Wallfahrtsort Maria Rosenberg

Rodenberg

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Gemeinde(n): Waldfischbach-Burgalben
Kreis(e): Südwestpfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
  • Wallfahrtsort Maria Rosenberg (2018)

    Wallfahrtsort Maria Rosenberg (2018)

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  • Innenansicht der Wallfahrtskirche des Wallfahrtsortes Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben (2013)

    Innenansicht der Wallfahrtskirche des Wallfahrtsortes Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben (2013)

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    Wallfahrtsort Maria Rosenberg (2018)

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    Wallfahrtsort Maria Rosenberg (2018)

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Der Wallfahrtsort Maria Rosenberg liegt am Südrand des Ortsteils Burgalben in der Gemeinde Waldfischbach-Burgalben. Mittelpunkte der Anlage sind die aus dem 12. Jahrhundert stammende Gnadenkapelle und die im frühen 20. Jahrhundert errichtete Wallfahrtskirche. Das weiträumige Gelände beinhaltet neben Orten des geistlichen Zentrums karitative Einrichtungen der Altenpflege sowie der Kinder- und Jugendhilfe.

Lage
Geschichte
Bauliche Beschreibung
Erreichbarkeit

Lage
Landschaftlich befindet sich Maria Rosenberg am äußersten westlichen Rand des Pfälzerwaldes. Der Namensbestandteil „Rosenberg“ weist auf die Lage am Hang des Rosenbergs hin, der vermutlich bis ins 18. Jahrhundert Rodenberg genannt wurde. Der Rosenberg / Rodenberg erhebt sich in Richtung Ost-Südost bis auf knapp 400 Meter über NN. Kirche und Kapelle befinden sich in einer Höhe von gut 300 Meter über NN.

Geschichte
Es wird vermutet, dass bereits die Kelten die Quelle des Gnadenbrunnens dem Gewittergott geweiht hatten. Der Rosenberger Gnadenbrunnen war somit vermutlich bereits in vorchristlicher Zeit ein heiliger Ort. Im Zuge der Christianisierung wurde die Quelle dann der Mutter Gottes geweiht.

Der heutige mittlere Teil der Gnadenkapelle, die sogenannte Urkapelle, wurde um 1150 errichtet. 100 Jahre nach der Errichtung wurde sie im Jahre 1250 durch den Chorraum und im Jahre 1430 noch einmal nach Westen erweitert. Die Kapelle hatte sich zu einem bei Pilgern beliebten Wallfahrtsort entwickelt, weshalb im selben Jahr eine eigene Kaplanei gestiftet wurde. Die Errichtungsurkunde aus dem Jahre 1430 ist damit die erste urkundliche Erwähnung des Wallfahrtortes.

Während der Reformationszeit fiel die Kapelle im Jahre 1570 an die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Sie gehörte der lutherischen Glaubensrichtung an, die Wallfahrt wurde verboten und die Kapelle geschlossen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ging die Kapelle im Jahre 1684 wieder in katholische Hand über. Die Bedeutung des Ortes und der damit einhergehenden Wallfahrten nahmen seit dem Jahre 1722 deutlich zu. In den 1730er Jahren wurde die Kapelle nach den Zerstörungen durch den Dreißigjährigen Krieg wieder komplett aufgebaut und noch ein weiteres Mal nach Westen vergrößert. In dieser Zeit wurde der heutige Name „Rosenberg“ eingeführt. Dies geschah in Anlehnung an die Anrufung Marias als „wunderbare Rose“.

Im Jahre 1822 veranlasste der bayerische Staat die Schließung der Kapelle. Grund hierfür waren angebliche Missbrauchsvorfälle bei der Wallfahrt. Die Pilger mussten von nun an ihre Gebete vor der Kapelle abhalten. Nicht einmal bei Beerdigungen war es erlaubt, die Glocken zu läuten. 22 Jahre später wurde die Kapelle aufgrund der Mithilfe des Speyerer Bischofs Nikolaus von Weis (1796–1869) wieder freigegeben und die Wallfahrten konnte ungehindert fortgeführt werden.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Wallfahrtsort bedeutend geprägt durch die Gründung der Rosenbergstiftung und durch eine von Georg Helfrich gegründete Laiengemeinschaft, die Jörg-Gesellschaft. Helfrich war als Vorbeter in der Kapelle tätig und wurde Bet-Jörg genannt. Er hatte das Ziel, eine Priesterstelle im Wallfahrtsort Rosenberg einzurichten. Daraufhin bildete er mit der Jörg-Gesellschaft, eine Laiengemeinschaft des Dritten Ordens des heiligen Franziskus. Anfeindungen und Verdächtigungen führten 1873 zur Auswanderung der Jörg-Gesellschaft nach St. Benedict im amerikanischen Bundesstaat Iowa.

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Rosenbergstiftung ausreichende Mittel angespart, um eine größere Wallfahrtskirche zu errichten. Die Baumaßnahme begann im Jahre 1910, die Weihe der Wallfahrtskirche erfolgte im Jahre 1912 durch den damaligen Speyerer Bischof.

Im Jahr 1931 entstand mit dem Diözesan-Exerzitienhaus eine Einrichtung, die unter anderem im Rahmen des Gebets, der Mediation oder des Philosophierens zur Begegnung mit Gott dienen sollte. Anfang der 1970er Jahre wurde das große Bildungshaus gebaut, das 1986 nochmals als Tagungshaus erweitert wurde. In den 1990er Jahren kam es zur Einweihung eines neuen Alten- und Pflegeheims, dem heutigen Caritas-Altenzentrum.

Als Papst Franziskus für Dezember 2015 bis November 2016 das „Außerordentliche Heilige Jahr“ ausrief, wurde auch in Maria Rosenberg das lang verschlossene gotische Portal auf der Südseite der Gnadenkapelle durch Bischof Karl-Heinz Wiesemann geöffnet. Bis heute stellt Maria Rosenberg ein geistiges und kulturelles Zentrum der Region dar.

Der Wallfahrtsort Maria Rosenberg steht unter Denkmalschutz.
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Bauliche Beschreibung
Die Gnadenkapelle stellt den Mittelpunkt des Wallfahrtortes dar und birgt den Ursprung der Kapelle, die um 1150 errichtete sogenannte Urkapelle. Die aus rotem Sandstein gebaute einschiffige romanische Gnadenkapelle wurde im 13. Jahrhundert durch den Chor, im 15. Jahrhundert durch zwei zusätzliche Langhausachsen und im 18. Jahrhundert durch eine westliche Ergänzung erweitert. 1930 wurde die Kapelle durch den Architekten Albert Boßlet (1880–1957) renoviert. Beim Betreten der Kapelle fällt das Auge des Betrachters auf das den Chor zierende Gnadenbild der Mutter Maria. Die Statue von Maria und Jesus ist durch einen goldenen Kranz hinterlegt.

Die Wallfahrtskirche wurde zwischen 1910 und 1912 durch Rudolf von Pérignon aus Würzburg als dreischiffige Hallenkirche im barockisierenden Heimatstil errichtet. Den Altar entwarf im Jahre 1925 der Goldschmied Josef Seitz aus München. Das Bild in der Apsis des Chores stammt vom Maler Max Rauh aus dem Jahr 1926 und stellt die Rosenkranzkönigin dar. Eine Gedenktafel unterhalb der Empore soll an das Schaffen der Jörg-Gesellschaft erinnern. Die Inschrift der Tafel lautet „ZUM FROMMEN GEDÄCHTNIS AN DIE EDLEN STIFTER V. KIRCHE U. ANSTALT MARIA-ROSENBERG“. Eine darunter aufgeführte Namensauflistung der Mitglieder der Jörg-Gesellschaft führt unter anderem den 1895 verstorbenen Georg Helfrich („Bet-Jörg“) auf. Weitere Inschriften befinden sich am äußeren Eingangsbereich. Über dem linken Türbogen steht „MONSTRA TE ESSE MATREM“ (übersetzt: Zeige dich uns als Mutter). Die rechte Türbogen-Inschrift lautet „QUASI PLANTATIO ROSAE SUM IN J“ (übersetzt: wie ein Rosenstock bin ich in Jericho).

Zeitgleich zur Wallfahrtskirche entstanden die Kolonnaden, die von der Wallfahrtskirche ausgehend, die Gnadenkapelle auf der West- und Südseite umschließen. Sie wurden vom Pirmasenser Baumeister Joseph Uhl (1887–1961) geplant. Zwischen Kolonnaden und Gnadenkapelle befindet sich heute eine Anlage aus Brunnen und Sitzbänken bestehend.

Hinter der Wallfahrtskirche steht die 2014 neu eingeweihte Kreuzwegkapelle, die das Ende des Kreuzweges bildet. Die Kreuzwegstationen, die bergauf zur Kreuzwegkapelle führen, wurden bereits nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestellt.

Im Ensemble mit der Kreuzwegkapelle befindet sich auch der Gnadenbrunnen, der in den 1930er Jahren dorthin verlegt wurde. Dieser Brunnen ist der Heiligen Jungfrau geweiht, die als Statue mit ausgebreiteten Händen über der Quelle zu sehen ist. Unterhalb des Brunnens befindet sich in einem ehemaligen Steinbruch die Lourdesgrotte, auch Mariengrotte genannt. Diese wurde 1913 errichtet.
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Erreichbarkeit
Waldfischbach-Burgalben ist aus Richtung Kaiserslautern und Pirmasens über die Bundesstraße B 270 angebunden. Der Wallfahrtsort ist ausgeschildert und befindet sich unweit der Ausfahrt Burgalben. Kostenfreie Parkplätze sind auf der Anlage vorhanden.

Per Zug ist der Wallfahrtsort aus Richtung Kaiserlautern oder Pirmasens erreichbar. Die fußläufige Distanz zwischen Bahnhof und Wallfahrtsort beträgt rund 1,5 Kilometer.
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(Raphaela Maertens, ZukunftsRegion Westpfalz, 2017)

Internet
web.archive.org: Maria Rosenberg (abgerufen 27.10.2017)
www.vgwaldfischbach-burgalben.de: Tourismus - Maria Rosenberg (abgerufen 27.10.2017)
www.maria-rosenberg.de: Geschichte des Rosenbergs (abgerufen 27.10.2017)
www.saarland-lese.de: Nikolaus von Weis (abgerufen 30.05.2018)

Literatur

Ammerich, Hans; Heberer, Pia; Keddigkeit, Jürgen; Lagemann, Charlotte; Untermann, Matthias (2014)
Pfälzisches Klosterlexikon. 5 Bände. Kaiserslautern.
Generaldirektion Kulturelles Erbe (2017)
Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreis Südwestpfalz. o. O.

Wallfahrtsort Maria Rosenberg

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Rosenbergstraße 20-24
Ort
67714 Waldfischbach-Burgalben
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Geschütztes Kulturdenkmal gem. § 8 DSchG Rheinland-Pfalz
Fachsicht(en)
Denkmalpflege, Architekturgeschichte
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Koordinate WGS84
49° 16′ 28,67″ N, 7° 38′ 37,85″ O / 49.27463°, 7.64385°
Koordinate UTM
32U 401355.38 5458870.62
Koordinate Gauss/Krüger
3401391.5 5460615.07

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Wallfahrtsort Maria Rosenberg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-273471 (Abgerufen: 16. August 2018)
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