Ehemaliger Pferdestall der Hespertalbahn in Velbert-Hefel

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Gemeinde(n): Velbert
Kreis(e): Mettmann
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Koordinate WGS84 51° 21′ 25,71″ N: 7° 03′ 17,42″ O / 51,35714°N: 7,05484°O
Koordinate UTM 32.364.565,04 m: 5.691.337,59 m
Koordinate Gauss/Krüger 2.573.519,52 m: 5.691.907,53 m
Nahe des Naturschutzgebietes Steinbruch Hefel finden sich Gemäuerreste eines mutmaßlichen Pferdestalls. Diese sind historische Zeugnisse der ursprünglich durch Pferde betriebenen Hespertalbahn für den Transport von abgebautem Kalkstein in der Region.

Der Raum Velbert ist bereits seit dem 16. Jahrhundert durch den Abbau von Rohstoffen geprägt. Es dominierte der Erzbergbau auf Blei-Zinkerze und Eisenerze sowie Alaunschiefer. Daneben förderte man den bei der Erzerzeugung benötigten Kalk, beispielsweise in der Zeche Stolberg, wo sehr reine Kalkadern aufgeschlossen werden konnten. In unmittelbarer Nähe zu Essen kamen bereits die südlichsten Flöze des Kohlereviers an die Oberfläche.

Die Rohstoffe wurden nach dem Abbau in Velbert zur Verhüttung an andere Orte, wie das Eisenhüttenwerk „Phönix“ in Kupferdreh transportiert. Aufgrund der Lage der Gruben stellte der Abtransport mit regulären Fuhrwerken Probleme dar, weshalb man 1852/53 mit dem Bau einer schmalspurigen Pferdeschleppbahn, der Hespertalbahn, begann. Diese führte zunächst von den Gruben Thalburg und Clara (heute Heiligenhaus) über Dietrich-Wilhelm und Stolberg ins Hespertal und über Haus Scheppen nach Kupferdreh.

Nach Schließung der Velberter Gruben sicherte der Abbau anderer Rohstoffe, wie Kalk, den Fortbestand der Hespertalbahn. Man eröffnete weitere Steinbrüche in Velbert-Hefel und schloss sie an die Hespertalbahn an, indem bei Oberhesper eine Gabelung errichtet wurde. Am Ende der Hespertalbahn im Hefel befand sich die Endstation und somit der „Bahnhof“. Hier kamen die gelieferten Güter an und wurden die Wagons mit Kalkstein beladen, bzw. sie wurden in den Kalksteinbrüchen als auch im Stollensystem Untertage beladen. Zusätzlich gab es dort noch einen Anschluss zum Plögersteinbruch (einst Kalkstein-Lieferant, in zweiter Nutzung Mülldeponie, heute übererdet und versiegelt).

Bei den heute noch sichtbaren Gemäuerresten handelt es sich um Stützmauern in trockener Mauerung aus Bruchstein zur Absicherung der Gleise. In dieser Stützmauer ist ein mutmaßlicher Pferdestall eingebaut. Vom Pferdestall sind noch die Seiten und die Rückwand vorhanden.

Der Unterstand wurde mutmaßlich für die Pferde der Pferdeschleppbahn genutzt, danach bei Betrieb mit Dampflokomotiven wahrscheinlich anderweitig.

(Maren Lenz / Biologische Station Haus Bürgel - Stadt Düsseldorf - Kreis Mettmann e.V. mit freundlicher Unterstützung von Bernd Knop / Landschaftsverband Rheinland, 2019)

Literatur

Hagedorn, Dirk / Leitsch, Joachim / Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn e.V. (Hrsg.) (2008)
Kohle, Kalk und Erze. Die Geschichte der Hespertalbahn (2. erw. Auflage). Essen.
Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) (Hrsg.) (2018)
Fachinformation Naturschutzgebiet Steinbruch Hefel. o. O.

Ehemaliger Pferdestall der Hespertalbahn in Velbert-Hefel

Schlagwörter
Ort
Velbert - Hefel
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger

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„Ehemaliger Pferdestall der Hespertalbahn in Velbert-Hefel”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290200 (Abgerufen: 11. August 2020)
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