Motte Jasdorf

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Dobersdorf
Kreis(e): Plön
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 54° 18′ 41,06″ N: 10° 18′ 16,41″ O / 54,3114°N: 10,30456°O
Koordinate UTM 32.584.871,42 m: 6.018.954,42 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.584.974,02 m: 6.020.923,81 m
  • Motte Jasdorf - gesüdete Karte von 1881

    Motte Jasdorf - gesüdete Karte von 1881

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    Handelmann, Heinrich
    Fotograf/Urheber:
    Heinrich Handelmann
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Über die im Gelände gut zu erkennende Motte von Jasdorf ist in der schriftlichen Überlieferung wenig in Erfahrung zu bringen. Sie befand sich offenbar im Besitz der niederadligen Familie gleichen Namens. Der Burgplatz ist ein interessantes Beispiel dafür, welche Unwägbarkeiten den Bestand der Reste von Turmhügelburgen gefährden konnten. Ende des 19. Jahrhunderts wird der Turmhügel noch als fünf Meter hohes Plateau mit einem Durchmesser von sieben Metern beschrieben, das von einem Wassergraben und mehreren vorgelagerten Befestigungen umgeben war. Während des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Ensemble jedoch von einer Fliegerbombe getroffen. Dabei wurden die Gräben weitestgehend zerstört, der Turmhügel schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Die adlige Familie Jasdorf

Als erster und einziger Vertreter der Familie Jasdorf, die mit den Resten der Befestigung in Verbindung stehen dürfte, begegnet 1415/16 Henneke von Jasdorf. Nach der Preetzer Klosterrechnung erhielt er in diesem Jahr aus unbekannten Gründen Geld vom Kloster. Weder ist für andere Gebiete Holsteins Grundbesitz der Familie bezeugt, noch ist für andere holsteinische Adelsfamilien Grundbesitz in Jasdorf nachzuweisen. Grundbesitz und Wohnsitz der Familie Jasdorf im gleichnamigen Ort können bereits für die Zeit vor 1400 vermutet werden. Sie hat in der schriftlichen Überlieferung nur wenige Spuren hinterlassen.

Aufgabe der Turmhügelburg

Zwischen 1416 und 1448 muss Jasdorf in den Besitz der Familie Pogwisch übergegangen sein. Denn 1448 verkaufte Johann Pogwisch eine Jahresrente aus dem Hof Dobersdorf und mehreren Dörfern, darunter Jasdorf, an das Domkapitel von Lübeck. Die Familie Pogwisch verfügte bereits zuvor im Umfeld von Jasdorf über Grundbesitz, so etwa 1353 im nahen Schönkirchen. Es ist sehr stark davon auszugehen, dass spätestens mit dem Übergang des Dorfes an die Pogwischs der Adelssitz in Jasdorf nicht mehr benötigt und deshalb aufgegeben wurde.

(Frederic Zangel, Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt zur Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, finanziert durch das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein, 2018)

Literatur

Handelmann, Heinrich (1881)
Vorgeschichtliche Befestigungen. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte 10, S. 1-44. o. O.

Motte Jasdorf

Schlagwörter
Ort
24232 Dobersdorf - Jasdorf
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1300 bis 1400

Empfohlene Zitierweise

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„Motte Jasdorf”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-290000 (Abgerufen: 18. September 2019)
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