Kapelle Sankt Josef in Berverath

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Erkelenz
Kreis(e): Heinsberg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Kapelle in Berverath

    Kapelle in Berverath

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  • Kapelle Berverath (2017)

    Kapelle Berverath (2017)

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  • Kapelle Sankt Josef in Berverath (2017)

    Kapelle Sankt Josef in Berverath (2017)

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  • Berverather Kapelle (2016)

    Berverather Kapelle (2016)

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  • Kapelle Sankt Josef in Berverath, Rundfenster (2016)

    Kapelle Sankt Josef in Berverath, Rundfenster (2016)

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Geschichte
Da die Einwohner Berveraths, um zur Heiligen Messe zu kommen, immer den langen Weg nach Keyenberg auf sich nehmen mussten entstand Anfang des 20. Jahrhunderts der Wunsch nach einer eigenständigen Kapelle. Dieser Wunsch wurde auch dadurch genährt, dass die Berverather sahen, wie in den umliegenden Ortschaften neue Kirchen entstanden.
Durch eine Stiftung von Joseph Jansen wurde dieser Wunsch verwirklicht. Er ließ die Kapelle mit seinem Geld auf seinem Land in den Jahren 1909 bis 1912 errichten. Nach den Plänen des Kreisbaumeisters Wilhelm Pinkemeyer aus Erkelenz fertigte sie der Bauunternehmer Leo Theißen.
Am 12.09.1909 erfolgte die Grundsteinlegung durch den Keyenberger Pfarrer Albert Roemer. Nach der Fertigstellung der Kapelle schenkte Joseph Jansen in einem Brief vom 06.05.1912 die Kapelle der Pfarre Keyenberg.
Pastor Roemer stand der Errichtung der Kapelle eher skeptisch gegenüber; er fürchtete einen nachlassenden Kirchenbesuch in Keyenberg. So wird es ihm zuzuschreiben sein, dass die Kapelle erst am 7.8.1913 als Schenkung von der Keyenberger Pfarre angenommen wurde, nachdem die Berverather Bürger sich bereit erklärt hatten, keine Unterhaltskosten von der Pfarre zu fordern. Pfarrer Roemer hatte auch nicht die Weihe als öffentliches Bethaus vorgenommen. Dies geschah durch den Oberpfarrer Kamp aus Erkelenz am 18.5.1913. Die Kapelle wurde dem Heiligen Josef geweiht. Die Inneneinrichtung wurde von der Berverather Bevölkerung weitgehend durch Spenden finanziert.
Erst am 11.3.1921 gestattete das Erzbischöfliche Generalvikariat in Köln, das einmal im Jahr die Heilige Messe in der Kapelle gefeiert wurde. 1936 gestattete Pfarrer Josef Schmitz aus Keyenberg, dass die alten Leute aus Berverath hier eine Messe von Allerheiligen bis zum 1. März besuchen konnten. Alle anderen mussten wie zuvor nach Keyenberg gehen.

1959 kam es zu Sanierungen der Kriegsschäden und ersten Renovierungen. Sechs Fenster an den Langseiten wurden durch den Künstler Will Völker erneuert. Die Stationen des Kreuzwegs, die aus Lithographien bestanden, mussten durch schlichte Kreuze ersetzt werden, weil sie durch Feuchtigkeit stark in Mitleidenschaft gezogen waren.
Die beiden Fenster im Chorbereich wurden 1962 erneuert, ebenfalls von Will Völker.
1969 wurden das Dach und der Turm neu eingedeckt und der Turmhahn repariert. Um den Kapellenbereich herum legten die Berverather in Eigenleistung ein Bodenpflaster.
1972 wurde neben der Kapelle eine Bank aufgestellt, die zum Dorftreffpunkt wurde.
Anfang der 1980er Jahre renovierten die Berverather in Eigenleistung Teile des Innenraums. Trotz der Schönheitsreparaturen wurde eine grundlegende Renovierung immer notwendiger, um die Gesamtsubstanz zu erhalten. Diese wurde vom Bischöflichen Generalvikariat genehmigt und zwischen 1999 und 2003 durchgeführt (Kapellengemeinschaft Berverath (Hrsg.) 2012).

Architektur
Die Kapelle ist ein kleiner Backsteinsaal mit einem rundbogigen Eingang in drei Fensterachsen. Die reich gegliederte Front hat einen geschweiften Giebel mit Tympanon, auf dem Knickdach (Mansarddach) einen sechsseitigen Dachreiter mit einer geschweiften Haube. Im Dachreiter ist eine Glocke untergebracht (limburg-bernd.de).

Innenausstattung
Der Altar und die Kommunionbank stammen aus der Bauzeit und wurden im neugotischen Stil angefertigt. Der dreiteilige Altar ist durch Pilaster und Gebälk gegliedert. Rechts und links befinden sich die geschnitzten Figuren Petrus und Paulus in Nischen, in der Mitte eine Herz-Jesu-Statue als Halbfigur.
Vor dem Altarraum stehen rechts und links 2 Figuren auf einem Sockel am Ende der Längswände. Die 110 cm hohen farblich gestalteten Gipsfiguren zeigen auf der linken Seite die Mutter Gottes und auf der rechten Seite den Heiligen Josef. Sie stammen aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts.
Im Kapellenraum stehen auf jeder Seite 5 Bankreihen.
Die Fenster wurden ab 1959 durch den Künstler Will Völker gestaltet, das runde Fenster über dem Eingang zeigt den Heiligen Geist. Der in Berverath ansässige Künstler Michael Franke gestaltete es in den 80er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

(Wolfgang Lothmann, Heimatverein der Erkelenzer Lande e.V., 2017)

Internet
limburg-bernd.de: Kirchen und Kapellen in der Stadt Erkelenz - Kapelle St. Josef in Berverath (abgerufen: 07.12.2017)

Literatur

Limburg, Bernd; Limburg, Käthe (o.J.)
Kirchen und Kapellen im Kreis Heinsberg. o. O.
Merkens, Rainer; Franke, Michael / Kapellengemeinschaft Berverath (Hrsg.) (2012)
100 Jahre Kapelle Berverath 1912 - 2012. S. 8-20, Grevenbroich.

Kapelle Sankt Josef in Berverath

Schlagwörter
Ort
41812 Erkelenz - Berverath
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1909 bis 1912
Koordinate WGS84
51° 04′ 25,5″ N, 6° 23′ 23,76″ O / 51.07375°, 6.38993°
Koordinate UTM
32U 317156.46 5661267.16
Koordinate Gauss/Krüger
2527372.67 5659923.39

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„Kapelle Sankt Josef in Berverath”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-273525 (Abgerufen: 17. August 2018)
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