Steinbruch der Bergische Grauwacke Steinbruch Betriebsgesellschaft mbH bei Lindlar

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Lindlar
Kreis(e): Oberbergischer Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Steinbruchkessel der BGS Lindlar vom Brungerst aus gesehen. (2018)

    Steinbruchkessel der BGS Lindlar vom Brungerst aus gesehen. (2018)

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  • Alte Schmiede. BGS Lindlar (2018)

    Alte Schmiede. BGS Lindlar (2018)

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  • Landnutzungskarte Lindlar-Brungerst, Zeitschnitt um 1898 (2017)

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  • Landnutzungskarte Lindlar-Brungerst, Zeitschnitt um 1938 (2017)

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  • Landnutzungskarte Lindlar-Brungerst, Zeitschnitt um 1975 (2017)

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  • Landnutzungskarte Lindlar-Brungerst, Zeitschnitt um 2016 (2017)

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    Steinbruchkessel der BGS Lindlar (2018)

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    Rohblock. BGS Lindlar. (2018)

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  • CNC Sägeanlage der BGS Lindlar. (2018)

    CNC Sägeanlage der BGS Lindlar. (2018)

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  • Rohblocksäge. (2018)

    Rohblocksäge. (2018)

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  • Älteres Werksgebäude der BGS Lindlar. (2018)

    Älteres Werksgebäude der BGS Lindlar. (2018)

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  • Werkplätze für Pflastersteinproduktion. (2018)

    Werkplätze für Pflastersteinproduktion. (2018)

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  • Amboß auf Sockelstein. Alte Schmiede. BGS Lindlar (2018)

    Amboß auf Sockelstein. Alte Schmiede. BGS Lindlar (2018)

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Schon die Kartenaufnahmen Tranchot/Müffling (1825) und Preußische Uraufnahme (1849) belegen einen Steinabbau im Abbaufeld der heutigen BGS. Es handelt sich um das südwestliche der beiden Altabbaufelder am Brungerst. Die Preußische Neuaufnahme illustriert die Situation (1898). Wie bei dem Abbaugebiet im Gipfelbereich wurden auch hier lange „Schläuche“ gegen den Berg getrieben. Insgesamt darf man sich ein ähnliches Erscheinungsbild der Steinbrüche vorstellen wie am Gipfelbereich des Brungerst (heutiges Altabbaugebiet). Vor den Brüchen entsteht langsam ein langgestrecktes Haldenband aus Schutt und Abraum. Der Abtransport der Gewinnung erfolgte mit Pferdefuhrwerken in Richtung Lindlar.

Wechselnde Betreiber
1895 umfasst das Areal unter anderem Brüche der Unternehmer Bremer, Jansen, Lob, Müller, Pütz, Sax, Schirten und Stein sowie der Lindlarer Sandsteinwerke. Vor allem der Betrieb der Familie Lob expandiert in den Folgejahren durch die Übernahme benachbarter Abbauareale stark. 1900 sind hier 45 Arbeiter vor allem mit der Herstellung von Pflaster- und Bordsteinen beschäftigt. Kleinpflaster- und Mosaiksteine, Grenzsteine, Schutzsteine, Treppenstufe, Podeste, Dörpel, Platten, Grabsteine und Grabeinfassungen, Tröge, Krippen, Spülsteine sowie Schleif- und Abziehsteine ergänzen das Sortiment. Auch besitzt das Unternehmen als einziger Betrieb am Brungerst die Genehmigung zur Sprengstofflagerung. Hierfür wird nach staatlichen Vorgaben ein eigenes Sprengstofflager errichtet. Das als Wwe. August Lob geführte Unternehmen wird 1905 in eine GmbH umgewandelt. Die Bergisch-Märkische Steinindustrie, 1887 von der Firma Cramer & Buchholz aus Kierspe-Rönsahl und dem Bauunternehmer Andreas Alfter aus Wipperfürth-Hagen gegründet, übernimmt ein Fünftel der Anteile. Weitere Zukäufe erfolgen, so dass vor 1910 die vollständige Übernahme aller Geschäftsanteile im Tausch gegen Aktien der Bergisch-Märkischen Steinindustrie erfolgt. 1910 erwirbt die Basalt AG Linz die Bergisch-Märkische Steinindustrie, die bis 1939 weiterhin als Bergisch-Märkische Steinindustrie und von 1939 als Bergisch-Märkische Steinindustrie – Zweigniederlassung der Basalt AG mit Sitz in Gummersbach firmiert.
Im Jahr 2010 wird das Unternehmen am Brungerst an Hans Walter Lob verpachtet und bis heute als Bergische Grauwacke Steinbruch Betriebsgesellschaft mbH (BGS) weitergeführt. Es handelt sich um einen Großbruch (300 x 200 Meter) mit 5 Abbausohlen. Das gesamte Betriebsgelände nimmt eine Fläche von etwa 700 x 500 Metern ein.

Transport
Mit dem Anschluss Lindlars an das Eisenbahnnetz 1912 beginnt die industrielle Ausbeutung am Brungerst. Am Südhang entsteht ein ausgedehntes Abbaufeld mit zwei großen Brüchen, die von einem ausgedehnten Feldbahnnetz erschlossen werden. Um die Brüche entstehen ausgedehnte seitliche und breite frontale Halden. Dort verteilen sich in langen Linien die Kipperhütten und es entstehen die benötigten Betriebsgebäude. Die Situation ist in dem Luftbildplan von 1938 gut zu erkennen. Im Laufe der Jahre verlagert sich der Abbau langsam in Richtung Norden. Die beiden Brüche wachsen dabei zu einer großen Einheit zusammen, die älteren ausgebeuteten Abbauten werden mit dem reichlich anfallenden Schutt verfüllt.
In den Brüchen selbst setzt man große Derrickkräne zum Heben und Verladen der Rohblöcke ein. Anfang der 1960er Jahre werden sie durch bewegliche, fahrbare Krananlagen ersetzt. Mittels einer bereits 1912 genehmigten Bremsbahn mit einer Gesamtlänge von 230 Metern erfolgt der Transport der fertig ausgearbeiteten Steine hinunter zu den Verladeanlagen am Bahnhof Lindlar. Das Betriebsgelände vor den Brüchen wird sukzessive erweitert und modernisiert. 1949/50 wird die bisherige Arbeitshalle abgerissen und durch eine moderne Fertighalle ersetzt, um die Räumlichkeiten zur Unterbringung einer HIWI-Gattersäge zu ermöglichen. Ende der 1950er Jahre wird zusätzlich ein Hilmer-Gatter in der Halle platziert. 1958 wird der Gleistransport mit Pferden und Loren aufgegeben und durch Robuster bzw. später durch Großbagger, Radlader und Stapler ersetzt.

Folgende Gerätschaften werden 2018 in der Firmenpräsentation der BGS gelistet:
  • 4 Bagger (Gesamttonnage 190 Tonnen)
  • Bohrbagger mit Bohrlafette
  • Radlader mit 25 Tonnen
  • 2 Kleinradlader mit je 5-8 Tonnen
  • 2 Stapler mit je 25 Tonnen
  • 4 Stapler mit je 15 Tonnen
  • 2 Muldenkipper (Dumper) mit je 25 Tonnen

Im Großbruch erfolgt der Abbau auf 5 Sohlen die jeweils eine leicht unterschiedliche Gesteinsqualität liefern. Wie bei den Brüchen an der Eremitage findet sich das Beste, hoch druckfeste Material in der Tiefe. Die Jahresproduktion liegt bei jährlich 60.000 bis 80.000 Tonnen mit einer Belegschaft von rund 50 Mitarbeitern (bgs-vitar.de). Heute ist die BGS mit einer breiten Produktpallette gut aufgestellt. Sie reicht von Split und Schotter über Werk- und Pflastersteine, Fassaden- und Wegeplatten bis hin zu hochmodernen Küchen- und Sanitärplatten deren Oberflächen auf unterschiedlichste Weise veredelt werden.

Befund: Historische Schmiede
Datierung: ca. 1890 bis heute
Betreiber: Bergisch-Märkische Steinindustrie, Gummersbach; Bergische Grauwacke Steinbruch Betriebsgesellschaft mbH (BGS), Lindlar

(Jörn Kling, ergänzt von Frederik Grundmeier, 2018)

Internet
www.bgs-vitar.de: BGS Vitar in Zahlen (abgerufen 09.05.2018)

Literatur

Habermas, Ernst (1925)
Die Entwicklung der oberbergischen Steinbruchindustrie unter besonderer Berücksichtigung der Grauwacke. S. 57. Gummersbach.
(1913)
Die Grauwacke im Oberbergischen. S. 67. Engelskirchen.

Steinbruch der Bergische Grauwacke Steinbruch Betriebsgesellschaft mbH bei Lindlar

Schlagwörter
Ort
51789 Lindlar
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Fernerkundung
Historischer Zeitraum
Beginn vor 1890
Koordinate WGS84
51° 01′ 39,27″ N, 7° 22′ 17,14″ O / 51.02758°, 7.37143°
Koordinate UTM
32U 385794.66 5654153.47
Koordinate Gauss/Krüger
2596255.3 5655610.07

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„Steinbruch der Bergische Grauwacke Steinbruch Betriebsgesellschaft mbH bei Lindlar”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-276869 (Abgerufen: 15. August 2018)
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