Schleuse und Klappbrücke Kasenort

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Landrecht
Kreis(e): Steinburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Schleuse und Klappbrücke Kasenort (2018)

    Schleuse und Klappbrücke Kasenort (2018)

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  • Schleusenkammer der Schleuse Kasenort (2018)

    Schleusenkammer der Schleuse Kasenort (2018)

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  • Schleuse und Klappbrücke Kasenort (2018)

    Schleuse und Klappbrücke Kasenort (2018)

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  • Schleuse Kasenort (2018)

    Schleuse Kasenort (2018)

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  • Blick von der Schleuse Kasenort auf die Mündung der Wilsterau in die Stör (2018)

    Blick von der Schleuse Kasenort auf die Mündung der Wilsterau in die Stör (2018)

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    Schleuse und Klappbrücke Kasenort (2018)

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  • Blick vom Deich auf die Schleuse Kasenort (2018)

    Blick vom Deich auf die Schleuse Kasenort (2018)

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  • Schleusenkammer der Schleuse Kasenort (2018)

    Schleusenkammer der Schleuse Kasenort (2018)

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  • Schleuse und Klappbrücke Kasenort (2018)

    Schleuse und Klappbrücke Kasenort (2018)

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Objektbeschreibung
Die Schleuse Kasenort ist eine Binnenschleuse aus dem Jahr 1925 an der Mündung der Wilsterau in die Stör. Am Stördeich wird das sogenannte Unterwerk mit Hilfe einer Klappbrücke überspannt. Das Unterwerk verbindet die Schleusenkammer mit dem Unterwasser, also dem tiefer liegenden Teil des Wasserlaufs; das Oberwerk verbindet die Schleusenkammer entsprechend mit dem Oberwasser. In der 129 Meter langen Schleusenkammer befinden sich sowohl Anleger für die Sport- als auch für die Fahrgastschifffahrt. Der Schleusenhub zwischen der Wilsterau und der Stör beträgt 1,70 Meter. Über die Wilsterau wird eine Fläche von 3.500 ha der Wilstermarsch entwässert. Bei Ebbe sinkt der Wasserspiegel der Stör so weit, dass der Staudruck der Wilsterau die Schleusentore öffnet, wohingegen bei auflaufendem Wasser die Schleusentore durch den Schleusenwärter geschlossen werden. Im Falle von Sturmfluten auf Nordsee und Elbe bleiben die Schleusentore geschlossen, da dadurch auch der Wasserstand der Stör nicht genug absinken kann. 2017 wurde die Schleuse zusätzlich durch eine vorgelagerte Tauchpumpe ausgestattet, die im Falle einer Sturmflut und/oder andauernder Regefälle das Binnenhochwasser über einen ausgebauten Durchlaufkanal entwässern kann.

Kulturlandschaftlicher Bezug
Die Schifffahrt auf der Wilsterau hat eine jahrhundertelange Tradition. Bereits vor dem Bau der ersten Schleuse um 1438 verbanden Segler die Stadt Wilster über das Fluss-System der Stör und der Wilsterau mit der Elbe und Nordsee. Da die Niederungen der Wilstermarsch unterhalb des Meeresspiegels liegen, dient die Schleuse sowohl dem Verkehr als auch der Entwässerung des Marschlandes in die Stör. Seit der Errichtung des Sperrwerkes an der Störmündung 1975 ist die Schleuse Teil der zweiten Deichlinie zum Schutz vor Hochwasser bei Versagen der ersten Linie am Elbdeich. Die Schleuse ist ein wichtiger Identifikationsort für die Einwohner der nahen Stadt Wilster und der gesamten Wilstermarsch.

Entstehungsgeschichte
Bis zur Allerheiligenflut im Jahr 1436 gab es noch keine Schleuse zwischen der Wilsterau und der damals zur Elbe hin offenen Stör. Die Schiffe konnten bis dahin den Hafen von Wilster direkt erreichen. Die größtenteils unter dem Meeresspiegel liegende Wilstermarsch wurde nur durch die Deiche der Stör und die niedrigeren Deiche an der Wilsterau geschützt. Das erwähnte verheerende Hochwasser des Jahres 1436 trat jedoch über die Deiche und bewog den damaligen Landesherren der Grafschaften Holstein und Stormarn, Graf Adolf VIII., umfangreiche Wasserbaumaßnahmen zu veranlassen. In diesem Zusammenhang wird in seinem „Spadenlandbrief“ von 1438 auch erstmals eine Schleuse an der Mündung der Wilsterau in die Stör beschrieben. Diese erste Schleuse lag nördlich der natürlichen Mündung der Wilsterau, etwa dort wo sich heute die benachbarte „Feldschleuse“ befindet.

Frühere Schleusenbauwerke waren allerdings deutlich kleiner dimensioniert, wodurch die Möglichkeiten für die Schifffahrt begrenzt blieben. Noch 1835 soll die alte Schleuse lediglich eine Breite von 3,60 Meter besessen haben, bevor sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunächst auf eine Breite von 4,20 Meter und schließlich 1889 auf 4,40 Meter verbreitert wurde. Bis 1914 gab es in Kasenort zwei Schleusenkammern, eine musste jedoch 1914 wegen baulicher Mängel zugeschüttet werden. Nach ihrer Schließung verblieb nur noch eine hölzerne, gedeckte Schleuse als Tunnelschleuse durch den Deich. Diese Konstruktion konnte nur in einem schmalen Zeitfenster zur gezeitenabhängigen Stör befahren werden. Als die Wilsterau 1913 zur Wasserstraße erster Ordnung erklärt wurde, gab es Bestrebungen einer Modernisierung der hölzernen Schleuse, die jedoch durch den folgenden Ersten Weltkrieg zunichte gemacht wurden. Erst durch die Havarie einer Segelschute 1920 wurden diese Überlegungen wieder aufgegriffen. Die Schute hatte sich in der Tunnelschleuse verklemmt und blockierte die Schleusentore zur Stör. In der Folge strömte die steigende Flut der Stör ungehindert in die tiefer liegende Wilsterau, die im nahen Wilster nicht durch Deiche gesichert war, so dass nach einem Bericht der Wilsterschen Zeitung „Die Enten in der Rathausstraße schwammen“. Daraufhin wurde ein kompletter Neubau der Schleusenanlage beschlossen, welche 1926 eingeweiht werden konnte. Die zugeschüttete alte Tunnelschleuse lag zwischen der heutigen Schleusenkammer und der Straße Kathen. Die Grenze zur benachbarten Gemeinde Stördorf folgt noch heute ihrem Verlauf. Großes Engagement der Anwohner hat im Jahr 2000 zu einer umfangreichen Instandsetzung des Oberhauptes mit Reaktivierung der Fahrgastschifffahrt geführt. Seit 2017 wird das Unterhaupt der Schleuse umfänglich saniert. In diesem Zuge erfolgte die Nachrüstung einer Entwässerungspumpe für die Wilsterau. Die Fertigstellung ist für 2019 geplant.

Baubeschreibung
Die Schleuse Kasenort ist eine Kammerschleuse von 1925/26 mit einem Unterwerk zur Stör und einem Oberwerk zur Wilsterau sowie einer Klappbrücke zur Überbrückung des Unterwerks für den landseitigen Straßenverkehr. Das aus Stampfbeton und Ziegelmauerwerk hergestellte Unterwerk weist eine Breite von 7 Metern bei einer Sohlenhöhe von 3,2 Meter über NN auf. Es bestand zunächst aus zwei hölzernen Stemmtorpaaren, die 1962 gegen Stahltore ausgetauscht wurden, sowie einem inzwischen stillgelegten dritten Ebbetorpaar. Die Anlage öffnet eine durch Umwallungen aus Erde hergestellte 129 Meter lange Schleusenkammer und wird durch ein ebenfalls ziegelsichtiges Ober- oder Binnenwerk zur Wilsterau begrenzt. In das Unterwerk wurde eine aus Stahl gefertigte Klappbrücke installiert, um die am Stördeich verlaufende Straße Kasenort über die Schleusenanlage zu führen.

Baukultureller Wert
Die Schleuse Kasenort ist 1990 als technisches und die Kulturlandschaft prägendes Kulturdenkmal in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen wurden. Das Wasserbauwerk, bestehend aus dem Oberhaupt, der mit Erdwällen eingefassten Schleusenkammer sowie dem Unterhaupt mit integrierter Stahl-Klappbrücke ist ein seltenes und wichtiges Zeugnis der Ingenieurbautechnik des beginnenden 20. Jahrhunderts. Zudem ist sie ein wichtiger Ort der Identifikation für die Menschen in der Region.

Lage und Anfahrt
Die Schleusenanlage ist über die Bundesstraße 5, Abfahrt Wilster zu erreichen. Nach der Abfahrt von der Bundesstraße, weiter in Richtung Wilster auf der Rathausstraße. Erste Kreuzung rechts in die Straße Kathen, nach 2,5 km befindet sich rechts an der Schleuse ein Parkplatz. Ein Gastronomiebetrieb ist im Umfeld vorhanden.

(Jana Frank (www.agil-online.de), erstellt im Auftrag der Arge Maritime Landschaft Unterelbe in Kooperation mit dem Kreis Steinburg, dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und der Lise-Wielatt Münster-Stiftung. Gefördert von der Metropolregion Hamburg, 2018)

Internet
wilsterau-schleuse.de: Förderverein „Wilster -Au und Schleuse e.V.“ (abgerufen am 21.11.2018)
holstein-tourismus.de: Schleuse Kasenort (abgerufen am 21.11.2018)

Literatur

Stadelmann, Robert (2010)
Den Fluten Grenzen setzen. : Schleswig-Holsteins Küstenschutz ; Westküste und Elbe. Husum.

Schleuse und Klappbrücke Kasenort

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kasenort
Ort
25554 Landrecht
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 2 DSchG SH
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1925 bis 1926
Koordinate WGS84
53° 54′ 41,96″ N, 9° 24′ 33,15″ O / 53.91165°, 9.40921°
Koordinate UTM
32U 526880.06 5973769.97
Koordinate Gauss/Krüger
3526960.51 5975720.2

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Schleuse und Klappbrücke Kasenort”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290010 (Abgerufen: 19. März 2019)
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