Höckerlinien-Relikt des Westwalls in Steinfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Landeskunde, Denkmalpflege
Gemeinde(n): Steinfeld (Rheinland-Pfalz)
Kreis(e): Südliche Weinstraße
Bundesland: Rheinland-Pfalz
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    Höckerlinien-Relikt des Westwalls bei Steinfeld (2018)

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Das Höckerlinien-Relikt befindet sich südwestlich von Steinfeld (Pfalz) und in Sichtentfernung der Ortslage. Die Längenausdehnung beträgt rund 500 Meter. Der Nordwest-Südost-Verlauf reicht bis auf Ortsrandgrundstücke, so dass sich einzelne Höcker im Gartenbereich wiederfinden lassen.

Die Höckerlinie ist eine Panzersperre aus Stahlbeton. Die Tiefenausdehnung umfasst zwei Ausbaustufen von 1938 und 1939. Die im Jahr 1938 errichtete Höckerlinie bestand zunächst aus vier Reihen mit einer Tiefe von sieben Metern und einem verbindenden Fundament. Durch eine Verstärkung im Jahr 1939 wurde eine Betonkante zur Feindseite hinzugefügt. Außerdem verdoppelte sich die Dimension auf acht Reihen mit einer Tiefe von 21 Metern. Einzelne Höcker erreichten eine Höhe von bis zu 1,5 Meter. In der ersten Ausbaustufe 1938 war es nur ein Meter Höhe.
Nach Norden, die Hauptkampflinie in der Weißenburger Senke sichernd, setzte sich die Höckerlinie einst fort bis nach Oberotterbach. Relikte in der heutigen intensiv bewirtschafteten Acker- und Weinbaulandschaft sind nur noch bei Niederotterbach vorhanden. Nach Südosten geht die Höckerlinie über in die sogenannte „nasse“ Panzersperre, der Panzergraben, der wiederum in den Nordrand des Bienwalds hineinragt.

Lage und Dimension
Das Höckerlinien-Relikt bei Steinfeld ist Teil des Westwalls. Der Westwall ist ein aus dem Zweiten Weltkrieg stammendes rund 600 Kilometer langes militärisches Verteidigungssystem im Bereich der ehemaligen Westgrenze des Deutschen Reiches. Zu den sichtbaren Westwall-Zeugnissen im Bereich des Bienwalds zählen eine große Zahl gesprengter Bunker und Relikte von Panzersperren. Landschaftsprägend sind hierbei die „nassen“ Panzersperren, die sogenannten Panzergräben, und die als Höckerlinie oder Drachenzähne bekannte Panzersperre aus Stahlbeton.
Vom östlichen Rand des Pfälzerwaldes bei Oberotterbach durch die Weißenburger Senke bis zum nördlichen Rand des Bienwaldes bei Steinfeld und Schaidt erstreckte sich einst eine knapp 10 km lange Panzersperre aus Beton. Umgangssprachlich wird diese als Höckerlinie oder Drachenzähne bezeichnet.
Als Relikte der 10 km langen Höckerlinie zwischen Pfälzerwald und Bienwald erhalten geblieben sind nur wenige kurze Abschnitte am Bienwaldrand bei Steinfeld, bei Niederotterbach und als Höckerlinie der hinteren Verteidigungslinien in Mörzheim und Göcklingen. Am umfangreichsten blieb die Höckerlinie am Südrand von Steinfeld erhalten.

Geschichtlicher Hintergrund
Der Westwall ist ein aus dem Zweiten Weltkrieg stammendes rund 600 Kilometer langes militärisches Verteidigungssystem im Bereich der ehemaligen Westgrenze des Deutschen Reiches. Die Festungslinie zwischen Basel und der deutsch-niederländischen Grenze am Niederrhein war ein Verteidigungssystem bestehend aus Bunkern, Stollen, Gräben, Minenfeldern und Panzersperren. Heute sind Teile dieses Ausbaus noch als Relikte erkennbar. Der Westwall wurde entlang der 600 Kilometer unterschiedlich stark ausgebaut. Zu den frühen Ausbauschwerpunkten zählten die drei militärisch-historischen Einfallspforten von Frankreich nach Deutschland: an der Mosel bei Trier, am Isteiner Klotz bzw. der Engstelle entlang des Rheins im Markgräfler Land und schließlich im Bereich der Weißenburger Senke (sogenannter Otterbach-Abschnitt).
Die Errichtung des Westwalls erfolgte in den Jahren 1936 bis 1940. Bereits in den Jahren 1930 bis 1936 war die Maginot-Linie, das Pendant zum Westwall auf französischer Seite, entstanden. In den elsass-lothringischen Abschnitten Belfort (bei Basel), Lauter und Metz (inklusive Verdun) war das französische Verteidigungssystem am stärksten ausgebaut (zum Beispiel das Festungsbauwerk Ouvrage Schoenenbourg südlich von Wissembourg).

Erreichbarkeit
Die Höckerlinie von Steinfeld ist weitestgehend frei zugänglich von Nordwesten über die Obere Hauptstraße und von Südosten über Feldwegeverbindungen in unmittelbarer Nähe zum Deutsche-Bahn-Haltepunkt Steinfeld (Zugverbindung Neustadt an der Weinstraße – Wissembourg/Frankreich). Es besteht eine Ausschilderung in beide Richtungen über den Westwall-Weg des Pfälzerwaldvereins. Die Tafel 7 am Südostende der Höckerlinie informiert über das Relikt des Zweiten Weltkrieges.

(Matthias C.S. Dreyer, Struktur-und Genehmigungsdirektion Süd, 2018)

Internet
steinfeld-pfalz.de: Steinfeld ein Dorf im Westwall (abgerufen 06.04.2018)

Literatur

Generaldirektion Kulturelles Erbe (Hrsg.) (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Südliche Weinstraße (Denkmalverzeichnis Südliche Weinstraße, 26. Januar 2017). Kreis Südliche Weinstraße. S. 92, Mainz.
Keddigkeit, Jürgen / Alter, Willi (Hrsg.) (1984)
Das militärische Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 II. Der Rückzug der deutschen Truppen. (Pfalzatlas. Karten / im Auftrag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften hrsg. von Willi Alter; 111.) o. O.
Keddigkeit, Jürgen / Alter, Willi (Hrsg.) (1984)
Das militärische Ende des Zweiten Weltkrieges 1945. Der Vormarsch der alliierten Truppen. (Pfalzatlas. Karten / im Auftrag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften hrsg. von Willi Alter; 110.) S. 1430-1455, o. O.
Werhan, Walter / Alter, Willi (Hrsg.) (1981)
Westwall und Maginotlinie 1939 I. Landau - Weißenburg. (Pfalzatlas. Karten / im Auftrag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften hrsg. von Willi Alter; 93.) S. 1250-1268, o. O.
Werhan, Walter / Alter, Willi (Hrsg.) (1981)
Westwall und Maginotlinie 1939 II. Zweibrücken - Bitsch. (Pfalzatlas. Karten / im Auftrag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften hrsg. von Willi Alter; 94.) o. O.

Höckerlinien-Relikt des Westwalls in Steinfeld

Schlagwörter
Ort
76889 Steinfeld
Fachsicht(en)
Landeskunde, Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Archivauswertung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1938 bis 1939
Koordinate WGS84
49° 02′ 43,95″ N, 8° 02′ 6,1″ O / 49.04554°, 8.03503°
Koordinate UTM
32U 429484.27 5432966.79
Koordinate Gauss/Krüger
3429531.59 5434701.04

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„Höckerlinien-Relikt des Westwalls in Steinfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-277939 (Abgerufen: 27. Mai 2018)
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