Hochburg von Haithabu

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Gemeinde(n): Busdorf
Kreis(e): Schleswig-Flensburg
Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Digitales Geländemoddell der Hochburg von Haithabu. Zu erkennen sind der Wall und die Grabhügel (rote Kreise).

    Digitales Geländemoddell der Hochburg von Haithabu. Zu erkennen sind der Wall und die Grabhügel (rote Kreise).

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  • Luftbildaufnahme der Hochburg von Haithabu im Winter (2009)

    Luftbildaufnahme der Hochburg von Haithabu im Winter (2009)

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  • Luftbildaufnahme der Hochburg von Haithabu im Hintergrund und der St. Andreas Kirche auf der rechten Seite (2017)

    Luftbildaufnahme der Hochburg von Haithabu im Hintergrund und der St. Andreas Kirche auf der rechten Seite (2017)

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Als Haithabu noch nicht mit einem Stadtwall befestigt war – dies geschah erst Mitte des 10. Jahrhunderts –, diente diese „Hochburg“ den Bewohnern wahrscheinlich als Zufluchtsort. Zur Wikingersiedlung von Birka, die mit Haithabu vergleichbar ist, gehörte ebenso eine Hochburg. Heute ist von der Hochburg nur noch eine rechteckige Wallanlage auf der Anhöhe nördlich des Halbkreiswalls von Haithabu erhalten. Im Inneren liegen mehr als 70 heute kaum mehr sichtbare Grabhügel. Sie stammen aus der frühen Wikingerzeit oder sind sogar noch älter.

Haithabu
Haithabu war vom 9. bis zum 11. Jahrhundert einer der bedeutendsten Seehandelsplätze im Ostseeraum und eine der ersten Städte in Nordeuropa. Die günstige Lage an der Schlei und Schleswiger Landenge und damit an der Kreuzung der wichtigen Handelsrouten, dem kurzen Landweg zwischen Nord- und Ostsee sowie dem Ochsenweg in Nord-Süd-Richtung, machte Haithabu zur Drehscheibe des frühmittelalterlichen Warenhandels und zum Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Gesellschaften aus Skandinavien und Kontinentaleuropa.

Hochburg
Bei der Hochburg handelt es sich um eine langrechteckige Wallanlage auf der etwa 25 Meter hohen Moränenkuppe unmittelbar nördlich des Halbkreiswalles. Der etwa 1 Meter hohe, z. T. durch Lehmabbau zerstörte Wall umschließt eine Fläche von 240 x 60-80 Meter. Im Nordosten befindet sich ein Tor, das durch leicht nach innen biegenden Wallenden gebildet wird. Weitere Tore mögen sich an der südlichen Längsseite und im Südwesten befunden haben. Die Anlage ist nicht datiert, steht jedoch sehr wahrscheinlich mit Haithabu in Verbindung.
Das Hügelgräberfeld im Inneren besteht aus Brandschüttungsgräbern. Bei diesem Bestattungsritus wird der Leichenbrand, also die Asche des oder der Toten, aufgesammelt und anschließend in die Grube des Grabes geschüttet.
Am südlichen Fuß der Hochburg auf dem heute stark sumpfigen Abhang nördlich des Halbkreiswalles fanden sich einige Sargbestattungen. Die Ausdehnung dieses Areals ist unbekannt. Ob diesen Gräbern auch ein eigener Siedlungsteil zuzuordnen ist, bleibt noch ungeklärt.

(Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, finanziert vom Förderverein des Amtes Haddeby in Zusammenarbeit mit dem Verein für Busdorfer Geschichte, 2017)

Quelle
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein, Denkmalarchiv, Gesamtbeschreibung von Haithabu-Danewerk nach Andersen, H.H.

Internet
www.alsh.de: Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein - Welterbeantrag Haithabu und Danewerk (abgerufen 31.05.2017)
www.haithabu-danewerk.de: Haithabu und Danewerk (abgerufen 18.09.2017)
www.schloss-gottorf.de: Wikinger Museum Haithabu (abgerufen 18.09.2017)

Literatur

Carnap-Bornheim, Claus von; Segschneider, Martin (Hrsg.) (2012)
Die Schleiregion. Land - Wasser - Geschichte. (Ausflüge zu Archäologie, Geschichte und Kultur in Deutschland 49.) Stuttgart.
Maixner, Birgit (2010)
Haithabu. Fernhandelszentrum zwischen den Welten; Begleitband zur Ausstellung im Wikinger Museum Haithabu. Schleswig.

Hochburg von Haithabu

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Am Haddebyer Noor 5
Ort
24866 Busdorf
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Archäologie
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Karten, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, Archäologische Grabung, Archäologische Prospektion
Historischer Zeitraum
Beginn 800 bis 900, Ende 1066
Koordinate WGS84
54° 29′ 53,94″ N, 9° 34′ 4,94″ O / 54.49832°, 9.56804°
Koordinate UTM
32U 536788.33 6039115.42
Koordinate Gauss/Krüger
3536871.3 6041091.85

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Empfohlene Zitierweise
„Hochburg von Haithabu”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-275677 (Abgerufen: 21. November 2018)
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