BauhausKarree in Obermarxloh

Siedlung Kampstraße / Kantstraße

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Denkmalpflege
Gemeinde(n): Duisburg
Kreis(e): Duisburg
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Duisburg-Obermarxloh, BauhausKarree, Kampstr. 87

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  • Duisburg-Obermarxloh, BauhausKarree, Kampstr. 72 + 83

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  • Duisburg-Obermarxloh, BauhausKarree, Kantstr. 56 ff/Kampstr. 74

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  • Duisburg-Obermarxloh, BauhausKarree, Kantstr. 58 ff

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  • Duisburg-Obermarxloh, BauhausKarree, Kampstr./Kantstr.

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  • Duisburg-Obermarxloh, BauhausKarree, Kampstr. 72 + 83 / Kantstr. 53

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  • Duisburg-Obermarxloh, BauhausKarree, Kampstr. 74

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Entstehungsgeschichte
Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert erlebte Hamborn, ab 1935 ein Ortsteil von Duisburg, ein beispielloses Wachstum. Aufgrund des u.a. von der Gewerkschaft Deutscher Kaiser (GDK) und der Zeche Neumühl betriebenen Steinkohleabbaus entwickelte sich der Ort, der 1882 gerade einmal rund 5.000 Einwohner zählte, in einem atemberaubenden Tempo zur Großstadt. Bereits 1910 wurde die Marke von 100.000 Einwohnern überschritten, bis Mitte der 1920er Jahre stieg die Einwohnerzahl noch einmal um rund 25.000 Menschen an.
Das starke Bevölkerungswachstum machte einen umfassenden Wohnungsbau erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist auch die Errichtung der Siedlung Kampstraße/Kanstraße in den Jahren 1929/1930 zu sehen. Diese schloss unmittelbar an den westlichen Rand des seit 1905 realisierten Wohngebiets, das heute den Namen Dichterviertel trägt, an und sollte kostengünstigen und zugleich komfortablen Wohnraum in erster Linie für die mittlere Angestelltenschaft des Bergbaus bereitstellen.

Nachdem bis zum Ersten Weltkrieg der Neubau von Wohnungen fast keine staatliche Unterstützung erfahren hatte, kam es nach 1918 zu einer Neuausrichtung der Wohnungsbaupolitik. Fortan oblag es hauptsächlich gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften, die vom Staat finanziell gefördert wurden, den insbesondere in den industriellen Zentren des Deutschen Reichs dringend benötigten Wohnraum zu errichten. Die Siedlung Kampstraße/Kantstraße entstand auf genossenschaftlicher Basis durch die Bergmannsiedlung GmbH Hamborn. Diese war 1920 gegründet worden und hatte die Aufgabe, in Hamborn das Wohnungsbauprogramm der im gesamten Ruhrgebiet aktiven „Treuhandstelle für Bergmannswohnstätten im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirk GmbH“ (THS) zu verwirklichen. Insgesamt wurden in der Siedlung Kampstraße/Kantstraße 161 Wohneinheiten in 30 Gebäuden entlang der Kantstraße (Hausnummern 49-66), der Kampstraße (Nrn. 70-93), der Hans-Sachs-Straße (Nrn. 42-44) und der Kurt-Spindler-Straße (Nr. 87) errichtet. Die Wohnungen umfassten nach Baufertigstellung zwei, drei oder vier Zimmer und waren insgesamt 36 bis höchstens 65 m² groß; Badezimmer und Küche gehörten zum Ausstattungsstandard. Bis heute zeichnet sich die Wohnanlage außerdem durch die Gestaltung des Wohnumfelds aus. Großzügige öffentliche Räume und von den Hausbewohnern gemeinschaftlich nutzbare Grünflächen ermöglichen Erholung und Kontaktbildung.

Architektur und Städtebau
Von bemerkenswerter Qualität ist weiterhin die architektonische und städtebauliche Gestaltung der Wohnanlage. Die von dem Architekten Emil Rudolf Mewes (1885-1949) entworfene und 1991 in die Denkmalliste der Stadt Duisburg eingetragene Siedlung (Denkmal-Nr. 235; bauauskunft.duisburg.de) charakterisiert eine straßenbegleitende mehrgeschossige Bebauung, die ein städtisches Erscheinungsbild hervorbringt. Durch eine äußerst variantenreiche Zuordnung weniger Haustypen wird zudem eine rhythmische Raumgliederung erreicht. Der städtebauliche Fokus liegt eindeutig im Bereich der Straßenkreuzung Kampstraße/Kantstraße. Durch die Zurücknahme der Bebauung aus der Bauflucht ergibt sich an dieser Stelle ein platzartiger Raumeindruck. Dieser wird durch gestaffelte Bauhöhen noch einmal verstärkt. So ist die straßenbegleitende Bebauung ausschließlich 3-geschossig ausgeführt, während im Kreuzungsbereich 4,5-geschossige Hochbauten realisiert wurden.

Die Architektur der Anlage wird vor allem durch einheitliche Ziegelfassade geprägt, wobei der Klinker auch im Detail als Gestaltungsmittel eingesetzt wird. Dies zeigt sich beispielsweise im Wechsel von liegende und stehenden Formaten (z.B. in der Verlängerung der Treppenhausfenster) oder auch die durch Vor- und Rücksprünge einzelner Steine erreichte Reliefierung (Wandfelder neben den Haustüren). Der Blick auf die einzelnen Fassaden offenbart eine Betonung der Horizontalen sowie der Vertikalen. Die waagerechte Linie wird in Form gleichmäßig gereihter Rechteckfenster mit weißgerahmten Fenstern unterstrichen. Außerdem existieren an den Eckgebäuden verkröpfte Sturz- und Sohlbankgesimse sowie eine hervorgehobene lineare Verfugung. Der vertikale Kontrast wird durch die Treppenhäuser begleitende senkrecht verlaufende Fensterbänder erzeugt, denen wiederum in paralleler Führung plastisch hervortretende Werksteinbänder folgen. Auffällig ist weiterhin der ausgesprochen asymmetrische Gestaltungsansatz. So sind die Eingänge beispielsweise immer versetzt zu den Treppenhausfenstern angeordnet.

Wenn die Wohnanlage heute oft als Bauhauskarree bezeichnet wird, ist dies einem kreativen und offenbar erfolgreichen Marketing im Zuge der durchgreifenden Sanierung 2003 bis 2006 zu verdanken. Tatsächlich führt die Bezeichnung in die Irre, denn Verbindungen zur Bauhausschule sind nicht herzustellen. So war weder der Architekt Mewes ein Bauhausschüler noch entspricht die Architektursprache eindeutig den Gestaltungsprinzipien, die gemeinhin mit der avantgardistischen Schule in Verbindung gebracht werden. Vielmehr ist die Siedlung Kampstraße/Kanstraße einer gemäßigten Moderne zuzuordnen. Während die kubischen Baukörper, die Flachdächer der Hochbauten oder die senkrechten Fensterbänder der Treppenhäuser durchaus das „neue Bauen“ der Zwischenkriegszeit repräsentieren, verweisen die Walmdächer auf den Flügelbauten sowie die Unterteilung der Fassadenfläche durch Gesimse und Reliefs auf konservative Vorbilder. Die schroffe Zuordnung von Vertikalen und Horizontalen verrät zudem expressionistische Einflüsse.

„Die Sanierung des Gesamtensembles gilt inzwischen als wichtiger Baustein und Beitrag für eine sozial stabilisierende Stadtteilentwicklung im vom Strukturwandel stark gekennzeichneten Duisburger Norden.“ (www.baukunst-nrw.de)

(Jascha Philipp Braun, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, 2017)

Internet
www.baukunst-nrw.de: BauhausKarree (abgerufen 30.06.2017)
bauauskunft.duisburg.de: Denkmal-Nr. 235 (nicht-öffentlich, abgerufen 30.06.2017)

Literatur

(2016)
Architektur der Zwanziger Jahre in den Stadtteilen Alt-Hamborn und Marxloh. (Duisburger Denkmalthemen (Band 11).) Duisburg.
(2007)
Denkmaltopograhie Duisburg. Nördliche Stadtteile. Worms.
(o.J.)
Wohnen im Dichterviertel. Essen.

BauhausKarree in Obermarxloh

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Kampstraße / Kantstraße
Ort
47166 Duisburg - Obermarxloh
Gesetzlich geschütztes Kulturdenkmal
Ortsfestes Denkmal gem. § 3 DSchG NW
Fachsicht(en)
Denkmalpflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Auswertung historischer Schriften, Auswertung historischer Karten, Auswertung historischer Fotos, Literaturauswertung, Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1929 bis 1930
Koordinate WGS84
51° 29′ 55,24″ N, 6° 46′ 30,78″ O / 51.49868°, 6.77522°
Koordinate UTM
32U 345575.86 5707628.84
Koordinate Gauss/Krüger
2553875.67 5707410.57

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„BauhausKarree in Obermarxloh”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-268877 (Abgerufen: 19. November 2018)
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