Standbilder Johannes Nepomuk in Gossersweiler

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Gossersweiler-Stein
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 09′ 44,4″ N: 7° 55′ 36,83″ O / 49,16233°N: 7,9269°O
Koordinate UTM 32.421.766,57 m: 5.446.056,13 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.421.810,81 m: 5.447.795,54 m
  • Standbilder Johannes Nepomuk in Gossersweiler (2019)

    Standbilder Johannes Nepomuk in Gossersweiler (2019)

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An der katholischen Kirche in Gossersweiler ist eine Heiligenfigur angebracht. Es handelt sich vermutlich um Johannes von Nepomuk und nicht um den Kirchenpatron Cyriakus. Ein weiteres Standbild es Heiligen Nepomuk steht im Inneren der Kirche.

Geschichte des Standbilds
Von der Heiligennische der katholischen Pfarrkirche St. Cyriakus in Gossersweiler blickt eine Figur, die dort eigentlich nicht hingehört. Zu erwarten wäre hier eine Figur des Heiligen Cyriakus, der seit 1769 Hauptpatron der Kirche ist – und eine solche Figur soll sich nach Eckardt (1935) auch früher dort befunden haben. Ähnliche HInweise ergeben sich auch aus dem Inventar (2017) des Bischöflichen Ordinariats. Demnach soll sich hier die Figur eines „Heiligen mit Schlange (Cyriakus?), 1800“ befunden haben, die heute im Andachtsraum im Erdgeschoss des Turmes aufgestellt ist. Ein Foto bei Eckardt (1935) ist leider zu unscharf, um Klarheit schaffen zu können.

Bei der heute in der Nische des Kirchturms aufgestellten Figur dürfte es sich um St. Johannes von Nepomuk handeln, der das geistliche Kleid des Kanonikers trägt. Über eine Soutane fällt das halblange spitzenbesetzte Chorhemd (Rochett), über das sich der hermelingezierte Pelzumhang des Domherrn breitet. Anders als bei anderen Nepomuk-Statuen fehlen kleine Engelsfiguren, die ihn begleiten – und vor allem das Kreuz, auf das er blickt. Ein solches könnte er jedoch in der rechten Hand gehalten haben, die offensichtlich abgebrochen ist.

Die Figur zeigt große Ähnlichkeit zu einer weiteren Nepomuk-Statue, die sich im Inneren der Kirche an der Nordwand des Neubaus befindet. Hier hält eine aufwendig bemalte Figur des Heiligen ein Kruzifix in der rechten Hand. Eine solche Holzfigur befand sich früher am 1740 erbauten Pfarrhaus, das inzwischen einem Neubau gewichen ist. Aufgrund des guten Erhaltungszustandes ist es allerdings unwahrscheinlich, dass es sich bei der Figur in der Kirche tatsächlich um die Figur vom Pfarrhaus handelt. Das oben erwähnte Inventar (2017) datiert die Figur auf 1750–1769.

Aufgrund der schlechten Quellenlage lässt sich die Herkunft der beiden Nepomuk-Figuren leider nicht aufklären. Und für den Kirchturm, der von der politischen Gemeinde erbaut wurde und instand gehalten werden musste, sind keine Rechnungen oder andere Unterlagen mehr vorhanden, die Aufschluss hätten geben können.

Eckardt (1935) beschreibt das Objekt so: „KATH. PFARRKIRCHE ST. CARIAKUS. … Hübsche Portale: Das Südportal am Turm zeigt eine ionisierende Pilasterarchitektur mit Gesims und gerundeten Giebelschenkeln, zwischen letzteren eine Nische mit Holzfigur St. Cyriakus. ... PFARRHAUS. Erbaut 1740 Bescheidene, eingeschossige Anlage mit 5:2 Fensterachsen. Halbwalmdach. An der Hofseite Portal mit gebrochenem Rahmenwerk. Der Schlußstein zeigt einen Kelch und die Jahreszahl 1740. An der Giebelseite oben Nische mit Holzfigur St. Johannes Nepomuk.“

Im Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Südliche Weinstraße ist lediglich das Kirchengebäude, nicht jedoch eine der Figuren erwähnt.

Religiöser Hintergrund
Johannes (von) Nepomuk wurde um 1350 in Pomuk (Böhmen) geboren. Nach seiner Priesterweihe und dem Studium des Kirchenrechts berief ihn der Prager Erzbischof zu seinem Generalvikar. Im Jahre 1393 übergab ihn der grausame König Wenzel seinen Folterknechten, die den fast zu Tode Gequälten nachts von der Moldaubrücke in den Fluss stürzten. Dies war zur damaligen Zeit die übliche Todesstrafe für Geistliche.
Johannes kämpfte unerschrocken für die Rechte der Kirche gegen die Fürstenmacht. Er verkörpert die Ablehnung der politischen Gewalt, den moralischen Widerstand gegen den Despotismus bis zu seinem gewaltsamen Tod. Er wird auch als standhaft verschwiegener Priester verehrt, der als Beichtvater der Königin ihrem misstrauischen Gatten gegenüber das Beichtgeheimnis wahrte.
St. Nepomuk wurde 1721 selig gesprochen und 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen, von den Jesuiten 1732 zum 2. Ordenspatron erhoben und gilt als „Brückenheiliger“, Schutzpatron der Schiffer und Flößer sowie Patron des Beichtgeheimnisses. Angerufen wurde der vornehmlich bei Trockenheit und Überschwemmungen sowie bei der Verteidigung des guten Rufes.

(Rudolf Wild, 2019)

Internet
www.heiligenlexikon.de: Johannes Nepomuk (abgerufen 06.09.2019)

Literatur

Eckhardt, Anton (1935)
Die Kunstdenkmäler des Bezirksamtes Bergzabern. In: Die Kustdenkmäler von Bayern, Regierungsbezirk Pfalz, Band 4 (Unveränderter Nachdruck 1976), S. 220-224, München.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (2019)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Südliche Weinstraße. (Denkmalverzeichnis Kreis Südliche Weinstraße 08. Mai 2019). S. 44, Mainz. Online verfügbar: GDKE RLP - Kreis Südliche Weinstraße, abgerufen am 08.05.2019
Sommer, Anke / Bischöfliches Denkmalamt, Wolfgang Franz, Dom- und Diözesankonservartur (Hrsg.) (2017)
Inventar des beweglichen Kunst- und Kulturgutes im Bistum Speyer. Kirchengemeinde Annweiler Hl. Elisabeth, Teil V / VII, Kirchenstiftung Gossersweiler St. Cyriakus. Bischöfliches Ordinariat Speyer (Juni 2017).
Weinmann, Fred / Alter, Willi (Hrsg.) / Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (Hrsg.) (1964)
Religiöse Flurdenkmale I. Der Bildstock. / Die Figurale Freiplastik / Johannes von Nepomuk. In: Pfalzatlas, Textband I, S. 288 ff., Speyer.

Standbilder Johannes Nepomuk in Gossersweiler

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Wassergasse 2
Ort
76857 Gossersweiler
Fachsicht(en)
Landeskunde, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 1750 bis 1769

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Standbilder Johannes Nepomuk in Gossersweiler”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-297027 (Abgerufen: 1. Dezember 2020)
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