mit schiefergedecktem Dachreiter betreten zu können. Seitlich befinden sich je zwei Fenster, an der Stirnseite oberhalb des Eingangs durchbricht ein kleines Rundfenster die Außenfassade. Die Fenster und der Eingang sind grau gerahmt.

Der Umgang mit Verstorbenen
Der Umgang mit Verstorbenen und die damit einhergehende Bestattungskultur war zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Dörfern stark ritualisiert. Der Sterbeprozess fand meist zu Hause im familiären Kreis statt. Damals gab es keine Krankenhäuser, wie sie dem heutigen Verständnis entsprechen. Auch andere Orte und Räume, die eigens für den Akt des Sterbens vorgesehen waren, gab es noch nicht. Verstarb ein Familienmitglied, wurde der Pfarrer zur Letzten Ölung ins eigene Heim gerufen. Der Leichnam wurde anschließend im Sterbebett geborgen. Für mehrere Tage wurde am Bett Totenwache gehalten. Die Dorfgemeinschaft erwies der verstorbenen Person die letzte Ehre. Der Sarg wurde von einem örtlichen Schreiner angefertigt. Die verstorbene Person blieb für die Dauer der Anfertigung (unter Umständen mehrere Tage) in ihrem Totenlager. Das Grab wurde meist von den Dorfbewohnern und Angehörigen eigenständig ausgegraben. Zuletzt wurde der Leichnam dann in einem Trauerzug vom Sterbelager zum Friedhof getragen.

Das Objekt „Kath. Filialkirche St. Apollonia Hauptstraße“ in Kolverath ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalverzeichnis für den Kreis Vulkaneifel 2020, S. 34).

(Lea Adams, Universität Koblenz, 2017)

Internet
www.heimatjahrbuch-vulkaneifel.de: Totenwache - Eine selbstverständliche Pflicht. Vom Eingebundensein in die dörfliche Gemeinschaft, von Theo Pauly (abgerufen 12.02.2020)

Literatur

Bales, Ute (2016)
Kamillenblumen. Roman aus der Eifel. (Edition Schrittmacher Band 15, 6. überarbeitete Auflage.) Zell/Mosel.
Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.) (2020)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Vulkaneifel. S. 34, Mainz. Online verfügbar: denkmallisten.gdke-rlp.de, abgerufen am 24.03.2022

Filialkirche Sankt Apollonia in Kolverath

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Ecke Hauptstraße / Waldstraße
Ort
56767 Kolverath
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1775

Empfohlene Zitierweise

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Lea Adams (2017): „Filialkirche Sankt Apollonia in Kolverath”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-306459 (Abgerufen: 29. November 2022)
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