Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Bad Homburg v.d. Höhe
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 15′ 12,47″ N: 8° 30′ 48,25″ O / 50,25346°N: 8,5134°O
Koordinate UTM 32.465.310,75 m: 5.566.925,74 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.465.371,71 m: 5.568.713,28 m
  • Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2018)

    Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2018)

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  • Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2018)

    Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2018)

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    Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2018)

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  • Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2010)

    Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen (2010)

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Das Kleinkastell Heidenstock mit seinen konservierten Grundmauern ist einer der markanten Punkte entlang der Limesstrecke zwischen Sandplacken und Saalburg. Die rechteckige Anlage war von einem Graben umgeben. Vor dem einzigen Tor setzten Graben und Wall der letzten Ausbauphase des Limes aus. Von der Innenbebauung des Kastells kennt man nur eine Feuerstelle und einige Mauerreste. Es wurde in der Mitte des 2. Jahrhunderts errichtet. Hier überwachten etwa 20 Soldaten eine Verbindung zwischen Usinger Becken und Vordertaunus: den „Metzgerpfad“.

Die Anlage befindet sich heute direkt am Wanderweg, der vom Sandplacken zur Saalburg führt. Im Hochwald zeichnen sich die teilweise offenliegenden, teilweise von Erdreich bedeckten Umfassungsmauern deutlich ab. Eine Tafel weist auf das Kleinkastell hin.

Kleinkastell Heidenstock
Die rechteckige Anlage weist abgerundete Ecken auf und besitzt eine Innenfläche von 0,04 Hektar. Der einzige Eingang liegt auf der Nordwestseite in Richtung Limes. Vor der rund 2 Meter breiten Umfassungsmauer, die man aus lokalen Bruchsteinen errichtet hatte, verlief ein 4 Meter breiter Graben, den man 1,2 Meter tief in den anstehenden Gesteinsboden gegraben hatte. Die Umwehrung bestand aus Trockenmauerwerk mit Lehmmörtel. Nachgewiesene Pfostenstandspuren hinter der Mauer deuten möglicherweise auf ehemalige Anbauten hin, eventuell eine Brustwehr aus Lehm und Flechtwerk.

Der Eingang des Kastells lässt keine Überreste einer Torkonstruktion erkennen. Die Krone des Limeswalls dürfte etwa 7 Meter vor der Mauer gelegen haben. Ob Wall und Verteidigungsgraben des Limes direkt vor dem Kastell ausgesetzt haben, bleibt unbekannt. Der Verlauf des Palisadengräbchens wird auf einem kleinen Stück vor dem Wall durch eine leichte Einsenkung markiert.

Im Innenraum des Kastells fanden sich nur wenige Bauspuren aus römischer Zeit. Zahlreicher, mit viel Lehm vermischter Brandschutt lässt vermuten, dass die gesamte Innenbebauung aus Fachwerk bestand.

Obwohl die Kenntnisse über die Kleinkastelle deutlich zugenommen haben, sind diese Anlagen noch lange nicht abschließend erforscht. So ist ihre genaue Funktion ebenso ungeklärt, wie die Herkunft und Stärke ihrer Besatzungen. Charakteristisch für die Kleinkastelle bleibt jedoch ihre Lage an Verkehrsknotenpunkten. An einigen Streckenabschnitten scheinen sie später eingeschoben worden zu sein, um die Distanzen zwischen den Kohorten- und Numeruskastellen zu verkürzen, in denen die größeren Einheiten stationiert waren. Um solche Anlagen muss es sich bei den beiden Kleinkastellen am Heidenstock und dem Alten Jagdhaus handeln. Sie ermöglichten eine Verdichtung der Kontrolle über den Streckenabschnitt zwischen dem Feldberg-Kastell und der Saalburg. Vermutlich sind sie erst im 2. Jahrhundert nachträglich in die Reihe der Limeswachttürme eingefügt worden.

(Thomas Becker und Margot Klee, hessenARCHÄOLOGIE / Carsten Wenzel, Rosbach, 2018)

Anfahrt
Das Kleinkastell liegt etwa 1,8 km nordöstlich des Wanderparkplatzes Sandplacken. Von Oberursel kommend fährt man auf der L 3004 Richtung Schmitten bis zum Sandplacken-Pass, auf dem die Kreuzung mit der Hochtaunusstraße (L 3024) zum Feldberg liegt. Dort biegt man rechts in Richtung des Naturpark-Wanderparkplatzes ab und erreicht nach 300 m den links gelegenen Wanderparkplatz. Von dort folgt man Richtung Osten auf einem geschotterten Waldweg der Beschilderung des Limeserlebnispfades Hochtaunus Richtung Saalburg. Nach gut 1,3 km verläßt der ausgeschilderte Limeserlebnispfad den Waldweg nach links und führt auf dem Limesgraben weiter. Nach 500 m erreicht man das auf der rechten Seite am Weg liegende Kleinkastell.

Internet
de.wikipedia.org: Kleinkastell Heidenstock (abgerufen 19.03.2019)

Literatur

Amrhein, Carsten; Becker, Thomas (2009)
Sanierung und archäologische Dokumentation am Kleinkastell Heidenstock. Inwertsetzung eines Denkmals am Welterbe Limes im Hochtaunuskreis. In: hessenArchäologie 2008, S. 188-190. Wiesbaden.
Baatz, Dietwulf (1993)
Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. S. 364. Berlin.
Fabricius, Ernst (1936)
Die Limesanlagen im Taunus von der Aar bis zum Köpperner Tal bei der Saalburg. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. A, Bd. II, S. 118-119 Taf. 8.6., Berlin/Leipzig.
Hochtaunuskreis (Hrsg.) (2007)
Limesführer. Der Limes im Hochtaunus- und Wetteraukreis. S. 34-35, Bad Homburg v.d.H.
Klee, Margot (2009)
Der römische Limes in Hessen. Geschichte und Schauplätze des UNESCO-Welterbes. S. 232. Regensburg.
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege; Landesamt für Denkmalpflege Hessen; Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (2003)
Der Obergermanisch-Raetische Limes / Upper German-Raetian Limes. Antrag zur Aufnahme als Welterbe / Nomination for Inclusion on the World Heritage List. Stuttgart.

Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen

Schlagwörter
Ort
61350 Bad Homburg - Dornholzhausen
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 2 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 150 bis 260

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„Kleinkastell Heidenstock östlich von Bad Homburg-Dornholzhausen”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-284565 (Abgerufen: 23. September 2021)
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