Limeswachtturm Wp 3/45 „Rotes Kreuz“ südlich von Schmitten-Niederreifenberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Glashütten (Hessen)
Kreis(e): Hochtaunuskreis
Bundesland: Hessen
Koordinate WGS84 50° 13′ 31,87″ N: 8° 26′ 11,93″ O / 50,22552°N: 8,43665°O
Koordinate UTM 32.459.815,46 m: 5.563.857,18 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.459.874,25 m: 5.565.643,46 m
Die jüngere Limestrasse zieht vom Emsbachtal steil ansteigend zum Feldberg hinauf, an dessen Fuß die nicht bekannte ältere Linie wieder mit der jüngeren zusammentrifft. Sie verläuft auf der Höhe des Wachtpostens 13,4 Meter hinter dem Palisadengräbchen, das an dieser Stelle bei den Grabungen an den Posten 3/34* mehrfach angeschnitten worden ist. Hier könnte eine alte, im Jahre 1784 noch unter dem Namen Hohe Straße bekannte Verbindung aus der Germania Magna (lateinisch für die Region der Germanenstämme außerhalb des Römerreiches) in das Gebiet der römischen Provinz Obergermanien geführt haben, die eine stärkere Kontrolle durch die Besatzung des nahegelegenen Feldbergkastells erforderlich machte. Die heutige Landstraße L 3052 von Königstein nach Reifenberg (Ortsteil der Gemeinde Schmitten) folgt diesem alten Verkehrsweg. Vom Roten Kreuz aus verläuft die Limestrasse bis zum Kleinkastell Altes Jagdhaus, nach Norden ausbiegend, auf fast gleicher Höhe um den Feldberg herum.
Der schon im 19. Jahrhundert stark abgetragene Turm ließ sich 1927 anhand von Mauerresten zwar noch wahrnehmen, ist aber kurz danach beim „Bau einer Automobilstraße zum Feldberggipfel“ vollständig ausgebrochen worden.

Der Wachtturm
Zehn Meter hinter dem Graben des Limes war ein fast quadratischer Turmbau errichtet worden, dessen Maße 4,5 bis 4,6 Meter betrugen. Das Mauerwerk war den Angaben nach ungefähr 75 Zentimeter stark.


Anfahrt
Gegenüber dem Gasthaus Rotes Kreuz an der L3025 biegt man rechts in Richtung des Naturpark-Wanderparkplatzes ab und parkt direkt nach der Kreuzung. Reste des Wachtturms und der Grenzbefestigung befinden sich im Zwickel zwischen der Parkplatzeinfahrt und der L3024. Der Rest des Wachtturms ist unter der Straßenkreuzung begraben.

(Margot Klee, hessenARCHÄOLOGIE, 2018; Ruth Beusing, hessenARCHÄOLOGIE, 2020)

Literatur

Baatz, Dietwulf (1993)
Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. S. 364. Berlin.
Fabricius, Ernst (1936)
Die Limesanlagen im Taunus von der Aar bis zum Köpperner Tal bei der Saalburg. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches, Abt. A, Bd. II, Berlin/Leipzig.
Klee, Margot (2009)
Der römische Limes in Hessen. Geschichte und Schauplätze des UNESCO-Welterbes. S. 232. Regensburg.

Limeswachtturm Wp 3/45 „Rotes Kreuz“ südlich von Schmitten-Niederreifenberg

Schlagwörter
Ort
61389 Schmitten - Niederreifenberg
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kulturdenkmal gem. § 2 DSchG Hessen
Fachsicht(en)
Archäologie, Denkmalpflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Fernerkundung, Archäologische Grabung
Historischer Zeitraum
Beginn 150, Ende nach 260

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„Limeswachtturm Wp 3/45 „Rotes Kreuz“ südlich von Schmitten-Niederreifenberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-284551 (Abgerufen: 23. September 2021)
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