Burg Grube

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Grube
Kreis(e): Ostholstein
Bundesland: Schleswig-Holstein
Koordinate WGS84 54° 14′ 13,59″ N: 11° 01′ 39,85″ O / 54,23711°N: 11,02774°O
Koordinate UTM 32.632.151,95 m: 6.011.800,79 m
Koordinate Gauss/Krüger 4.436.707,32 m: 6.012.302,49 m
Die Burg von Grube lag auf einer Halbinsel am Ostufer des mittlerweile verlandeten Gruber Sees nordwestlich des Ortes Grube. Für die Burg kann von einer Kontinuität seit slawischer Zeit ausgegangen werden.

Grabungen und Umgestaltungsmaßnahmen
Funde in der Umgebung weisen auf eine slawische Besiedlung in diesem Raum hin. Die Befundlage für die Burg selbst ist indes äußerst dünn. Archäologische Ausgrabungen haben nicht stattgefunden. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert fanden umfassende Bau- und Planierungsarbeiten statt, in deren Verlauf das ehemalige Burggelände zum Festplatz des Ortes Grube umgestaltet wurde. Dabei wurden auch ältere Fundamente zwischenzeitlich freigelegt, über deren Beschaffenheit heute jedoch nichts Genaueres bekannt ist. Dass sie verbrannt waren, weist möglicherweise auf ein Feuer als Ursache für das Nutzungsende der Burg hin.

Hinweise auf Verwaltungsfunktion
Die spätmittelalterliche Burg in Grube kann als landesherrlich angesprochen werden. Sie gehört jedoch zu denjenigen Anlagen der Landesherrschaft, die nur sehr kurzfristig Bestand hatten bzw. zu denen aus dem schriftlichen Material nur wenig in Erfahrung gebracht werden kann. So tritt in den 1220er Jahren lediglich ein Ethelerus von Grube als Zeuge auf, der in einer bischöflichen Urkunde sogar als „advocatus“, also als Vogt von Grube angesprochen wird. Auch findet sich ein Geistlicher Johannes von Grube in den 1230er Jahren sowohl im Umfeld des Lübecker Bischofs als auch des Schauenburger Grafen Adolf IV. Damit ist freilich nicht gesagt, dass die genannten Personen auch mit einer Burg in Grube in einem Zusammenhang standen. 1262 wurde eine Urkunde über den Verkauf des, westlich von Grube gelegenen, Riepsdorf in Grube ausgestellt – doch ist auch dies kein sicherer Hinweis auf eine Burg.

Urkundung auf Burg Grube
1305 jedoch urkundete Graf Gerhard II. von Holstein-Plön ausdrücklich „in castro“ Grube, als er Heiligenhafen das Stadtrecht bestätigte. Daraus kann zumindest bis zu einem gewissen Grad auf eine Verwaltungsfunktion der Anlage für den östlichen Teil von Gerhards Herrschaftsgebiet ausgegangen werden.

Eine weitere Erwähnung?
Als Gerhard III. 1322 den Verkauf von Grömitz an das Kloster Cismar bestätigte, schloss dies auch einen kleinen See „inter indaginem Grobe et indaginem Grobenitze“ mit ein. Es bleibt unklar, was mit dem lateinischen Begriff „indago“ genau angesprochen wird. Dieser kann mit „Umschließung“ übersetzt werden, womit wir möglicher eine Latinisierung des mittelniederdeutschen Wortes „slot“ vor uns haben. Aus dem Zusammenhang der Urkunde heraus kann durchaus davon ausgegangen werden, dass an dieser Stelle zur Beschreibung der Lage des Sees auf die Burgen Grube und Grömitz Bezug genommen wird. Einziger wirklich sicherer schriftlicher Hinweis auf die Burg bleibt aber die Urkunde Gerhards II. von Holstein-Plön von 1305.

(Frederic Zangel, Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt zur Geschichte Schleswig-Holsteins in Mittelalter und Früher Neuzeit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, finanziert durch das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein, 2018)

Literatur

Haupt, Richard (1925)
Die Bau- und KunstdenkmäIer in der Provinz Schleswig-Holstein mit Einschluss benachbarter Gebiete und Landschaften, Bd. 6. Heide in Holstein.
Pelc, Ortwin: / Auge, Oliver (Hrsg.) (2015)
Burgen und Landesherrschaft in Schleswig-Holstein. In: Vergessenes Burgenland Schleswig-Holstein. Die Burgenlandschaft zwischen Elbe und Königsau im Hoch- und Spätmittelalter, (Kieler Werkstücke, Reihe A: Beiträge zur schleswig-holsteinischen und skandinavischen Geschichte, 42.) S. 127-183. Frankfurt a. M. u. a..

Burg Grube

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Norder Damm
Ort
23749 Grube
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG SH 2015 (in Denkmalliste eingetragen)
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1220, Ende 1322

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„Burg Grube”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-288981 (Abgerufen: 18. September 2019)
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