Protestantische Alexanderskirche in Zweibrücken

Alexanderkirche

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Zweibrücken
Kreis(e): Zweibrücken
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Nordostansicht der Alexanderskirche Zweibrücken bei Nacht. Vorgelagert ist ein kleiner Platz mit aus dem Asphalt sprudelnden Fontänen. In ihrer Form und Anlage führen sie die dreischiffige Kirche fort (2015).

    Nordostansicht der Alexanderskirche Zweibrücken bei Nacht. Vorgelagert ist ein kleiner Platz mit aus dem Asphalt sprudelnden Fontänen. In ihrer Form und Anlage führen sie die dreischiffige Kirche fort (2015).

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    ZukunftsRegion Westpfalz
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    Harald Kröher
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Die Alexanderskirche in Zweibrücken ist eine spätgotische Hallenkirche aus dem 15./16. Jahrhundert.

Geschichte
Die protestantische Alexanderskirche befindet sich im Zentrum der Stadt Zweibrücken und wurde unter Herzog Alexander von Pfalz-Zweibrücken unter Leitung des Baumeisters Philipp Steinmetz zwischen 1493 und 1515 errichtet. In ihrem Original zählte sie zu den interessantesten spätgotischen Hallenkirchen in der Pfalz. Sie wurde zu Ehren der Mutter Gottes erbaut und diente als Begräbnisstätte für das herzogliche Haus. Der damalige Herzog Alexander verstarb 1514 und wurde als erster in der Kirche beigesetzt. Zunächst trug der Sakralbau den Namen „Neue Kirche“. Erst rund 300 Jahre nach dem Todestag des Herzogs Alexander (1817) erhielt sie in Erinnerung an ihren Erbauer den Namen „Alexanderskirche“.

Während der Reformationszeit wirkte Johannes Schwebel als Reformator in Zweibrücken. Durch ihn wurde die Alexanderskirche im Jahr 1533 lutherisch. Vom Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) blieb auch die Alexanderskirche nicht verschont. 1635/36 eroberten, plünderten und beschädigten kaiserliche Truppen die Kirche. Die Truppen gingen sogar soweit, dass sie die Überreste der Leichname im Innenraum herumwarfen und die kostbaren Grabbeigaben mitnahmen. Die Fürstengruft wurde nach dem Raub neu errichtet. Kurze Zeit später geriet die Stadt Zweibrücken erneut in kriegerische Auseinandersetzungen. 1676 eroberten die Truppen des Französischen Königs Ludwigs XIV. die Stadt, brachen erneut die Grabstätten auf und sprengten den Kirchturm. Dieser und das Kirchenschiff mussten daraufhin neu erbaut werden.

1945 wurde das Gotteshaus durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) fast vollständig zerstört. Die Kirche wurde nach Kriegsende neu und mit sehr vereinfachter Gestalt erschaffen.

Baubeschreibung
Das Kirchengebäude, so wie es heute betrachtet werden kann, entspricht nicht seiner ursprünglichen Gestalt im frühen 16. Jahrhundert. Die Alexanderskirche, welche heute eher einfach gestaltet ist, zählte in ihrem Original zu den interessantesten spätgotischen Hallenkirchen in der Pfalz. Bei der Neuerrichtung nach dem Zweiten Weltkrieg verzichteten die Architekten auf spätgotische Elemente. Die Decke in Chor und Schiff wurde nicht mehr als Gewölbe, sondern als kassettierte Flachdecke errichtet. Auf den Sockel des einst sehr mächtigen Barockturms wurde ein neuzeitlicher Turm mit einem sehr hohen Spitzhelm aufgebaut. Farblich sind der originale Sockel und der neue Aufsatz des Turmes voneinander noch zu unterscheiden. Auf dem Walm (Dachfläche oberhalb der Giebelseite) befindet sich ein moderner, achtseitiger Dachreiter. Besonders zu erwähnen ist, dass das fünfschiffige Kirchengebäude unter einem Dach zusammengefasst ist.

Der Kirchenbau weist Merkmale verschiedener anderer berühmter Sakralbauten auf. So waren beispielsweise die Vorhalle des Frankfurter Doms sowie der dreiseitige Chorschluss der Frankfurter Leonhardskirche Vorbild für die Alexanderskirche in Zweibrücken. Im Gegenzug diente die Alexanderskirche als Vorbild für Kirchengebäude am Mittelrhein.

Der Alexandersplatz direkt vor der Kirche lädt zum Verweilen ein, beeindruckt durch seine Wasserinstallationen im Boden und bietet einen geeigneten Blick auf das Kirchengebäude. Das Objekt „Evangelische Karlskirche Karlstraße 3“ in Zweibrücken ist ein eingetragenes Kulturdenkmal. An dessen Erhaltung ist der Historische Verein Zweibrücken e. V. beteiligt.

Räumliche Lage und Erreichbarkeit
Die Protestantische Alexanderskirche liegt inmitten der Stadt Zweibrücken. Parkplätze sind in großer Anzahl vorhanden. Vom Bahnhof ist die Kirche in nur fünf Minuten Fußweg zu erreichen.

(Raphaela Maertens, ZukunftsRegion Westpfalz, 2017)

Internet
www.alt-zweibruecken.de: Die Alexanderskirche (abgerufen 15.12.2017)
www.urlaub-in-rheinland-pfalz.de: Alexanderkirche (abgerufen 15.12.2017)
www.historischer-verein-zweibruecken.de (abgerufen 15.12.2017)

Literatur

Dellwig, Herbert (1982)
Protestantische Alexanderkirche Zweibrücken. (Kleine Kunstführer.) München [u.a.].
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Zweibrücken. Zweibrücken.

Protestantische Alexanderskirche in Zweibrücken

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Alceanderstraße 2
Ort
66482 Zweibrücken
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1493
Koordinate WGS84
49° 14′ 50,09″ N, 7° 21′ 50,35″ O / 49.24725°, 7.36399°
Koordinate UTM
32U 380933.62 5456229.53
Koordinate Gauss/Krüger
2599353.4 5457582.41

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„Protestantische Alexanderskirche in Zweibrücken”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-274562 (Abgerufen: 23. Mai 2018)
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