Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Marienthal

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Hamminkeln
Kreis(e): Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 43′ 54,23″ N: 6° 44′ 15,27″ O / 51,73173°N: 6,73758°O
Koordinate UTM 32.343.766,01 m: 5.733.623,53 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.550.999,96 m: 5.733.312,40 m
  • Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

    Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

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  • Außenansicht der Klosterkirche und des Pfarrhauses St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

    Außenansicht der Klosterkirche und des Pfarrhauses St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

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  • Blick auf die Orgelempore der Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

    Blick auf die Orgelempore der Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

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  • Schlafraum in den Klostergebäuden St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

    Schlafraum in den Klostergebäuden St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

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  • Schlafraum in den Klostergebäuden St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

    Schlafraum in den Klostergebäuden St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

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  • Blick auf den Chor der Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

    Blick auf den Chor der Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Hamminkeln-Marienthal (2015)

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Die ehemalige Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt liegt in charakteristischer niederrheinischer Landschaft am Ufer der Issel nahe bei Wesel. Der auf den ersten Blick unscheinbare Backsteinbau weist eine Reihe wertvoller Ausstattungsgegenstände auf, die teilweise aus mittelalterlicher Zeit, ansonsten aus dem 20. Jahrhundert, vorwiegend den 1920er Jahren, stammen. Die Kirche gilt damit als ein Zentrum neuer christlicher Kunst, in dem expressionistische Kunstwerke in eine einmalige Verbindung zu Artefakten der mittelalterlichen Kunst treten.

Geschichte
Schon bald nach ihrer Gründung um die Mitte des 13. Jahrhunderts in Italien gelangten die Augustiner-Eremiten erstmals an den Niederrhein. Ritter Sueder von Ringenberg stiftete dem Bettelorden, der vor allem Aufgaben der städtischen Seelsorge wahrnahm, das Kloster Beylar – heute Marienthal. Das Kloster wurde 1256 als erster Konvent der Augustinereremiten in Deutschland gegründet und 1345 an den heutigen Ort in der Nähe der Issel verlegt. Im selben Jahr begann man mit dem Bau der Klosterkirche, die um 1400 vollendet war. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche großzügig ausgestattet. Aus dieser Zeit stammt unter anderem das Chorgestühl, eine Arbeit aus dem benachbarten Wesel, einem damals bedeutenden Ort niederrheinischer Schnitzkunst. Im 17. und 18. Jahrhundert fungierte das Kloster als Noviziats- und Studienhaus der Ordensprovinz Köln. In den 1720er Jahren wurden einige Klostergebäude neu errichtet, dazu gehörten Sommer- und Winterrefektorium, Küche und Kapitelsaal, sowie Wirtschaftsgebäude und ein Baumgarten. Das Kloster besaß zudem zwei Wassermühlen, ein Back- und ein Brauhaus. Als das Kloster 1806 in Folge der Säkularisation der Rheinlande aufgelöst und zum großen Teil abgebrochen wurde, blieb neben der Kirche, einem Teil des mittelalterlichen Kapitelsaals und einem Kreuzgangflügel nur das südwestlich der Kirche gelegen Brauhaus erhalten. Man baute dieses Gebäude zum Pfarrhaus um, als welches es auch heute noch genutzt wird. 1839 wurde St. Mariae Himmelfahrt Pfarrkirche. Während der Amtszeit des Pfarrers Augustinus Winkelmann (1881–1954) wurde die Kirche mit zahlreichen Werken des rheinischen Spätexpressionismus ausgestattet. Winkelmann ließ die Kirche zudem renovieren. Während dieser Maßnahmen und während der umfassenden Restaurierungsarbeiten im Jahr 1991 durch das Land NRW und die Bezirksregierung Düsseldorf wurden Maßwerke sowie Wand- und Deckenmalereien in Kirche und Kreuzgang freigelegt, die noch aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Beschreibung
Von der ehemaligen Klosteranlage sind neben der Klosterkirche das sich Südwesten gelegene Pfarrhaus (ehem. Brauhaus), der sich im Süden an die Kirche anschließende Kreuzgangflügel und ein Teil des kreuzrippengewölbten Kapitelsaals (heute als Sakristei genutzt) südlich der Kirche erhalten. Der Klostergarten südlich des Kreuzgangflügels öffnet sich zur Issel, war früher jedoch von Klostergebäuden umgeben.
Die Kirche St. Mariae Himmelfahrt ist ein für Bettelorden typisch schlichter Backsteinbau mit schiefernem Satteldach und Dachreiter im Stil der niederrheinischen Spätgotik. Unter einem großen Spitzbogen sind an der Westfassade Rechteckportal, Maßwerknischen mit drei Sandsteinfiguren und Fenster zusammengefasst. Die Figuren des Künstlers Jupp Rübsam (1896-1976) stellen den Hl. Augustinus, die Muttergottes und die Hl. Monika dar. Das Innere der Kirche ist ein einschiffiger kreuzrippengewölbter Saal mit vier Jochen. Der Raum wird über einem hohen Sockel von spitzbogigen Fenstern belichtet. Die Gewölberippen sind in Wanddienste abgeleitet. Ein interessantes Detail stellt dabei die Konsolfigur eines Mönchs mit Rosenkranz dar. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um einen Augustiner, der am Bau der Kirche maßgeblich beteiligt war. Die Kirchenausstattung umfasst sowohl mittelalterliche als auch expressionistische Kunstwerke, zu letzteren zählen unter anderem Fenster, Hochaltar, Tabernakel, Taufstein und Predigtpult. Auch der Friedhof zeigt zahlreiche Beispiele moderner Grabmalskunst. Expressionistische Kunstwerke lassen sich darüber hinaus in den Mönchszellen finden, die über dem Kreuzgangsflügel des 17. Jahrhunderts liegen. Diese wurden von Künstlern ausgemalt, die die Zellen zeitweise bewohnten.

Die Kirche St. Mariae Himmelfahrt sowie Pfarr-, Küsterhaus, Noviziat, Wirtschaftsgebäude, Klostergarten mit Hof, Umwehrungsmauer und Heizungsgebäude befinden sich im Eigentum des Landes NRW und werden von der Bezirksregierung Düsseldorf verwaltet.

Denkmalpflegerische und bauliche Maßnahmen

1979-1980Isolierung der Außenwände
1982Einbau einer Heizungsanlage und Wärmedämm-Maßnahmen am Gewölbe
1984Erneuerung der Orgelempore, Restaurierung der Orgel, Instandsetzung des Dachreiters
1985Anschluss an öffentliche Kanalisation
1986Umbau und Sanierung des Pfarrhauses
1996Gesamtinstandsetzung des Doppelpfarrhauses und des Küsterhauses – Dächer, Außenfassaden und Instandsetzung im Inneren
2008-2015Instandsetzung des Hochaltars und der Reliquien, Sanierung der Seitenaltäre und Orgel
2009Instandsetzung des Kirchengestühls
2009-2010Instandsetzung des Chorgestühls sowie der Beichtstühle
2015Reparatur der Dachkonstruktion und der Dachräume
NutzungKath. Pfarrkirche und Kloster der Karmeliter
RessortBauministerium (MBWSV) NRW
DenkmalbehördeRegierungspräsident Düsseldorf
DenkmallisteHamminkeln, Nr. 14, 27.07.1986

(Catharina Hiller, Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln, 2016)

Literatur

Dehio, Georg; Euskirchen, Claudia (Bearb.) (2005)
Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen 1. Berlin, München.
Hagemann, Manuel / Groten, Manfred (Hrsg.) (2012)
Hamminkeln-Marienthal. Augustinererimiten (1256–1806). In: Nordrheinisches Klosterbuch (Lexikon der Stifte und Kläster bis 1815, Teil 2: Düsseldorf bis Kleve) (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte), Siegburg.
Rohde, Friedrich (1988)
Klosterkirche Marienthal Niederrhein (= Schnell Kunstführer Nr. 1017). München.
Schulz, Maximilian Maria (1955)
Sakrale Kunst in Marienthal. o. O.

Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Marienthal

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
An der Klosterkirche 8
Ort
46499 Hamminkeln - Marienthal
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1345 bis 1400

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„Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt in Marienthal”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-298060 (Abgerufen: 24. Oktober 2020)
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