Laubengänge in der Parkanlage des Klosters St. Bernardin

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Gemeinde(n): Geldern, Sonsbeck
Kreis(e): Kleve (Nordrhein-Westfalen), Wesel
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Historische Laubengänge in St. Bernardin (2016)

    Historische Laubengänge in St. Bernardin (2016)

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    Helga M. Kaczmarek / NABU Naturschutzzentrum Gelderland
    Fotograf/Urheber:
    Helga M. Kaczmarek
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  • Historische Laubengänge in St. Bernardin (2014)

    Historische Laubengänge in St. Bernardin (2014)

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Zur öffentlich zugänglichen Parkanlage des ehemaligen Klosters St. Bernardin in Sonsbeck-Hamb gehören zwei historische Laubengänge. Sie erstrecken sich süd-östlich und nord-westlich des ursprünglichen Haupteingangs von St. Bernardin, einem ehemaligen und heute denkmalgeschützten Kloster. Die Laubengänge wurden vermutlich in den frühen 1920er Jahren angelegt.

Die Laubengänge bestehen hauptsächlich aus Kornelkirschen (Cornus mas) und Hainbuchen (Carpinus betulus), im nord-westlich gelegenen Gang wurden vereinzelt auch andere Gehölzarten in den Gang integriert. Bei der Gehölzwahl kommt der Kornelkirsche eine sehr praktische Bedeutung zu, da ihre Früchte von den Ordensschwestern des ehemaligen Klosters als Obst genutzt wurden.
Die Dicke einiger Stämme sowie eindrucksvolle und skurrile Geästverwachsungen im oberen Bereich der Laubengänge lassen darauf schließen, dass diverse der ursprünglich gepflanzten Gehölze bis heute erhalten geblieben sind.

Der süd-östlich gelegene Laubengang hat eine Gesamtlänge von 75 Metern. Er besteht ausschließlich aus Kornelkirschen und Hainbuchen, wobei ältere und jüngere Exemplare deutlich unterscheidbar sind. Die alten Exemplare der Kornelkirschen kommen auf einen Stammumfang von bis zu 60 cm. Die alten Hainbuchenexemplare wurden mit 60-70 cm Stammumfang vermessen, wobei eine Hainbuche mit knapp 150 cm Stammumfang noch einmal deutlich hervorsticht. Dies ist auch der in beiden Laubengängen größte gemessene Stammumfang. An etlichen Stellen finden sich in den alten Stämmen eingewachsene und zum Teil vollständig überwallte Metallteile (Streben, Stangen) als Restfragmente eines Stützgerüstes, das 2015 erneuert wurde.

Anders als der süd-östliche Laubengang besteht der 72 Meter lange nord-westliche Gang nicht nur aus älteren und jüngeren Kornelkirschen und Hainbuchen, sondern hier finden sich außerdem in die Pflanzung integriert drei Liguster (Ligustrum vulgare), zwei Haselsträucher (Corylus avellana), zwei Rotbuchen (Fagus sylvatica) und drei alte Weißdornpflanzen (Crataegus). Bei Letzteren wurden Stammumfänge von bis zu 60 cm gemessen.

2015 wurden die Laubengänge grundlegend renoviert und durch Schnitt- und Pflanzmaßnahmen „verjüngt“. Im Zuge dieser Aktion wurde das marode gewordene, zum Teil verrostete, zerbrochene oder auch in die alten Stämme eingewachsene metallene Trägergerüst der Laubengänge entfernt und durch eine neue Metallkonstruktion ersetzt. Eine über Jahre nur halbherzig durchgeführte Rückschnittpflege der Gehölze ließ zudem einen gründlichen Verjüngungsschnitt notwendig erscheinen, damit der Laubengang nicht unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen würde. Nachdem im westlichen Endbereich des Laubengangs die Gehölze zum Teil radikal zurückgeschnitten (auf den Stock gesetzt) worden waren, und damit auch die sehenswerten und skurrilen Verwachsungen vernichtet wurden, konnte ein geplanter weiterer Radikalschnitt (auf den Stock setzen aller Gehölze der Laubengänge) für die restlichen Laubengangbereiche verhindert werden. Dort blieben zumindest partiell alte Astverwachsungen im oberen Bogenbereich und damit der besondere Charme der Gänge erhalten, wenngleich der Großteil der bizarren Strukturen den Schnittmaßnahmen zum Opfer fiel. Dort, wo die Laubengänge durch den Rückschnitt noch nicht wieder nach oben geschlossen sind, vermittelt die Metallkonstruktion vorerst die gedachte Gangform. Da durch den immer noch sehr scharfen Gesamtrückschnitt auch einzelne Gehölze komplett entfernt werden mussten, wurden die so entstandenen Lücken mit Jungpflanzen aufgefüllt.

Die historischen Laubengänge gehören zu den besonderen Sehenswürdigkeiten auf dem Gelände von St. Bernardin.

(Helga M. Kaczmarek, NABU-Naturschutzzentrum Gelderland, erstellt im Rahmen des LVR-Netzwerkes Kulturlandschaft, 2017)

Laubengänge in der Parkanlage des Klosters St. Bernardin

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
St. Bernardinstraße 65
Ort
47665 Sonsbeck - Hamb
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Kein
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung, mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Historischer Zeitraum
Beginn 1920
Koordinate WGS84
51° 34′ 6,6″ N, 6° 22′ 21,66″ O / 51.5685°, 6.37268°
Koordinate UTM
32U 317918.71 5716318.6
Koordinate Gauss/Krüger
2525883.67 5714959.44

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„Laubengänge in der Parkanlage des Klosters St. Bernardin”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271033 (Abgerufen: 24. Februar 2018)
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