Gedenkstätte Candidus im Bienwald

Candidus-Denkmal, Canditus-Denkmal

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Wörth am Rhein
Kreis(e): Germersheim
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 02′ 35,38″ N: 8° 09′ 2,39″ O / 49,04316°N: 8,15066°O
Koordinate UTM 32.437.931,43 m: 5.432.601,39 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.437.982,09 m: 5.434.335,54 m
  • Gedenkstätte Candidus im Bienwald (2020)

    Gedenkstätte Candidus im Bienwald (2020)

    Copyright-Hinweis:
    Dreyer, Matthias C.S.
    Fotograf/Urheber:
    Matthias C.S. Dreyer
    Medientyp:
    Bild
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  • Gedenkstätte Candidus im Bienwald (2020)

    Gedenkstätte Candidus im Bienwald (2020)

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    Dreyer, Matthias C.S.
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Südlich von Minfeld befindet sich zwischen den Kreisstraßen K 23 und K 16 im Bienwald ein Erinnerungsort, der auch Gedenkstätte Candidus genannt wird. Ein Denkmal weist die Stelle als den Ort aus, an dem der königliche Forstwart Candidus Ludwig Christian erschossen aufgefunden wurde. Der Weg am Denkmal wird „Mordallee“ genannt.

Denkmal
Bei dem Denkmal handelt es sich um einen gefällten und senkrecht wieder aufgestellten Teil eines Baumstamms. Dieser wurde im oberen Bereich mit einer Hinweistafel versehen, mit der folgenden Information:

„Im Jahre 1863 wurde hier der Förster Canditus von Wilderern ermordet“.

Rätsel um den Mord
Der königliche Forstwart Candidus Ludwig Christian stammte aus Minfeld. Er wurde an dieser Stelle im Bienwald am 14.10.1854 erschossen aufgefunden. Candidus wurde nur 28 Jahre alt.

Der Mörder soll ein Mann aus Büchelberg gewesen sein. Dieser wurde zum Tode durch das Fallbeil verurteilt und bestritt bis zuletzt eine Schuld am Tode von Candidus. Der Vetter des Verurteilten war damals der einzige Belastungszeuge. Franz Ludwig Braun war Schlaghüter und Holzsetzer und hatte Candidus begleitet. Am Tage der Hinrichtung wanderte Braun von Zweibrücken in die USA aus. Nach mehr als sieben Jahren kehrte er nach Büchelberg zurück. Kurze Zeit später fand man den einstigen Belastungszeugen ermordet auf. Über seine Todesursache ist bis heute nichts bekannt.

Zu diesen Mordfällen passt der folgende Eintrag im Lindauer Tagblatt für Stadt und Land:
„Aus dem Bienenwald (in der Rheinpfalz), 17. Jan.
Gestern Vormittag 8 Uhr wurde im Revier Langenberg westlich, an dem Minfeld»Büchelberger Sträßchen, auf der sog. langen Allee, der Schlaghüter und Holzsetzer Franz Ludwig Braun von Büchelberg durch zwei Wilderer erschossen. Er erhielt eine Kugel in die Stirne und 18 Schrote durch Herz und Lunge. Der Unglückliche, ein braver zuverlässiger Mann, hinterläßt eine trostlose Wittwe mit sechs, theilweise noch unversorgten Kindern. Zwei des Mordes verdächtige, leidenschaftlich der Wilddieberei ergebene junge Burschen von Büchelberg sind bereits gefänglich eingezogen. Braun ist seit 30 Jahren das dritte Opfer, das in Ausübung seiner Berufspflichten von den Händen der Büchelberger Wilderer seinen Tod gefunden hat. Als im Oktober 1854 der k. Forstwart Candidus auf derselben Abtheilungslinie von einem Büchelberger Raubschützen erschossen wurde, war Braun in Begleitung des ersteren, erkannte den Mörder und gab vor Gericht gegen denselben Zeugniß.“


(Johannes Becker, 2019)

Internet
reader.digitale-sammlungen.de: Lindauer Tageblatt - Amtsblatt für den Stadtmagristrat Lindau und das kgl. Amtsgericht Lindau: amtliches Bekanntmachunsorgan der Gemeinden Aeschach, Bodolz, Hoyren, Nonnenhorn, Oberreitneu, Reutin u. Weissensberg 1863, 1/6 (Jg. 10), Samstag, den 24. Januar 1863, No. 21. Seite 84 (abgerufen 20.02.2020)

Literatur

Arnold, Egon (1987)
Wanderführer Bienwald. Zusammengestellt von Egon Arnold. S. 29 f, Kandel.

Gedenkstätte Candidus im Bienwald

Schlagwörter
Ort
76744 Wörth am Rhein - Büchelberg
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung

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„Gedenkstätte Candidus im Bienwald”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-305444 (Abgerufen: 19. Januar 2022)
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