Wikinger Museum Haithabu (WMH)

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Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Museen
Gemeinde(n): Busdorf
Kreis(e): Schleswig-Flensburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
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Das Wikinger Museum Haithabu präsentiert in einem modernen Museum die Ergebnisse der archäologischen Forschungen zur ältesten Handelssiedlung im Norden Europas, Haithabu. Im historischen Gelände wurden sieben Häuser und eine Landebrücke nach archäologischen Vorbildern rekonstruiert. Das Wikinger Museum Haithabu lässt die Besucher mit allen Sinnen in die Welt der Siedler von Haithabu vor rund tausend Jahren eintauchen. Multimediale Einrichtungen und eigens für das Museumskino produzierte Filme ergänzen die rekonstruierten Gebäude.

Haithabu
Haithabu liegt vor den Toren der Stadt Schleswig. In der Wikingerzeit, vom 9. bis 11. Jahrhundert, war der Siedlungsplatz eines der bedeutendsten Handelszentren Nordeuropas. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist Haithabu Gegenstand umfangreicher Untersuchungen. Archäologen haben in dem weitläufigen Areal der einstigen Hafensiedlung und in den Gräberfeldern viele bedeutende Funde zutage gefördert, die von der einstigen Blüte des Ortes zeugen.

Wikinger Museum Haithabu
1985 wurde vis à vis des historischen Siedlungsplatzes ein Museum errichtet, das die Ergebnisse über hundertjähriger Forschung am Orte präsentiert. Die etwa 3.000 originalen Funde werden durch multimediale Präsentationen ergänzt. Die Bedeutung der Stadt resultiert aus der Ballung dreier Funktionen: Haithabu war im 9. und 10. Jahrhundert Handwerkerzentrum, wichtigster Verkehrs- und Handelsknotenpunkt Nordeuropas sowie ein weltliches und geistliches Zentrum Dänemarks. Der Rundgang folgt diesen Schwerpunkten.

Die Ergebnisse siedlungsarchäologischer Forschung werden bereits im ersten Raum mittels einer multimedialen Präsentation auf einem dreidimensionalen Stadtmodell visualisiert.
Die zweite Ausstellungshalle ist dem lokalen Handwerk gewidmet. In begehbaren Kabinetten werden Glasperlenherstellung, Bronzeguss, Edelmetallverarbeitung, Eisenschmiede, Kammherstellung und Holzverarbeitung vorgestellt. Auf den Bohlenwegen zwischen den eng stehenden Kabinetten werden Aspekte des Alltagslebens thematisiert, wie Kindheit, Spiel und Musik sowie Runeninschriften.
Runensteine sind sichtbare Zeichen königlicher Macht am Ort. Sie eröffnen den dritten Raum, in dessen Zentrum das eindrucksvolle Modell des Bootkammergrabes steht. Unter dem Grabhügel war ein König mit seinen Gefolgsleuten bestattet. Der Wechsel vom heidnischen Glauben zu Christentum sowie unterschiedliche Bestattungstraditionen auf den zahlreichen Gräberfeldern von Haithabu werden in flankierenden Wandvitrinen präsentiert.

Die vierte Ausstellungshalle ist dem frühmittelalterlichen Handel gewidmet. Hier wird das gesamte Spektrum von Handelswaren, Geschenken und Raubgütern, die an diesem Ort aus allen Himmelsrichtungen zusammenkamen, präsentiert. Münzen, Hacksilber, Waagen und Wägegewichte geben Zeugnis vom Handelsgeschehen am Ort.
Der Handel selbst spielte sich auf den Landebrücken im Hafen ab. Sie waren gleichermaßen die Marktplätze der Stadt. Die Besucher können die Landebrücke in der fünften Halle betreten, von dort die imposanten Reste des königlichen Schiffes aus dem Hafen von Haithabu und Modelle von Wikingerschiffen betrachten.

Wikinger Häuser Haithabu
Innerhalb des Halbkreiswalles, in unmittelbarer Nähe des Museums, gewähren die nach originalen Baubefunden rekonstruierten Wikinger Häuser Haithabu Einblick in die Lebensverhältnisse der Bewohner vor rund 1.000 Jahren. Auf schmalen Bohlenwegen, zwischen lehmverputzten Flechtwandhäusern und auf der Landebrücke kann man mit allen Sinnen in die Welt der Siedler von Haithabu eintauchen. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Vorführungen zum alten Handwerk und Märkten lässt hier regelmäßig die Welt der Wikinger vor den Augen der Besucher für einen Moment wiedererstehen.

(Ute Drews, Wikinger Museum Haithabu, finanziert vom Förderverein des Amtes Haddeby in Zusammenarbeit mit dem Verein für Busdorfer Geschichte, 2017)

Quelle
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Denkmalarchiv, Gesamtbeschreibung von Haithabu-Danewerk nach Andersen, H.H.

Internet
www.alsh.de: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein - Welterbeantrag Haithabu und Danewerk (abgerufen 31.05.2017)
www.haithabu-danewerk.de: Haithabu und Danewerk (abgerufen 18.09.2017)
www.schloss-gottorf.de: Wikinger Museum Haithabu (abgerufen 18.09.2017)

Literatur

Carnap-Bornheim, Claus von; Segschneider, Martin (Hrsg.) (2012)
Die Schleiregion. Land - Wasser - Geschichte. (Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 49.) Stuttgart.
Maixner, Birgit (2010)
Haithabu. Fernhandelszentrum zwischen den Welten; Begleitband zur Ausstellung im Wikinger Museum Haithabu. Schleswig.
Schietzel, Kurt (2014)
Spurensuche Haithabu. Archäologische Spurensuche in der frühmittelalterlichen Ansiedlung Haithabu, Dokumentation und Chronik 1963 - 2013. Neumünster [u.a.].

Wikinger Museum Haithabu (WMH)

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Haddebyer Noor 5
Ort
24866 Busdorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Museen
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archivauswertung, Bauaufnahme
Historischer Zeitraum
Beginn 1985
Koordinate WGS84
54° 29′ 49,31″ N, 9° 34′ 9,83″ O / 54.49703°, 9.5694°
Koordinate UTM
32U 536877.55 6038972.85
Koordinate Gauss/Krüger
3536960.55 6040949.22

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„Wikinger Museum Haithabu (WMH)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-275680 (Abgerufen: 21. Mai 2018)
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