Pleistalwerk

vormals Zeche Plato, dann Pleistalwerk Heinrich Startz KG, geplantes Umweltbildungszentrum Pleistalwerk e.V.

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Gemeinde(n): Sankt Augustin
Kreis(e): Rhein-Sieg-Kreis
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Luftaufnahme des Pleistalwerks bei Sankt Augustin-Niederpleis (2011).

    Luftaufnahme des Pleistalwerks bei Sankt Augustin-Niederpleis (2011).

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  • Luftaufnahme der ehemaligen Fabrikantenvillavilla des Pleistalwerks bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2011)

    Luftaufnahme der ehemaligen Fabrikantenvillavilla des Pleistalwerks bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2011)

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  • Einfahrt zum ehemaligen Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Einfahrt zum ehemaligen Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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  • Hinweistafel an der Einfahrt zum früheren Pleistalwerk bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Hinweistafel an der Einfahrt zum früheren Pleistalwerk bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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  • Ruinöse Fabrikgebäude des ehemaligen Pleistalwerks bei Sankt Augustin-Niederpleis (2010)

    Ruinöse Fabrikgebäude des ehemaligen Pleistalwerks bei Sankt Augustin-Niederpleis (2010)

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  • Fabrikantenvilla des ehemaligen Pleistalwerks Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Fabrikantenvilla des ehemaligen Pleistalwerks Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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  • Außenansicht eines Nebengebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Außenansicht eines Nebengebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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  • Außenansicht eines Nebengebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Außenansicht eines Nebengebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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  • Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017).

    Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017).

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  • Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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  • Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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  • Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017).

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  • Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017).

    Außenansicht des Hauptgebäudes der ehemaligen Zeche Plato / Pleistalwerk Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017).

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  • Fabrikantenvilla des ehemaligen Pleistalwerks Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

    Fabrikantenvilla des ehemaligen Pleistalwerks Heinrich Startz KG bei Sankt Augustin-Birlinghoven (2017)

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Das Pleistalwerk, ab 1841 als Zeche Plato gegründet und ab 1926 als Pleistalwerk Heinrich Startz KG betrieben, ist eine ehemalige Ziegelei in Sankt Augustin-Birlinghoven. Die Ruine des seit 1971 nicht mehr betriebenen Pleistalwerks soll künftig Sitz eines Umweltbildungszentrums werden.

Zeche Plato 1841-1926
Pleistalwerk Startz / Geerling 1926-1971
Seit dem Produktionsende 1971
Planungen für ein Umweltbildungszentrum
Das Pleistalwerk in historischen Karten
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Zeche Plato 1841-1926
Im Jahr 1841 gründete Albert von Mühlmann auf damals noch zur Gemeinde Niederpleis gehörendem Gelände die Ziegelei Zeche Plato. Hier wurden dank der reichen Tonvorkommen in der Region feuerfeste Steine, Ziegelsteine, Dachziegel und Tonröhren zur Entwässerung von Häusern und Straßen produziert.
Ein Feuer zerstörte 1902 ein Ofenhaus, das durch einen dreigeschossigen Backsteinbau ersetzt wurde. Das Unternehmen, das zu diesem Zeitpunkt 242 Mitarbeiter beschäftigte wurde 1912 von der Bonner Plato AG übernommen. In dem bereits 1923 zahlungsunfähigen Werk vernichtete 1924 ein Großbrand einen großen Teil des Geländes (Geerling / Richarz 2008).
Unmittelbar neben dem Werksgelände wurde zur Pleistalstraße hin eine Fabrikantenvilla erbaut, die bis heute erhalten ist und auch noch bewohnt wird. Der Weiher neben dem Werk diente einst der Dorfjugend als Badesee (story.ga-bonn.de).
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Pleistalwerk Startz / Geerling 1926-1971
Ab dem 1. August 1926 produzierte das Werk als Pleistalwerk Heinrich Startz KG. Zur Herstellung von Klinkersteinen ließ der neue Eigner Heinrich Startz nach einem eigenen Entwurf ein neues Ofenhaus, den „Kammerofen“ bauen. Nachdem die auf dem Werksgelände befindliche Tongrube 1928 erschöpft war, wurde das Material aus Oberpleis bzw. aus der Keramikstadt Frechen bezogen. Angeliefert wurde der Ton über einen eigenen Anschluss an die Schmalspurgleise der Bröltalbahn (seit 1922) und nach dem Zweiten Weltkrieg mit LKW über die Straße.
Wurde die Klinkerproduktion zunächst allmählich auf die Herstellung von feuerfester Steine verlagert, stellte das Werk 1930 ganz auf die Produktion von Steinzeugröhren um:
„Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Bedarf an Röhren stark gestiegen und das Pleistalwerk gut ausgelastet. Die Qualität der Röhren lag an der Spitze der westdeutschen Steinzeugproduktion, die Röhren des Pleistalwerkes wurde sogar nach Italien, Frankreich und die Schweiz exportiert.“ (Geerling / Richarz 2008).
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Seit dem Produktionsende 1971
Als der Markt zunehmend auf Kunststoffrohre aus Polyvinylchlorid (PVC) zugriff und gleichzeitig die regionalen Tonvorkommen versiegten, ließ sich das Werk nicht kostengünstig modernisieren. Unter dem letzten Betreiber Gerhard Geerling wurde die Produktion schließlich 1971 eingestellt und die Anlagen teilweise abgebaut und verkauft.
„Teile des Geländes wurden bis in die 1990er Jahre von einer Firma zur Produktion von Automationsmaschinen für Kunststoff- und Autoindustrie genutzt. Seitdem ist das Gelände ungenutzt und das Gebäude verfällt. Das gesamte Fabrikgelände wurde 1991 von der Familie Geerling GbR an die GbR Rehaklinik Sankt Augustin veräußert; diese ging jedoch in Insolvenz.“ (ebd.)
Seitdem wird das frühere Werksgelände von verschiedenen Firmen als Lager genutzt. Wegen akuter Einsturzgefahr und anderen Gefahren, die von den früheren Produktionsanlagen und Wasserbecken ausgehen, ist das Betreten der Industrieruine seit 2008 verboten.
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Planungen für ein Umweltbildungszentrum
Die Ruine des Pleistalwerks befindet sich unmittelbar am Birlinghovener Wald sowie am Pleisbach, einem zum Teil als Naturschutzgebiet SU-100 ausgewiesenen 24,3 Kilometer langen Zufluss der Sieg (nsg.naturschutzinformationen.nrw.de). Es liegt zugleich am östlichen Rand des freiraumplanerischen Gemeinschaftsprojekts „Grünes C“, das die Landschaften des Ballungsraumes im Norden Bonns zwischen den beiden Naturparken Rheinland und Siebengebirge sichern und entwickeln soll (www.sankt-augustin.de).
Unter Beteiligung des noch in der Fabrikantenvilla aufgewachsenen Sohns des letzten Firmenbetreibers setzt sich ein 2011 gegründeter Verein „Umweltbildungszentrum Pleistalwerk e.V.“ dafür ein, dass aus den Ruinen der alten Fabrik Pleistalwerk ein Umweltbildungszentrum entsteht. Dieses soll als Treffpunkt für Naturinteressierte dienen und könnte den Planungen nach eine Kunstschule, ein Café sowie ein Tonmuseum beherbergen, das Einblicke in die Geschichte des Standortes geben soll (www.ubz-pleistalwerk.de).
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Das Pleistalwerk in historischen Karten
Während das spätere Betriebsgelände des Pleistalwerks auf den historischen Karten der Topographischen Aufnahme der Rheinlande (Tranchot / von Müffling 1817) noch gänzlich unbebaut erscheint, zeigt die 1845 veröffentlichte Preußische Uraufnahme vor Ort eine kleine Ansiedlung „auf dem Wiechert“. Die Topographische Karte der Preußischen Neuaufnahme (1893) weist dann das großflächige Areal der Ziegelei „Zgl. Plato“ aus (vgl. die historischen Karten in der Kartenansicht).

(Franz-Josef Knöchel, LVR-Redaktion KuLaDig, 2017)
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Internet
story.ga-bonn.de: „Zwischen den Welten. Von Pleistalwerk bis Aggerhütte: In alten Fabriken wird Industriegeschichte greifbar. Was soll aus ihnen werden?“, von Delphine Sachsenröder (Text) und Andreas Dyck (Fotos) (abgerufen 11.04.2017)
www.general-anzeiger-bonn.de: „Augustiner Köpfe, Ein Kämpfer für mehr Lebensqualität“ (General-Anzeiger vom 04.05.2017, abgerufen 05.05.2017)
www.ubz-pleistalwerk.de: Umweltbildungszentrum Pleistalwerk e.V. (abgerufen 05.05.2017)
nsg.naturschutzinformationen.nrw.de: Naturschutzgebiet Pleisbach SU-100 (abgerufen 05.05.2017)
www.gruenes-c.de: Das Grüne C, Sicherung des Natur- und Kulturraums unserer Region (abgerufen 05.05.2017)
www.sankt-augustin.de: Karte zum Projektgebiet „Grünes C“ (PNG-Datei, 9,8 MB, abgerufen 05.05.2017)
de.wikipedia.org: Pleistalwerk (abgerufen 11.04.2017)

Literatur

Geerling, Heinrich; Richarz, Heinrich / Stadtarchiv Sankt Augustin (Hrsg.) (2008)
Die Geschichte des Pleistalwerks Heinrich Startz KG, der ehemaligen Zeche Plato und späteren Platowerke. In: Beiträge zur Stadtgeschichte 47, Siegburg.
Groten, Manfred; Johanek, Peter; Reininghaus, Wilfried; Wensky, Margret / Landschaftsverband Rheinland; Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2006)
Handbuch der Historischen Stätten Nordrhein-Westfalen. HbHistSt NRW, Kröners Taschenausgabe, Band 273, 3. völlig neu bearbeitete Auflage. S. 922-923, Stuttgart.
Sachsenröder, Delphine (Text); Dyck, Andreas (Fotos) (2017)
Nach der letzten Schicht – Von Pleistalwerk bis Aggerhütte…. In: General-Anzeiger Bonn vom 13. März 2017, S. 10-11. o. O.

Pleistalwerk

Schlagwörter
Straße / Hausnummer
Pleistalstraße
Ort
53757 Sankt Augustin - Birlinghoven
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege, Landeskunde
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung
Historischer Zeitraum
Beginn 1841, Ende 1971 bis 1991
Koordinate WGS84
50° 45′ 15,95″ N, 7° 12′ 51,95″ O / 50.75443°, 7.21443°
Koordinate UTM
32U 374051.2 5624037.4
Koordinate Gauss/Krüger
2585741.75 5625031.99

Empfohlene Zitierweise

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Empfohlene Zitierweise
„Pleistalwerk”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-266637 (Abgerufen: 17. Februar 2018)
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