Gandertwoog am Legelbach

Gandertklause, Backerthaler Klause

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Elmstein
Kreis(e): Bad Dürkheim
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 22′ 10,55″ N: 7° 54′ 55,59″ O / 49,3696°N: 7,91544°O
Koordinate UTM 32.421.262,00 m: 5.469.109,06 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.421.305,96 m: 5.470.857,63 m
  • Gandertwoog mit Mönch am Legelbach (2018)

    Gandertwoog mit Mönch am Legelbach (2018)

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  • Wasserabsturz am Gandertwoog am Legelbach (2018)

    Wasserabsturz am Gandertwoog am Legelbach (2018)

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  • Wasserbauwerke am Gandertwoog am Legelbach (2018)

    Wasserbauwerke am Gandertwoog am Legelbach (2018)

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  • Mönch am Gandertwoog am Legelbach (2018)

    Mönch am Gandertwoog am Legelbach (2018)

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  • Gandertwoog am Legelbach (2018)

    Gandertwoog am Legelbach (2018)

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  • Nachbau einer Köhlerhütte (Köte) am Gandertwoog am Legelbach (2018)

    Nachbau einer Köhlerhütte (Köte) am Gandertwoog am Legelbach (2018)

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Der Gandertwoog diente im Zuge der Holztrift am Legelbach einst als seitlicher Sammelwoog. Prägnantes Merkmal des Wooges ist die Lage in dem Seitental Bäckertälchen rund 50 Meter oberhalb des Legelbaches. Der Woog liegt gut 300 Meter nördlich des Abzweiges der Landesstraße L 504, die Elmstein mit Waldleiningen verbindet. Das bauliche Ensemble am Gandertwoog ist außergewöhnlich gut erhalten.

Der heutige Zustand des Gandertwooges stammt überwiegend aus der ursprünglichen Zeit der Holztrift im 19. Jahrhundert. Insofern bestehen die baulichen Relikte allesamt aus behauenem Sandstein. Der aus Sandsteinplatten gefertigte Mönch wird durch funktionsfähige Holzbohlen ergänzt. Dieses Bauwerk konnte den noch heute gefüllten Woog bis zu einem Maximalpegel stauen. Während der Triftereignisse wurden schubartig große Wassermengen durch Herausziehen der Holzbohlen abgelassen. Das Wasser floss durch einen Grundablass, der in den Damm aus aufgeschüttetem Erdreich eingelassen war. Anschließend gelangte das Wasser durch einen mehrere Meter langen Triftkanal zu einem senkrechten Wasserabsturz. Er besitzt eine Fallhöhe von zwei bis drei Metern. Er ist das markanteste Bauwerk am Gandertwoog, nicht nur der Fallhöhe wegen, sondern auch aufgrund der treppenartigen Bauweise der beiden Seitenmauern. Der weitere Fließweg des Wassers führte am tief eingeschnittenen Talgrund ca. 50 Höhenmeter hinab, um dann in den Legelbach zu münden.

Die Kombination aus gefülltem Woog und vergleichsweise sehr gutem Erhaltungszustand der Sandsteinbauwerke aus dem 19. Jahrhundert ermöglichen ein gutes Verständnis der Vorgehensweise bei der Holztrift in der „bayrischen Zeit“ der Pfalz.
Der Gandertwoog war einst Teil der Holztrift am Legelbach. Erbaut wurde er 1830. Die Holztrift im Pfälzerwald wurde bis ins späte 19. Jahrhundert betrieben. Der Legelbach besteht aus einem Hauptfließgewässer, das wahlweise als Legelbach oder Großer Legelbach bezeichnet wird, und aus dem einzigen nennenswerten Zufluss, dem Kleinen Legelbach. Der rund vier Kilometer lange Legelbach zählt zum Einzugsgebiet des Speyerbachs im mittleren Pfälzerwald. Die Länge des Kleinen Legelbachs beträgt rund einen Kilometer. Die Mündung des Legelbaches in den Speyerbach befindet sich rund 500 Meter westlich des Ortsrandes der Gemeinde Elmstein.

Funktion
Der Gandertwoog war im System der Holztrift ein seitlich gelegener Sammelwoog. Wesentliches Kennzeichen des Sammelwooges war der Aufstau von möglichst großen Mengen an Wasser. Der Sammelwoog hatte ausschließlich die Funktion des Wasserstaus und der Wasserabgabe während der Holztriftereignisse. Entsprechend musste das Auslaufbauwerk dimensioniert werden.

Nähere Umgebung des Wooges
Am Gandertwoog befindet sich eine Schutzhütte mit ungewöhnlicher Kegelform. Es handelt sich um den Nachbau einer Köte, der Schutzhütte eines Köhlers. Eine Informationstafel erläutert, dass an diesem Standort in früheren Zeiten Holz nicht nur zu Brennholzzwecken über den Legelbach in die Rheinebene getriftet wurde, sondern aus Holz auch Holzkohle hergestellt wurde. Dazu schichtete der Köhler Holzscheite zu einem Kohlenmeiler auf. Die Herstellung von Holzkohle, so informiert eine Tafel, dauerte einst fünf bis acht Tage. Während dieser Zeit hielt sich der Köhler in der Köte auf. Heute dient die Köte als Schutzhütte für Wanderer und wird ergänzt durch Sitzbänke und einen Holztisch. Durch die herausgehobene Lage des Gandertwooges, 50 Meter oberhalb des Legelbaches, bietet der Standort einen weiten Blick über den Legelbach hinweg zum gegenüber liegenden 438 Meter hohen Legelberg.

(Matthias C.S. Dreyer, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, 2018)

Literatur

Albrecht, Karl-Heinz / Landkreis Pirmasens (Hrsg.) (1983)
Die südpfälzische Holztrift und ihr Ende vor 100 Jahren. (Heimatkalender für das Pirmasenser und Zweibrücker Land 1983.) S. 53-56. Rengsdorf (Westerwald).
Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.) (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (Denkmalverzeichnis Kreis Bad Dürkheim, 26.09.2017). S. 33, Mainz. Online verfügbar: denkmalliste.gdke-rlp.de Bad Dürkheim, abgerufen am 26.09.2017
Koehler, G. (2010)
Konzept zur ökologischen Bewertung und Entwicklung der Wooge im Biosphärenreservat Pfälzerwald. (Reihe der Berichte des Fachgebietes Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Kaiserslautern (Bericht 20).) o. O.

Gandertwoog am Legelbach

Schlagwörter
Ort
67471 Elmstein
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Landeskunde, Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Bauaufnahme, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger, Übernahme aus externer Fachdatenbank
Historischer Zeitraum
Beginn 1830, Ende 1906

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Gandertwoog am Legelbach”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290145 (Abgerufen: 4. Juni 2020)
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