Katzenkopfer Woog am Modenbach

Katzenkopfklause

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Wilgartswiesen
Kreis(e): Südwestpfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 14′ 10,33″ N: 7° 50′ 47,74″ O / 49,2362°N: 7,84659°O
Koordinate UTM 32.416.037,39 m: 5.454.354,11 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.416.079,32 m: 5.456.096,80 m
  • Mauerwerk im Dammbereich mit sichtbarem Auslauf

    Mauerwerk im Dammbereich mit sichtbarem Auslauf

    Fotograf/Urheber:
    Matthias Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Triftbauwerk unmittelbar unterhalb der Quelle

    Triftbauwerk unmittelbar unterhalb der Quelle

    Fotograf/Urheber:
    Matthias Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Quelle des Modenbaches; Holztrift am Modenbach

    Quelle des Modenbaches; Holztrift am Modenbach

    Fotograf/Urheber:
    Matthias Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
  • Dammbereich und baumbewachsenes leeres Woogbecken

    Dammbereich und baumbewachsenes leeres Woogbecken

    Fotograf/Urheber:
    Matthias Dreyer
    Medientyp:
    Bild
    Anklicken öffnet eine größere Vorschau in Galerieansicht
Der Katzenkopfer Woog bildet den Ausgangspunkt der Holztrift am Modenbach. Der heute abgelassene Woog befindet sich rund 400 Meter unterhalb der Quelle. Der Name des Woogs ist auf den südlich hiervon gelegenen 553 Meter hohen Berg Katzenkopf zurückzuführen. Das unmittelbare Woogumfeld ist heute weitgehend von der Natur eingenommen; sowohl im Woogbecken als auch am gemauerten Dammbereich sind starker Baumbewuchs und Verbuschung zu sehen.

Funktion
Der Katzenkopfer Woog war im System der Holztrift ein Durchleitungswoog. Wesentliches Merkmal war der Aufstau und die schubartige Abgabe von möglichst großen Mengen an Wasser zeitgleich mit der Durchleitung der Holzscheitfracht. Das Absperr- und Auslaufbauwerk wurden passend für die gut einen Meter messenden Holzscheite errichtet.

Bauwerke
Der Katzenkopfer Woog, der sich zusammen mit dem Grünthaler Woog in einem engen und tiefeingeschnittenen Tal befindet, ist in weiten Teilen von der Natur eingenommen. Woogbecken und Dammbereich werden von Verbuschung, Baumbewuchs und herabgefallenen Baumstämmen überlagert.
Der einst wasserstauende Damm besteht weitestgehend aus gemauerten Sandsteinquadern. Der Dammbereich ist jedoch aufgrund der umfangreichen Vegetation nicht mehr vollständig intakt. Erkennbar ist der knapp zwei Meter breite Durchlass mit Fugen für die einst wasserstauenden Holzbohlen. Das heißt, dass bereits rund 400 Meter unterhalb der Quelle genügend Wasser aufgestaut war, um die Holzfracht zu triften. Der Überbau mit dem Mechanismus zur Regulierung der Holzbohlen ist nicht erhalten.
Wie auch bei der Mehrzahl der Triftwooge am Modenbach befindet sich im Katzenkopfer Woog kein aufgestautes Wasser mehr. Einzig ein geringer Bachdurchfluss besteht.

Räumliche und zeitliche Einordnung des Wooges
Der Katzenkopfer Woog war einst Teil der Holztrift am Modenbach. Der rund vier Kilometer lange Modenbach zählt zum Einzugsgebiet der Queich, die den mittleren vom südlichen Pfälzerwald (Wasgau) trennt. Angelegt wurde er im Jahr 1824. Die Holztrift im Pfälzerwald wurde großflächig bis ins späte 19. Jahrhundert betrieben, am Modenbach bis zum Jahr 1905, das heißt, bis unmittelbar vor der offiziellen Einstellung der gesamten Holztrift im Pfälzerwald.

Umgebung des Wooges
Gut 400 Meter oberhalb des Katzenkopfer Wooges befindet sich der Quellaustritt des Modenbaches, der Schubertloch genannt wird. Eine einfache Rohrfassung, die ins natürliche Gestein eingebracht wurde, führt das Wasser ab. Eine bauliche Ausschmückung, wie zum Beispiel ein Brunnenbecken, ist nicht vorhanden.
Unmittelbar unterhalb der Quelle findet sich heute ein Relikt eines weiteren Bauwerks. Es handelt sich um einen knapp zwei Meter hohen senkrechten Wassersturz. Beim genaueren Betrachten offenbart sich jedoch ein Grundablass, der einst Teil einer heute nicht mehr vorhandenen Staumauer war. Vermutlich handelt es sich um einen früheren quellnahen Sammelwoog. Wegen der fehlenden Staumauer wird das Wasser nicht mehr durch den Grundablass abgeführt, sondern fließt über die senkrechte Mauerkante.


(Matthias C.S. Dreyer, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2019)

Literatur

Albrecht, Karl-Heinz / Landkreis Pirmasens (Hrsg.) (1983)
Die südpfälzische Holztrift und ihr Ende vor 100 Jahren. (Heimatkalender für das Pirmasenser und Zweibrücker Land 1983.) S. 53-56. Rengsdorf (Westerwald).
Koehler, G. (2010)
Konzept zur ökologischen Bewertung und Entwicklung der Wooge im Biosphärenreservat Pfälzerwald. (Reihe der Berichte des Fachgebietes Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Kaiserslautern (Bericht 20).) o. O.

Katzenkopfer Woog am Modenbach

Schlagwörter
Ort
76848 Wilgartswiesen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1824, Ende 1905

Empfohlene Zitierweise

Urheberrechtlicher Hinweis
Der hier präsentierte Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Die angezeigten Medien unterliegen möglicherweise zusätzlichen urheberrechtlichen Bedingungen, die an diesen ausgewiesen sind.
Empfohlene Zitierweise
„Katzenkopfer Woog am Modenbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-292708 (Abgerufen: 29. Januar 2020)
Wir verwenden Cookies, um die Nutzbarkeit unserer Seiten zu optimieren. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie weitere Informationen auf unserer Internetseite.
Seitenanfang