Ritterstein „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern

Ritterstein Nr. 153

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde
Gemeinde(n): Kaiserslautern
Kreis(e): Kaiserslautern
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Koordinate WGS84 49° 24′ 46,69″ N: 7° 49′ 49,32″ O / 49,41297°N: 7,83037°O
Koordinate UTM 32.415.160,56 m: 5.474.022,85 m
Koordinate Gauss/Krüger 3.415.202,07 m: 5.475.773,35 m
  • Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (1996)

    Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (1996)

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  • Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (2019)

    Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (2019)

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    Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (2019)

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  • Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (2019)

    Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (2019)

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  • Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (1993)

    Ritterstein Nr. 153 „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern (1993)

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Der Ritterstein „Hungerbrunnen“ (Ritterstein Nr. 153) befindet sich im Hungerbrunnental östlich der Landstraße 504 zwischen Kaiserslautern und Waldleiningen. Er liegt zwischen den Erhebungen Bärenkopf, Dammberg und Mittlerem Specht im Stiftswald von Kaiserslautern.

Thematische Einordnung
„Hungerbrunnen“ ist ein Ritterstein aus der Kategorie „Orientierungspunkte“. Rittersteine aus dieser Kategorie sollen der Orientierung des Wanderers dienen oder Hinweise auf bemerkenswerte Orientierungspunkte im Gelände geben. Beispiele hierfür sind etwa Quellen, Sohlen, Wooge, Felsen, Burgen, Täler oder Angaben über Grenzen oder Herrschaftsgebiete.

Spezifische Einordnung
Der Ritterstein weist auf eine Quelle hin, welche nur periodisch als sogenannter Hungerbrunnen entspringt. Der Hungerbrunnen ist ein Naturdenkmal, das sich aus mehreren Löchern bildet, die an einer steilen Böschung unmittelbar neben der Straße und dem Ritterstein liegen und dem Wasserausfluss dienen. Die Stelle des Quellenursprungs ist durch eine Informationstafel gekennzeichnet.

Bevor das unregelmäßige Erscheinen und Verschwinden des Wassers geologisch und physikalisch erklärt werden konnte, rankten sich zahlreiche „Volksphantasien“ um die sporadisch auftretende Quelle. Beim Wasseraustritt aus der Quelle war mit schlechten Jahren zu rechnen. Es wurden deshalb Missernten und teure Zeiten vorhergesagt, weil die Quelle vor allem bei zu feuchten Sommern Wasser führt. Dies führe wiederum zu Hungersnöten in der Bevölkerung, woher die Bezeichnung „Hungerbrunnen“ herrührt. In trockeneren und somit guten Jahren versiegte der Hungerbrunnen. Schon Forstmeister Velmann führt einen „Hungerborn“ auf, der in regenreichen Jahren durch das Hungertal floss und den Fuchs- und Stockwoog speiste.

Tatsächlich lässt sich die Tätigkeit der Quelle auf physikalische Gesetze zurückführen. Hungerbrunnen treten in drei Formen auf. Der hier im Stiftswald auftretende Hungerbrunnen ist auf eine periodisch schüttende Quelle zurückzuführen. Ein Wasserfluss ist nach längeren Fließpausen von oft mehreren Jahren in unregelmäßigen Abständen zu verzeichnen.
Geologisch ist das Phänomen wie folgt zu erklären: Die wasserstauende Talsohle liegt unter dem Niveau des Talbodens. In einem Sammelbecken innerhalb des Berges aus wasserundurchlässigem Gestein ist Wasser gespeichert. Lediglich über eine natürliche Röhre kann dieses Wasser abfließen. Dieser Abflusskanal steigt in diesem Fall erst an, bevor er in Richtung Wasseraustrittsstelle wieder abfällt. Übersteigt der Wasserstand im Wasserspeicher das Niveau der höchsten Stelle, der sogenannten Kniebiegung, sprudelt die Quelle. Der Hungerbrunnen ist also auch als Überlaufquelle zu bezeichnen, die erst dann fließt, wenn das unterirdische System im Berghang einen gewissen Wasserstand erreicht hat. Wird der Wasserspeicher mit wenig Wasser gespeist, sinkt der Wasserspiegel darin wieder und die Quelle versiegt wieder. Die sogenannte Quellschüttung ist abhängig von der Größe und dem Inhalt des Wasserspeichers, von der Menge der Wasserzufuhr in den Speicher sowie vom Durchmesser des Abflusskanals.

Zwischen 1902 und 1970 wurden die Jahre in denen der Hungerbrunnen Wasser führte aufgezeichnet.

(Raphaela Maertens und Sonja Kasprick, ZukunftsRegion Westpfalz, 2018)


Internet
www.diebrunnenvonkaiserslautern.de: Hungerbrunnen (abgerufen 12.12.2018)
www.lfu.bayern.de: Quellen (abgerufen 12.12.2018)
www.uni-kassel.de: Skript Hydrogeologie - Grundwasser und Aquifere (Volltext, Grundwasser und Aquifere, o. J., PDF-Datei, abgerufen 12.12.2018)

Literatur

Eitelmann, Walter / Pfälzerwald-Verein e.V. (Hrsg.) (2005)
Rittersteine im Pfälzerwald. Gedenksteine und Inschriften - Eine steinerne Geschichtsschreibung (5. Auflage). Neustadt an der Weinstraße.

Ritterstein „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern

Schlagwörter
Ort
67655 Kaiserslautern
Fachsicht(en)
Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung

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„Ritterstein „Hungerbrunnen“ bei Kaiserslautern”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-283470 (Abgerufen: 6. Dezember 2019)
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