Stadtgarten Krefeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Naturschutz
Gemeinde(n): Krefeld
Kreis(e): Krefeld
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Ein Weg im Stadtgarten Krefeld (2015).

    Ein Weg im Stadtgarten Krefeld (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Biologísche Station im Kreis Wesel e.V.
    Fotograf/Urheber:
    Gabriele Heckmanns
    Medientyp:
    Bild
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  • Alte Bäume im Stadtgarten Krefeld (2015).

    Alte Bäume im Stadtgarten Krefeld (2015).

    Copyright-Hinweis:
    Biologísche Station im Kreis Wesel e.V.
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    Gabriele Heckmanns
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Der Krefelder Stadtgarten ist ein Park mitten im Herzen der Stadt zwischen dem Nordwall und der verkehrsreichen St.-Anton-Straße. Mit 4,4 Hektar Fläche ist er neben dem Kaiser-Friedrich-Hain und den Krefelder Wällen die größte innerstädtische Grünfläche innerhalb der Krefelder Ringe. Er verfügt über ein ausgeprägtes Wegesystem, Alleen, eindrucksvolle Einzelbäume, Gedenksteine und einen Pavillon.

Entstehung und Bedeutung
Der Stadtgarten entstand im Jahr 1814 als Friedhof vor der Stadt, 1867 stellte man die Beerdigungen ein. Bereits am 1. Mai 1879 genehmigte die Stadtverordnetenversammlung den Umbau zur öffentlichen Parkanlage. Dabei bezog der erste Stadtgärtner König die vorhandenen Lindenalleen, sowie etliche Denkmäler und Grabsteine in die neue Planung ein. Der Umbau zu einem öffentlichen Park zog sich über mehrere Jahre hin. Die ehemaligen Grabfelder wurden mit Gehölzgruppen bepflanzt, die neben den Baumalleen aus der Friedhofszeit auch heute noch das Bild des Stadtgartens prägen.
Er hat seine besondere Ausstrahlung und Bedeutung den alten Baumveteranen, von denen einige nun an die 200 Jahre alt sein müssten, zu verdanken. Der Baum, der hier dominant vorkommt ist die Linde.

Da der Park 1814 als Friedhof konzipiert war, ist er eng gekammert – alles wirkt dicht und eng. Aus den Gehölzgruppen auf den ehemaligen Grabfeldern haben sich nun dicht stehende alte Einzelgehölze entwickelt und die Linden-Alleen aus dieser Zeit prägen auch das aktuelle Bild. Bei der Umgestaltung des Parks 2012/13 wurden die beiden Achsen (Nord-Süd und West-Ost) als bestimmender historischer Bezug herausgearbeitet.
Bemerkenswert ist auch das Veteranendenkmal im südlichen Teil des Stadtgarten, das älteste Denkmal Krefelds und die Grabmäler bedeutender Krefelder Familien de Greiff und von Loevenich im südwestlichen Teil des Parks, die von Stechpalmen mit Stammdurchmessern von 40-45 cm umgeben sind.

Plätze und Wege
Für Parkbesucher gibt es keine Nischen und Plätze, die nicht einsehbar sind. Man kann durch den Park durchschauen – von einer Straßenseite auf die andere, der Park wirkt offen, besonders im Herbst und Winter. Aber auch im Sommer blickt man zwischen niedrig hängenden Zweigen der Bäume auf die andere Straßenseite. An manchen Stellen bieten die umliegenden Gebäude vom Park aus reizvolle Anblicke (z.B. Blick das Türmchen vom Amtsgericht) auf einige der schönen Patrizierhäuser.

Sein Wegenetz teilt den Park in zwei Hälften: Südlich des Musikpavillons gibt es ein Wegenetz, das sternförmig mit einigen Wegen dazwischen ausgebildet ist, in der nördlichen Hälfte ist es „einfach“ sternförmig, aber in beiden Fällen in ein um den Park herum führendes Wegenetz integriert.
Im nördlichen Teil führen die Wege auf einen Platz mit dem Springbrunnen zu. Der Springbrunnen wurde mit einer ihn umgebenden Rabattenfläche gestaltet, die zum Zeitpunkt der Begehung durch fehlende Blühpflanzen trostlos und mit Müll verunreinigt war. Im südlichen Teil führen die Wege auf einen einfach gestalteten runden Platz mit Bänken zu. Beide Plätze liegen auf der Nord-Süd-Achse in der Mitte des Parks.
Auf dem Platz in der Mitte des Parks befindet sich der Musikpavillon, die Nord-Süd-Achse und die West-Ost-Achse kreuzen sich auf diesem Platz. Auf diesen Platz führen vier Wege, meist mit Lindenalleen bestanden, sternförmig zu.
Im gesamten Park sind Wege, die von Norden nach Süden führen oder von Osten nach Westen meist mit einer Lindenallee bestanden. Im Rahmen der Umgestaltung vor einigen Jahren wurden einige Wege entfernt durch Umwandlung in Rasenflächen, teilweise stehen die Lindenalleen aber noch und geben das alte Wegebild wieder.
Auch um die Plätze herum sind Linden vorhanden, ebenso wie am Ostrand des Parks und am Platz im nördlichen Teil. Die hier vorkommenden Linden (Holländische, Winter-, Krim- und Silberlinde u.a.) haben unterschiedliche Brusthöhendurchmesser (BHD), meist um die 60 und 70 cm; es kommen aber auch jüngere Exemplare vor, da immer wieder Gehölze nachgepflanzt wurden.

Baumbestand
Weiterhin eindrucksvoll wirkende Bäume im Park sind einige Buchen von 55-85 cm BHD. Im nordwestlichen Teil steht eine mächtige alte Buche (120 cm BHD), die durch ihre belaubte Krone eine Überdachung bietet, die fast bis zum Boden reicht. In der Nähe steht eine dreistämmige Eiche (25-50 cm Durchmesser der einzelnen Stämme), deren einzelne Äste zur Sicherung mit Seilen verspannt sind. Dieser Baum fällt durch seine bizarre Wuchsform und durch ein größeres Baumloch auf. Westlich angrenzend zwischen Justizbehörden-Gebäude und dem Park liegt ein kleiner Spielplatz.
Im Park kommen noch einige wenige Deutsche Eichen (20-50 cm BHD) und Amerikanische Eichen (60 cm BHD) vor.
Hainbuchen sind im Stadtgarten an verschiedenen Stellen zu finden; es gibt Exemplare mit BHD von 25 bis zu 65 cm. Ein besonders schönes Exemplar befindet sich in der Nähe des Musikpavillons.

Im südwestlichen Bereich sind einige alte Eschen zu finden -zwei davon mit BHD von 110 und 120 cm – aber auch jüngere Eschen kommen vor. Hier sind auch Hängeeschen mit BHD von 45-80 cm zu erwähnen. Im südlichen Teil bestimmen ältere Flügelnussbäume das Bild. Sie sind mehrstämmig und ihre einzelnen Stämme haben Stammdurchmesser von 40-45 cm. Sie befinden sich im Bereich des kleinen Restaurants an der Ecke (Steinstraße/St.-Anton-Straße) und den parallel zur St.-Anton-Straße befindlichen Platz mit Rabatten und Sitzbänken, auf dem auch das Veteranendenkmal seinen Platz hat. Im nördlichen Teil zwischen Nordwall und Park ist auf der westlichen Hälfte ein Parkplatz, der von Linden umgeben wird, vorhanden und auf der östlichen Hälfte ein neu eingerichteter, modern gestalteter Platz in der Nähe einer Haltestelle.
Unter anderen gehören zu den älteren bemerkenswerten Baumarten im Park Ahornbäume (Bergahornbäume mit BHD von 40-50 cm, ein mächtiger mehrstämmiger Bergahorn mit 120 cm Durchmesser am Stammfuß, auch Spitzahorn und Felsen-Ahorn), Platanen (mit 60-120 cm BHD), Rosskastanien (mit 65-70 cm BHD), Götterbäume (mit 55-80 cm BHD), Urweltmammutbäume (40-70 cm BHD) und ein Schnurbaum (45 cm BHD). Außerdem kommen u.a. noch eine Araukarie mit 30 cm BHD vor, Zedern (25-50 cm), Eiben (35 cm) und Birken (30 cm) vor.
Der alte Baumbestand macht den besonderen Reiz des kleinen innerstädtischen Parks aus. Die Angaben zu den Brusthöhendurchmessern der Bäume beruhen auf Schätzungen.

(Gabriele Heckmanns, Biologische Station im Kreis Wesel e.V. erstellt im Rahmen des Projektes „Naturerleben in der Stadt“. Ein Projekt des LVR Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege, 2017)

Internet
de.wikipedia.org: Parkanlagen in Krefeld, Stadtgarten (abgerufen 29.06.2017)

Stadtgarten Krefeld

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Sankt-Anton-Straße
Ort
47798 Krefeld - Mitte
Fachsicht(en)
Naturschutz
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Geländebegehung/-kartierung
Historischer Zeitraum
Beginn 1814 bis 1879
Koordinate WGS84
51° 20′ 1,33″ N, 6° 33′ 9,89″ O / 51.3337°, 6.55275°
Koordinate UTM
32U 329523.24 5689778.37
Koordinate Gauss/Krüger
2538565.76 5688916.18

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„Stadtgarten Krefeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-267817 (Abgerufen: 24. Mai 2018)
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