Grünfläche Hardt in Elberfeld

Schlagwörter:
Fachsicht(en): Kulturlandschaftspflege
Gemeinde(n): Wuppertal
Kreis(e): Wuppertal
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
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Verortung
Die Hardt ist eine Grünfläche am Wuppertaler Hardtberg. Sie erhebt sich zwischen den Stadtteilen Elberfeld und Barmen am nördlichen Hang der Wupper. Begrenzt wird der Park durch das Hardtufer und die Hardtstraße im Süden, den Neuenteich im Westen, die Teutonenstraße und Friesenstraße im Norden und die Grundschule sowie das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium im Osten.

Kulturlandschaftliche Besonderheit
Die Hardt ist eine der ältesten Grünanlagen in Wuppertal. Das Gebiet der Hardt setzt sich aus einem Mischwald (Buchen, Eichen und Ilex) im Osten, dem Botanischen Garten und vier ineinandergreifenden Parkbereichen im Westen zusammen. Die Parkanlangen wurden zwischen 1807 und 2007 angelegt (Förderverein historischer Parkanlagen Wuppertal e.V. 2017).

Historische Entwicklung
Bereits auf das Jahr 1807 geht die gärtnerische Gestaltung der Hardt zurück. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Naturverständnis aufblühte, ließ der Wundarzt Dr. Johann Stephan Anton Diemel auf dem Hardtberg Wege und Anpflanzungen anlegen. Ziel dieser Maßnahmen war es, zwischen den von der Textilindustrie dominierten Städten Elberfeld und Barmen einen Landschaftspark für die Öffentlichkeit zu errichten. Gleichzeitig ging eine Rekultivierung des durch Rodungen kahl gewordenen und von Steinbrüchen aufgerissenen Höhenzugs einher.
Es entstand daher eine öffentliche Grünanlage mit einem Rundpavillion, einem Wächterhaus, in dem den Spazierenden Getränke gereicht wurden, dem Elisenturm, dem Botanischen Garten und einigen Denkmälern (Mahlberg & Nußbaum 2008, S. 78). Die erste Erweiterung, die mit der Errichtung des Rundpavillion und des Wächterhauses einher ging, wurde durch Heinrich Siesmayer im Jahr 1882 durchgeführt. Das damalige Gebiet beschränkte sich auf den heutigen westlichen Teil. 1954 wurde die östliche Hardt mit weiteren Parkanlagen erschlossen. Die letzte Erweiterung erfolgte 2007 Richtung Süden. Heute weist die Hardt rund 57 Hektar Park- und Waldfläche auf (Förderverein historischer Parkanlagen Wuppertal e.V. 2017).

Botanischer Garten
Die Ursprünge des Botanischen Gartens lassen sich auf das Jahr 1890 zurückverfolgen. 1910 ging er in den Besitz der Familien Eller/Vogdt über.
Der Garten setzt sich aus mehreren Elementen zusammen, die eine artenreiche Flora aus verschiedenen Klimazonen der Erde repräsentieren. Überregional bekannt ist er durch seinen Heilpflanzen-und Gewürzgarten. Darüber hinaus sind ein Moorbeet, ein Alpinium, ein Steppengarten, eine Krokuswiese, eine dominierende Buchenwaldvegetation, die durch Bäume aus aller Welt unterbrochen wird, sowie Teiche mit entsprechender Flora und Fauna vorzufinden (Förderverein historischer Parkanlagen Wuppertal e.V. 2017). Ergänzt wird der Botanische Garten von Schaugewächshäusern, in denen vor allem Kakteen die Hauptvertreter sind. Zusätzlich sind Insektenhotels und Informationstafeln aufgestellt worden.
An der höchsten Stelle des Botanischen Gartens befinden sich der 1838 erbaute Elisenturm sowie die Villa Eller.

Elisen- und Bismarckturm
Ursprünglich war der Elisenturm eine Windmühle, die 1812 auf dem Hardtberg von der damals selbstständigen Stadt Elberfeld errichtet wurde. Diese wurde 1938 zu einem Aussichtsturm umgebaut, als der Besitz zu dem Textilfabrikanten und Kaufmann Engelbert Eller wechselte. Seinen Namen erhielt der Turm nach der Gemahlin Elise des Königs Friedrich Wilheml IV. von Preußen. In den darauf folgenden Jahren wurde der Elisenturm im Baustil des Klassizismus geprägt. Herr Eller ließ den Elisenturm für die Öffentlichkeit zugänglich machen (Mahlberg & Nußbaum 2008, S. 78). Die Plattform des Elisenturms bietet einen Ausblick über die gesamte Hardt, den Botanischen Garten und die Stadt (Förderverein historischer Parkanlagen Wuppertal e.V. 2017).
Der Bismarckturm wurde 1907 im Auftrag der Städte Elberfeld und Barmen auf dem Hardtberg errichtet. Der Turm wurde zu Ehren des Kaisers und Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck (1815-1898) gebaut, wie es für die damalige Zeit üblich war. Denn Bismarck galt als Symbol für politische Macht, Weitsicht, Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen. Mit diesen Eigenschaften war er für die Einigung der deutschen Lande verantwortlich. In Anlehnung dessen wurde im Zuge der Einigungsbestrebungen der bis jeher konkurrierenden Textilstädte Elberfeld und Barmen der Bismarckturm genau auf die ehemalige Kommunalgrenze zwischen Elberfeld und Barmen gelegt (Mahlberg & Nußbaum 2008, S. 252). So zählt der Bismarckturm auf der Wuppertaler Hardt zu etwa 350 gleichnamigen Türmen Deutschlands. Im oberen Bereich des Sandsteinbaus, dessen Steine überwiegend aus dem Steinbruch am Hardtberg stammen, wo die heutige Waldbühne gelegen ist, ist das Familienwappen derer von Bismarck abgebildet (Förderverein historischer Parkanlagen e.V. 2017).
Auf dem Hardtberg in 234 Meter über NN gelegen, dient er mit einer Turmhöhe von 22 Metern als Aussichtspunkt über dem Tal der Wupper. Der Förderverein historischer Parkanlage e.V. schreibt:„Am Fuße des Turmes befindet sich der Besucher 88,50 Meter über der Wupper. Hat man die 122 Stufen überwunden, liegt einem das ganze Tal zu Füßen, umgeben vom Kranz der grünen Berge“ (2017). Seit 1991 steht der Bismarckturm unter Denkmalschutz (Stadt Wuppertal 2017).

Villa Eller
Die Villa Eller ist ein Landhaus auf der Hardt, welches der Textilfabrikant und Stadtrat Engelbert Eller um 1875 errichten ließ. In mehreren Abschnitten wurde das Landhaus im 19. Jahrhundert im Stil der Neurenaissance in direkter Nachbarschaft zum Elisenturm und dem Botanischen Garten erbaut. Das Sommerhaus aus der Gründerzeit wurde mit hochwertigen Materialien wie einer Kassettendecke mit Malereien und ausladender Ornamentik bebaut (Förderverein historischer Parkanlagen Wuppertal e.V. 2017).
Durch die direkte Nähe zum Botanischen Garten wurde das Landhaus im Weiteren als Orangerie genutzt. Heute befinden sich in dem Haus ein Restaurant, Räume für das städtische Ressort Grünflächen und Forsten und ein Veranstaltungszimmer, in dem regelmäßig öffentliche Gesprächsrunden und Ausstellungen stattfinden (Westdeutsche Zeitung 2012).

Hinweis
Das Objekt „Hardt in Wuppertal“ ist wertgebendes Merkmal des historischen Kulturlandschaftsbereiches Wuppertal (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Düsseldorf 165).

(Sabrina Ranke, LVR-Abteilung Kulturlandschaftspflege, 2017)

Internet
Förderverein historische Parkanlagen Wuppertal e.V. (2017): Wuppertals Grüne Anlagen (abgerufen 21.03.2017)
Stadt Wuppertal: Denkmalliste-Online der Stadt Wuppertal (abgerufen 27.03.2017)
Westdeutsche Zeitung (2012): Villa Eller auf der Hardt: Neue Pracht im Gartenzimmer (abgerufen 21.03.2017)

Literatur

Mahlberg, Hermann J. (Hrsg.) (2008)
Der Aufbruch um 1900 und die Moderne in der Architektur des Wuppertales. Abendrot einer Epoche. (Beiträge der Forschungsstelle für Architekturgeschichte, Denkmalpflege und Industriekultur der Bergischen Universität Wuppertal 15.) Wuppertal.

Grünfläche Hardt in Elberfeld

Schlagwörter
Ort
42107 Wuppertal - Elberfeld
Fachsicht(en)
Kulturlandschaftspflege
Erfassungsmaßstab
i.d.R. 1:5.000 (größer als 1:20.000)
Erfassungsmethode
Literaturauswertung, Auswertung historischer Karten, Geländebegehung/-kartierung
Koordinate WGS84
51° 15′ 42,58″ N, 7° 09′ 37,45″ O / 51.26183°, 7.1604°
Koordinate UTM
32U 371648.9 5680549.23
Koordinate Gauss/Krüger
2581040.28 5681415.06

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„Grünfläche Hardt in Elberfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-266553 (Abgerufen: 22. Mai 2018)
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