Bischöflicher Kaltenhof

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Archäologie
Gemeinde(n): Bad Schwartau
Kreis(e): Ostholstein
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 53° 55′ 5,57″ N: 10° 43′ 23,72″ O / 53,91821°N: 10,72326°O
Koordinate UTM 32.613.174,74 m: 5.975.797,72 m
Koordinate Gauss/Krüger 4.416.215,94 m: 5.977.126,12 m
In Bad Schwartau, südlich der Kaltenhöfer Straße und der Autobahnabfahrt Seeretz, lag vom Ende des 13. bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Hof Kaltenhof. An die Existenz dieses bischöflichen Wirtschaftshofes erinnert eine 1976 eingerichtete Gedenkstätte. Die Reste des Turmhügels liegen jedoch noch ein Stück weit südlich davon auf dem Mittelstreifen der A 226 und sind nicht zugänglich.

Konflikte zwischen Bischof und Stadt
Der Kaltenhof wurde vermutlich um 1280 errichtet. Er war nur zeitweise befestigt, da die Stadt Lübeck auf Grundlage des im Reichsfreiheitsbrief von 1226 verankerten Burgenbauverbots gegen eine dauerhafte Befestigung vorging. Der mit juristischen wie auch mit gewaltsamen Mitteln ausgetragene Konflikt um die Befestigung des Kaltenhofs begann Ende des 13. Jahrhunderts. Ein 1298 gefälltes Schiedsurteil sah eine Entfestigung vor, wurde jedoch durch den Lübecker Bischof Burkhard von Serkem nicht anerkannt. In der entsprechenden Urkunde finden Gräben wie auch der Turmhügel Erwähnung.

Zerstörung des Kaltenhofs durch die Lübecker
Mehrere Chroniken, so die Annales Lubicenses oder die Detmar-Chronik, nehmen auf die Plünderung des Kaltenhofs durch die Lübecker 1299 Bezug. Inwieweit dieses Vorgehen vom Lübecker Rat gesteuert wurde, ist anhand der ebenso tendenziösen wie widersprüchlichen Quellen nicht auszumachen. In der Detmar-Chronik etwa wird eher das Bild von einem betrunkenen Mob gezeichnet. Dieser soll gegen den Willen des Lübecker Rates nicht nur den Kaltenhof, sondern auch den Besitz von Mitgliedern des Lübecker Domkapitels in der Stadt vorgegangen sein.

Weiterer Verlauf des Konfliktes
Der Konflikt führte zeitweise zum Umzug des Bischofs nach Eutin. Auch wurde die päpstliche Kurie in Rom als Vermittler angerufen, zumal Bischof Burkhard von Serkem das kirchliche Interdikt über die Stadt verhängt hatte. Erst 1319 kam es zu einem Vertrag zwischen der Stadt und dem neuen Bischof Heinrich Bochholt. Die Befestigungen in Kaltenhof durften damit jedoch nicht wieder aufgerichtet werden.

Wiederbefestigung des Hofes im 16. Jahrhundert
Erst im 16. Jahrhundert kam es wiederum zu einer Befestigung des bischöflichen Hofes, die in einem 1576 geschlossenen Kompromiss auch durch die Lübecker akzeptiert wurde. Der Wirtschaftshof in Kaltenhof bestand noch bis zu seiner Niederlegung Mitte des 19. Jahrhunderts.

(Frederic Zangel, Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt zur Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, finanziert durch das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein, 2018)

Literatur

Harders, Georg (1987)
Gedenkstätte Kaltenhof. In: Jahrbuch für Heimatkunde Eutin, S. 130-132. o. O.
Rönnpag, Otto (1981)
Die Bischofssitze Kaltenhof und Eutin. Ein Vergleich. In: Jahrbuch für Heimatkunde Eutin, S. 51-56. o. O.

Bischöflicher Kaltenhof

Schlagwörter
Ort
23611 Bad Schwartau
Fachsicht(en)
Landeskunde, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1280, Ende 1840 bis 1860

Empfohlene Zitierweise

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„Bischöflicher Kaltenhof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290005 (Abgerufen: 15. November 2019)
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